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Dezember 2018
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Parada

Parada

Serbien/Kroatien/Mazedonien/Slowenien 2012 - mit Nikola Kojo, Milos Samolov, Hristina Popovi, Goran Jevtic, Goran Navojec u.a

Filminfo

Originaltitel:Parada
Genre:Tragikomödie, Komödie, Drama
Regie:Srdjan Dragojevic
Kinostart:13.09.2012
Produktionsland:Serbien/Kroatien/Mazedonien/Slowenien 2012
Laufzeit:ca. 115 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.neuevisionen.de
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Der erfolglose Theaterregisseur Mirko (Goran Jevtic) und sein Lebensgefährte, der Tierarzt Radmilo (Milos Samolov) haben einen Traum: gemeinsam mit einer kleinen Gruppe wollen sie eine Gay-Pride-Parade in Belgrad organisieren. Doch dies scheint ein aussichtsloses Unterfangen zu sein, da ihnen die Polizei keinen Schutz bieten will und sie schon bei den Vorbereitungen immer wieder von Rechtsradikalen angegriffen werden. Doch als Mirko, der sich seinen Lebensunterhalt als Hochzeitsplaner verdient, von Pearl (Hristina Popovi), der Verlobten des Kleinkriminellen Limun (Nikola Kojo), engagiert wird, könnte sich das Blatt wenden. Denn auch wenn Limun ein homophober Macho der schlimmsten Sorte ist, so hat doch Pearl in der Beziehung eindeutig das Sagen. Und nachdem ihr Liebster den Hochzeitsplaner mit seinen schwulenfeindlichen Gehabe vertrieben hat, stellt sie Limun ein Ultimatum: nur, wenn er nicht nur Mirko die Hochzeit ausrichten lässt, sondern auch für die Sicherheit der Gay-Pride-Parade sorgt, wird sie ihn nicht verlassen. Widerwillig lässt sich der Kriegsveteran auf den Deal ein, nicht ahnend, welche Probleme damit auf ihn zukommen werden...

Mit "Parada" ist dem Filmemacher Srdjan Dragojevic ein echter Überraschungshit im Balkanraum gelungen. Dort konnte die Tragikomödie über 600.000 Besucher in die Kinos locken – bei dieser Thematik eine echte Sensation. Es ist ein Film über Toleranz, aber auch über die Heilung alter Wunden im ehemaligen Jugoslawien. Der ausgebildete Psychotherapeut Dragojevic hat als Mitglied der Sozialistischen Partei Serbiens im Kampf um Menschenrechte selbst Erfahrungen mit extremen Anfeindungen und Übergriffen von Rechtsradikalen machen müssen. Das hat ihn allerdings in seiner Überzeugung, etwas gegen Hass und Unterdrückung unternehmen zu wollen, nur bestärkt. Wohl wissend, dass Filme die Welt nicht verändern können, geht es ihm in erster Linie darum, Denkanstöße zu liefern, die vielleicht den Nährboden für wichtige Veränderungen bereitstellen könnten.

Und dies erreicht er in "Parada", in dem er auf amüsante Art mit Klischees um Homosexuelle, Machos und alte Feindbilder spielt, sie ein wenig überzieht und bunt zusammen mischt. Wenn Limun und Radmilo durch die ehemaligen Republiken Jugoslawiens reisen, um eine Truppe Beschützer für die Gay Pride Parade zu rekrutieren, strotzt der Film nur so vor Biss und tiefsinnigem Humor. Doch leider funktioniert das nicht immer gleichermaßen gut. Während der Humor zu Beginn des Films noch etwas unentschlossen und verkrampft daher kommt, mutet am Ende ein sehr extremer Stimmungswechsel arg befremdlich an. Zwar ist dies dramaturgisch absolut notwendig. Denn schließlich war die Gay Pride Parade durch Belgrad im Jahr 2010, bei der die von 5.000 Polizisten geschützten Teilnehmer von 6.000 Hooligans angegriffen worden sind, Vorbild für die Geschichte des Films. Und dieses traurige Ereignis kann natürlich nicht humoristisch betrachtet werden. Dennoch will das drastische Finale einfach nicht so recht zum Rest des Films passen, der zwar auch dramaturgische Tiefe hat, insgesamt aber sehr viel leichter und fröhlicher inszeniert ist.

"Parada" ist aber trotz seiner Schwächen ein sehr wichtiger Film, der für Freunde der etwas anderen Arthaus-Komödie auch extrem unterhaltsam sein dürfte. Ein Film, der mit sehr hohen Ambitionen, aber auch mit viel Liebe und Herz entstanden ist und so Hass und Vorurteilen die Stirn zu bieten versucht. Das Einspielergebnis aus dem Balkanraum macht zumindest ein wenig Mut, dass Filme vielleicht doch mehr können, als einfach nur gut zu unterhalten und lässt hoffen, dass sich in den Köpfen von Menschen, die noch immer an tief sitzenden Vorurteilen festhalten, doch etwas in die richtige Richtung bewegt.

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Parada (Serbien/Kroatien/Mazedonien/Slowenien 2012)"
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