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Juni 2018
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PlayOff

PlayOff

Deutschland/Frankreich/Israel 2011 - mit Danny Huston, Amira Casar, Mark Waschke, Max Riemelt, Hanns Zischler u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Genre:Drama
Regie:Eran Riklis
Kinostart:30.05.2013
Produktionsland:Deutschland/Frankreich/Israel 2011
Laufzeit:ca. 115 Min
FSK:ab 0 Jahren
Webseite:www.wildbunch-germany.de/
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Anfang der 1980er Jahre wird Max Stoller (Danny Huston) vom Manager (Max Waschke) des deutschen Basketballteams als Trainer aus Tel Aviv nach Frankfurt geholt. Während seine Entscheidung, nach Deutschland zu gehen, in Israel nur auf Unverständnis und Ablehnung trifft, wird er in Frankfurt mit offenen Armen empfangen. Allerdings scheinen die Journalisten in erster Linie an seiner Vergangenheit als Überlebender des Holocaust und weniger an seinen sportlichen Leistungen interessiert. Auch mit der Mannschaft kommt Stoller nur schwer klar, zumal er sich weigert, mit ihnen Deutsch zu sprechen. Besonders mit dem talentierten Mannschaftskapitän Thomas (Max Riemelt) gerät er immer wieder aneinander, was letztendlich dazu führt, dass Thomas aus der Mannschaft ausgeschlossen wird. Während Stoller versucht, in der Stadt, in der er vor so vielen Jahren aufgewachsen ist, wieder seinen Platz zu finden, trifft er auf die Türkin Deniz (Amira Casar), die jetzt in der ehemaligen Wohnung seiner Eltern lebt. Diese ist gemeinsam mit ihrer Tochter Sema nach Deutschland gekommen, um hier ihren spurlos verschwundenen Mann zu suchen. Zwischen Stoller und Deniz entwickelt sich eine vertrauensvolle Freundschaft, durch die der Trainer gezwungen wird, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, vor der er eigentlich fliehen wollte…

"PlayOff", die neueste Regiearbeit von Regisseur Eran Riklis ("Lemon Tree", "Die Reise des Personalmanagers"), basiert auf der wahren Geschichte des Basketball-Trainers Ralph Klein. Riklis dramaturgisch veränderte Variante steckt voller hoher Ambitionen und guter Ideen. Doch die Umsetzung kann leider aus mehreren Gründen nicht als gelungen bezeichnet werden. Das beginnt mit der Zeichnung der Hauptfigur Max Stoller, der nie wirklich sympathisch und sehr unzugänglich wirkt. Von dem zurückhaltenden Charme des ebenfalls eher verschlossenen Personalmanagers oder der starken Frau, die um ihren Zitronenbaum gekämpft hat, ist hier leider kaum etwas zu spüren. Stoller wirkt oft sogar ein wenig arrogant und seine Beweggründe, die ihn dazu bringen, Deniz zu helfen, sind kaum nachvollziehbar.

Zudem scheint es in vielen Momenten so, als hätte sich Riklis nicht so recht entscheiden können, welche Geschichte er den nun erzählen möchte: die von einem Mann, der lernen muss, sich seiner Vergangenheit zu stellen, die von dem Trainer, der Basketball in Deutschland populärer machen möchte, die von dem jungen Spieler mit Autoritätsproblemen oder eben die einer ungewöhnlichen Freundschaft, in der zwei Menschen, die sich in einer fremden Umgebung alleine fühlen, zueinander finden. Riklis gelingt es einfach nicht, aus all diesen Versatzstücken ein harmonisches Ganzes zu basteln, was dazu führt, dass alle einzelnen Handlungselemente unausgegoren wirken und die notwendige Tiefe vermissen lassen.

Ein weiterer Störfaktor ist die Art und Weise, auf die Riklis die frühen 80er nachzeichnet. Dabei lässt er jede Form von Subtilität und Authentizität vermissen. Das beginnt damit, dass gleich bei der ersten Taxifahrt vom Flughafen zum Hotel im Radio "Ein bisschen Frieden" von Nicole läuft und der Taxifahrer davon schwärmt, wie toll es doch sei, dass Deutschland gerade den Grand Prix gewonnen hätte. Der Gipfel ist dann die Titelseite einer Boulevardzeitung, auf der sich die größte Schlagzeile mit einer falsch verstandenen Aussage von Stoller widmet, während die Meldung, dass Helmut Kohl neuer Bundeskanzler geworden ist, deutlich kleiner darunter platziert wurde. Richtig peinlich aber wird es, wenn Riklis das Frankfurter Vorstadtghetto zeigt, in das die türkischen Einwanderer verbannt wurden, um das schmucke Stadtbild nicht zu verschandeln. Hier schmücken ausgebrannte Autowracks die Straßen und Männer stehen um brennende Tonnen herum. Dass die Frankfurter Skyline in den 80ern ganz anders aussah, als die heutige, die Riklis in seinem Film verwendet, fällt im Vergleich dazu gar nicht weiter störend auf.

Es steht außer Frage, dass "PlayOff" mit guten Intentionen inszeniert worden ist. Es ist schade, dass davon im fertigen Film aber kaum noch etwas zu spüren ist. Selbst die an sich guten Darsteller wie Danny Huston oder Max Riemelt können daran kam etwas ändern. Daher gilt: trotz spannender und interessanter Ideen nur für ganz hartgesottene Programmkino-Liebhaber sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "PlayOff (Deutschland/Frankreich/Israel 2011)"
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