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Januar 2019
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The Neon Demon

The Neon Demon

USA/Frankreich/Dänemark 2016 - mit Elle Fanning, Jena Malone, Abbey Lee, Bella Heathcote, Keanu Reeves u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:The Neon Demon
Genre:Drama, Thriller
Regie:Nicolas Winding Refn
Kinostart:23.06.2016
Produktionsland:USA/Frankreich/Dänemark 2016
Laufzeit:ca. 117 Min.
FSK:ab 16 Jahren
Webseite:www.theneondemon.de/
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Die junge Jesse (Elle Fanning) kommt mit einem Traum und einer gehörigen Portion Naivität nach Los Angeles. Sie will ein erfolgreiches Model werden, hat aber keine Ahnung davon, mit welch harten Bandagen in diesem Business gekämpft wird. Dennoch schafft sie es nicht nur, von einer renommierten Agentur aufgenommen zu werden. Sie ergattert auch noch ein Probe-Shooting bei einem der angesagtesten Fotografen der Stadt. Der große Durchbruch könnte also schneller kommen, als gedacht. Doch Jesses jugendliche Unbekümmertheit, ihre Schönheit und ihr rasanter Erfolg bringt auch Neider mit sich – und denen ist jedes Mittel recht, damit Jesse ganz schnell wieder von der Bildfläche verschwindet…

 

Keine Frage, Nicolas Winding Refn ist spätestens seit dem Erfolg von "Drive" das, was gemeinhin als Kult-Regisseur bezeichnet werden kann. Und wie das so oft bei solchen Filmemachern der Fall ist, gibt es neben den treuen Anhängern, die den ganz eigenen Erzählstil seiner Filme lieben, auch solche Zuschauer, die überhaupt nichts damit anfangen können. Ich bin bei Nicolas Winding Refn sehr zwiegespalten. Ich mochte "Drive" und auch  "Pusher", fand auch "Walhalla Rising" auf seine ganz eigene Art faszinierend. Mit "Only God Forgives" dagegen konnte ich so überhaupt nicht warm werden. Im Gegenteil. Doch auch wenn ich den Film wirklich ganz schrecklich fand, halte ich den Dänen immer noch für einen spannenden, weil eigentlich unberechenbaren Filmemacher, so dass ich auch seinem neuesten Werk "The Neon Demon" eine Chance geben wollte.

Wer zu den Fans gehört, für die feststeht, dass Nicolas Winding Refn ein Genie ist, das keine schlechten Filme machen kann und bei dem jede Einstellung, so sinnfrei sie auch erscheinen mag, eine tiefgründige Bedeutung hat, der wird "The Neon Demon" lieben. Bei allen anderen werden sich die Geister wohl extrem scheiden. Der Film hat einige Momente, in denen er eine ganz offensichtliche Satire über das Modelbusiness ist. Hier offenbart die Inszenierung einen Biss und eine Bösartigkeit, die einfach großartig ist. Es ist wie eine Art "Black Swan" mit Models – nur noch abgründiger, zynischer und gnadenloser. In diesen Augenblicken bin ich gewillt, dem Film eine gewisse Genialität zuzusprechen. Doch dann sind da die unendlichen Momente von Sequenzen, die zwar gut aussehen, aber keinen echten Sinn ergeben. Die Geschichte wird immer mehr zu einer episodenhaften Collage, die weder faszinierend, noch sonderlich unterhaltsam ist.

Eine Nekrophilie-Szene, die natürlich Kunst ist und deshalb auch eine überraschend niedrige FSK-Freigabe rechtfertigt, ist dann der Höhepunkt der Sinnlosigkeit. Sicherlich kann man in diese Szene eine Menge hineininterpretieren. Es ließen sich wahrscheinlich ganze Abhandlungen über diese fünf Minuten schreiben. Doch entsteht auch der Eindruck, dass diese Szene, die so angeblich nicht im Drehbuch stand, nur deshalb so ausufernd inszeniert wurde und in den fertigen Film übernommen wurde, um zu schockieren. Mag sein, dass es Zuschauer gibt, die in dieser Szene etwas Poetisches, etwas Entlarvendes oder filmemacherisch etwas Geniales erkennen können. Doch es ist genauso gerechtfertigt, diese Sequenz als krank und geschmacklos anzusehen – und ich persönlich tendiere eher zu Letzterem.

Aber wahrscheinlich ist es genau das, was Nicolas Winding Refn mit seinen Filmen erreichen will. Er möchte gar nicht allen gefallen, er will provozieren, polarisieren und heftige Reaktionen hervorrufen – ganz gleich, ob das Begeisterung oder doch eher deutliche Ablehnung ist. Und das ist ihm hier auf jeden Fall wieder gelungen. Ich freue mich für Jeden, der in einem Film wie diesem etwas Besonderes sehen kann, der von dieser sehr speziellen Art der Inszenierung gefesselt wird und davon nachhaltig beeindruckt wird. Doch solche Zuschauer sollten nicht automatisch davon ausgehen, dass Jeder, der diese Meinung nicht teilt, den Film einfach nur nicht verstanden hat. Leider hört man dieses Argument gerade bei Filmemachern wie Nicolas Winding Refn sehr häufig. Man sollte nie vergessen: Geschmäcker sind verschieden. Und das offenbart sich eben bei solchen Filmen sehr viel deutlicher, als bei angepasster Mainstream-Ware. Hierfür aber gilt ganz klar: Nur für Fans des Regisseurs, die auch "Only God Forgives" genial fanden, absolut sehenswert. Für alle Anderen eher bedingt empfehlenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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Kino Trailer zum Film "The Neon Demon (USA/Frankreich/Dänemark 2016)"
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