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…Und Äktschn!

…Und Äktschn!

Österreich/Deutschland 2013 - mit Gerhard Polt, Gisela Schneeberger, Maximilian Brückner, Robert Meyer u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Genre:Komödie
Regie:Fredrick Baker
Kinostart:06.02.2014
Produktionsland:Österreich/Deutschland 2013
Laufzeit:ca. 99 Min.
FSK:ab 6 Jahren
Webseite:www.undaektschn.de/
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Die Finanzkrise hat auch vor der bayerischen Provinz nicht Halt gemacht. Viele der Bürger von Neufurth haben schon mal bessere Zeiten gesehen, wie etwa der leidenschaftliche Amateurfilmer Hans A. Pospiech (Gerhard Polt). Von der Frau verlassen und finanziell am Abgrund stehen, finanziert Pospiech seine Leidenschaft nur noch dadurch, dass er Weltkriegs-Memorabilien aus dem Nachlass seines Vaters über das Internet verkauft. Doch dann scheint sich das Blatt zu wenden. Um seine Bilanzen wieder dorthin zu bekommen, wo sie seine Chefin sehen will, kommt der örtliche Sparkassen-Direktor Faltermeier (Michael Ostrowski) auf die grandiose Idee, Kulturförderung nach Neufurth zu bringen. Es soll ein Filmwettbewerb stattfinden, dessen Sieger aber insgeheim schon feststeht: der hoch verschuldete Pospiech. Der denkt allerdings weniger an seinen Schuldenabbau, als daran, endlich Filmgeschichte schreiben zu können. Gemeinsam mit seinem Neffen Alfons (Maximilian Brückner), der Schankwirtin Grete (Gisela Schneeberger) und dem Musikalien-Händler Fleischbauer (Robert Meyer) geht der Amateurfilmer ein ambitioniertes wie kontroverses Projekt an: er will einen Film über den Privatmenschen Adolf Hitler drehen…

"…Und Äktschn!"  bringt den Universalkünstler Gerhard Polt nach elf Jahren endlich wieder auf die Leinwand zurück. Gemeinsam mit Regisseur Fredrick Baker hat er das Drehbuch zu einer Komödie über "die Kraft der Mittelmäßigkeit", wie er es selber nennt, geschrieben. Ein Film über Banken, Hitler und die Liebe zum Kino. Etwas Gesellschaftssatire, ein wenig poetische Melancholie und eine Prise Kabarett, das sind einige der Zutaten, aus denen dieser Film gemacht ist. Er lässt sich dadurch ebenso wenig in eine Schublade stecken, wie Gerhard Polt selbst. Doch was im Verlauf der fast 40jährigen Karriere Polts richtig gut funktioniert hat, hinterlässt im Fall von "…Und Äktschn!" einen etwas faden Nachgeschmack.

Wenn man an den grandiosen Mai Ling Sketch aus "Da schau her" von 1979 denkt, dann weiß man, mit wie viel Biss und politischer Unkorrektheit Polt den Finger in die Wunden unserer Gesellschaft legen kann. Hier und da kommt das auch in seinem neuen Film durch. Doch genau in den Momenten, in denen das Drehbuch sehr viel mehr satirischen Biss hätte vertragen können, wird Polt plötzlich handzahm und serviert relativ altbackenen Humor, bei dem auch das Timing etwas schwerfällig daherkommt. Zudem gibt es einige Momente, die am Ende komplett im Nichts verpuffen. So werden im verlauf des Films immer wieder Protestschilder eingeblendet, die auf die Fluglärmproblematik hinweisen. Doch in der eigentlichen Geschichte spielt dieses Thema dann keine Rolle mehr. Mag sein, dass dadurch die allgemeine Lage in der Gemeinde verdeutlicht werden soll, doch so oft, wie Anspielungen auf den Fluglärmprotest gemacht werden, erwartet man als Zuschauer einfach, dass dies noch eine zentralere Rolle spielen wird.

Auch bei dem Dreh des Films über den Privatmenschen Hitler wird viel Potential verschenkt. Es sind gute Ansätze vorhanden, die intelligente  Cleverness und auch erfreulich viel Biss offenbaren. Doch am Ende verpuffen diese Szenen meist in schlaffen Pointen, die höchstens ein müdes Lächeln beim Zuschauer hervorrufen. Nur ab und an trifft der Humor voll ins Schwarze und offenbart, was eine hintersinnige Gesellschaftssatire "…Und Äktschn!" hätte werden können. Sicherlich, in den Momenten, in denen sich Hans A. Pospiech selber filmt und dabei direkt zum Publikum spricht, ist Gerhard Polt in seinem Element und zeigt sich auch oft von der Klasse, die man von ihm gewohnt ist. Doch insgesamt wirkt sein Kinocomeback zu unentschlossen und zu zurückhaltend, um den Erwartungen seiner Fans gerecht zu werden. Da "…Und Äktschn!" eher eine müde Provinzposse mit einigen kleinen Höhepunkten als ein satirisches Feuerwerk geworden ist, reicht es am Ende auch nur zu einem: mit Abstrichen für Polt-Liebhaber durchaus noch sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "…Und Äktschn! (Österreich/Deutschland 2013)"
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