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Juni 2018
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Zaytoun

Zaytoun

Israel/Großbritannien 2012 - mit Stephen Dorff, Abdallah El Akal, Alice Taglioni, Loai Noufi, Tarik Copti, Ali Suliman u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Zaytoun
Genre:Drama
Regie:Eran Riklis
Kinostart:14.11.2013
Produktionsland:Israel/Großbritannien 2012
Laufzeit:ca. 110 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.zaytoun.senator.de
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Beirut im Jahr 1982. Hier lebt der 12jährige Fahed (Abdallah El Akal) mit seiner Familie in einem Lager für palästinensische Flüchtlinge. Seit frühester Kindheit ist dem Jungen eingeredet worden, dass er die Israelis hassen müsse, da sie schließlich seine Familie aus ihrer Heimat vertrieben hätten. Doch bislang waren Fahed Dinge wie Fußballspielen oder Kaugummis an Soldaten verkaufen einfach wichtiger. Das ändert sich schlagartig, als sein Vater bei einem Bombenangriff getötet wird. Fahed ist voller Trauer und Wut, die sich in einem explosiven Hass auf die Israelis entlädt. Als die Soldaten der PLO einen Pilot der israelischen Luftwaffe, der bei dem Anschlag über Beirut abgestürzt ist, gefangen nehmen, will Fahed nur noch eines: dieser Mann soll sterben. Doch dann erkennt er, dass der gefangene Yoni (Stephen Dorff) der einzige Mensch ist, der ihm helfen kann, den letzten Wunsch seines Vaters zu erfüllen: den Olivenbaum, den er so liebevoll gepflegt hat, auf dem alten Grundstück der Familie einpflanzen. Doch dafür muss er durch das Kriegsgebiet nach Israel – und das ist nur mit einem israelischen Soldaten zu schaffen. Und so kämpft Fahed gegen seine Wut und seinen Hass an und trifft eine Entscheidung, die nicht nur sein Leben, sondern auch das von Yoni nachhaltig ändern wird…

Nachdem der renommierte israelische Filmemacher Eran Riklis zuletzt mit dem in Frankfurt spielenden Drama "Playoff" durch eine unausgegorene Dramaturgie und einen sehr verbitterten Unterton eher enttäuscht hatte, besinnt er sich in seinem neuen Film "Zaytoun" auf die Stärken zurück, die Werke wie "Lemon Tree" oder "Die Reise des Personalmanagers" so gelungen gemacht haben. Hier wie dort erzählt er vom Aufeinandertreffen gegensätzlicher Charaktere und Kulturen, das Hinwegsetzen über Grenzen und über die Kraft des menschlichen Willens. Das Ganze ist eingebettet in eine eher zurückgenommene Inszenierung, in der die Figuren ganz im Vordergrund stehen. Und hier und da lockert er die eigentlich traurigen Hintergründe immer wieder mit ein wenig Humor auf.

Auf diese Art lässt Riklis in "Zaytoun" eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen einem israelischen Soldaten und einem palästinensischen Jungen entstehen – eine an sich unmögliche Freundschaft, die sich gegen anfänglichen Hass und Misstrauen durchsetzen kann, am Ende aber nicht auf eine verklärte Ebene gehoben, sondern stets glaubwürdig weiterentwickelt wird. Das ist nicht nur der Regie von Riklis und dem Drehbuchdebüt von Nader Rizq zu verdanken. Auch die beiden Hauptdarsteller tragen einen erheblichen Teil dazu bei, dass die Freundschaft zwischen Fahed und Yoni so mitreißend auf die Leinwand transportiert worden ist.

Dabei ist es besonders überraschend, dass Riklis einen Hollywood-Schauspieler wie Stephen Dorff für die Rolle des Yoni engagiert hat. Doch Dorff, der schon mit Regiegrößen wie Oliver Stone, Michael Mann oder Sofia Coppola zusammen gearbeitet hat, legt hier eine sehr zurückgenommene und absolut überzeugende Darstellung ab, die perfekt zu dem Spiel seines jungen Co-Stars Abdallah El Akal ("Miral") passt. Dass Dorff keinerlei israelischen Hintergrund hat, sondern aus Atlanta im amerikanischen Bundesstart Georgia stammt, ist ganz schnell vergessen.

"Zaytoun" ist sicherlich nicht Eran Riklis bester Film. An die Qualität und Intensität von "Lemon Tree" oder "Die syrische Braut" reicht er einfach nicht heran. Aber es ist dennoch ein sehr gelungenes Drama über das Niederreißen von den Mauern in unseren Köpfen, eine bewegende Geschichte über Freundschaft und darüber, wie wichtig es für die Menschen ist, etwas zu haben, das sie Heimat nennen können. Ein sehenswerter Film für Alle, die sich für die filmische Aufarbeitung des Konflikts zwischen Israel und Palästina interessieren.

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Zaytoun (Israel/Großbritannien 2012)"
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