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September 2018
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30 Jahre Deutsches Filmmuseum

30 Jahre Deutsches Filmmuseum

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Das Deutsche Filmmuseum hat Geburtstag! Am 7. Juni jährt sich der Tag der Gründung zum 30. Mal. Beinahe fünf Millionen Besucher kamen seit 1984 in das Haus am Schaumainkai, um im hauseigenen Kino bedeutende Werke der Filmgeschichte auf der großen Leinwand und im Original zu genießen, die Geschichte der Kinematographie in der Dauerausstellung nachzuvollziehen und die Sonderausstellungen zu besuchen. 

Mit einer Lasershow, prominenten Gästen wie Altbundespräsident Walter Scheel, Alexander Kluge und Volker Schlöndorff und mit einer Sonderausstellung zur damals zukunftsträchtig scheinenden Holographie eröffnete das Filmmuseum am 7. Juni 1984. Ermöglicht wurde die Gründung des Deutschen Filmmuseums durch das Engagement vieler Filmliebhaber im Kommunalen Kino in Frankfurt und durch die Initiative des damaligen Kulturdezernenten Hilmar Hoffmann. Die Stadt Frankfurt hatte 1976 und 1981 die filmhistorischen Bestände des begeisterten Sammlers Paul Sauerländer gekauft. Das Konvolut aus 1300 Filmkopien, 2000 Filmplakate, 7000 Fotos, zahlreichen filmhistorischen Apparaturen und vielem mehr sollte nicht ausschließlich in Archiven gelagert, sondern der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Walter Schobert, damals Leiter des Kommunalen Kinos, hatte mit seinen Mitarbeitern bereits mehrere Ausstellungen im Historischen Museum organisiert und dachte schon 1976 darüber nach, eine Dauerausstellung zum Thema Film einzurichten. Die Synergien dieser unterschiedlichen Initiativen führten schließlich zum städtischen  Beschluss, das Deutsche Filmmuseum ins Leben zu rufen. Für 16,4 Millionen Mark wurde eine Gründerzeitvilla am Schaumainkai architektonisch umgestaltet, sodass das Museum, eine öffentliche filmhistorische Bibliothek und das Kommunale Kino darin Platz fanden. Das Museum war damit ein weiterer wichtiger Schritt hin zum Frankfurter Museumsufer, mit dem sich – so Hilmar Hoffmann 1984 bei der Eröffnung des Deutschen Filmmuseums –  "Frankfurt auf doppelte Weise ein neues kulturelles Zentrum geschaffen (hat): Der Main, der bislang die Stadt durchschnitt, wird nun zur Klammer, die Frankfurts neuen Kulturmittelpunkt würdig zusammenhält." 

Einen Schock hatte das Deutsche Filmmuseum 1993 zu verkraften: Linda Reisch, die damalige Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt, hatte die Absicht, das von der Stadt getragene Kommunale Kino zu schließen. Nachdem Proteste ungeahnten Ausmaßes gegen das Ansinnen der Stadt aufkamen, unter anderem unterstützt von Alexander Kluge, Wim Wenders, Enno Patalas und Hanna Schygulla, wurden die Pläne schließlich aufgegeben. Das Kommunale Kino ging in der Folge in die Trägerschaft des Deutschen Filmmuseums über und firmiert seitdem unter dem Namen "Kino des Deutschen Filmmuseums". 

2006 schließlich fusionierte das Deutsche Filmmuseum mit dem Deutschen Filminstitut, das, ursprünglich in Wiesbaden beheimatet, schon 1984 mit in die Villa am Main gezogen war. Seither ist das Deutsche Filminstitut Träger des Deutschen Filmmuseums. Claudia Dillmann, die bereits seit 1997 Leiterin des Deutschen Filminstituts war, wurde Direktorin der fusionierten Häuser.

Unter Claudia Dillmanns Führung verordnete sich das Deutsche Filmmuseum zwischen 2009 und 2011 eine komplette architektonische und konzeptionelle Neugestaltung. Der Umbau stand unter dem Motto „Mehr Raum für den Film“: Es enstanden deutlich größere Ausstellungsflächen mit klar und modern gegliederten Räumen. Der Clou: Von allen Etagen aus öffnete sich nun der Blick auf die Frankfurter Skyline. Auch für die Dauerausstellung war eine Neukonzeption vonnöten, die dem rasanten digitalen Wandel Rechnung tragen, modern und zukunftsfähig sein sollte. Nicht zuletzt galt es, den Bildungsangeboten des Museums mit Blick auf die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen durch ein neues museumspädagogisches Zentrum mehr Raum und Beachtung zu verschaffen. Vom 12. bis 14. August 2011 wurde das Haus mit einer dreitägigen Feier wiedereröffnet. Über den roten Teppich schritten Stars wie Maximilian Schell, Hannelore Elsner, Caroline Link und Til Schweiger. Seitdem strömen pro Jahr rund 200 000 Besucher in die Ausstellungen und ins hauseigene Kino und nutzen die Angebote der museumspädagogischen Abteilung: Workshops für Erwachsene und Kinder, Ferienprogramme und das allseits beliebte "Offene Filmstudio". In den 30 Jahren seines Bestehens hat das Deutsche Filmmuseum 184 Sonderausstellungen auf die Beine gestellt. Darin widmete sich das Haus dem unerschöpflichen Themenspektrum, das der Film bietet: Drei bedeutende Ausstellungen setzten sich auf vielbeachtete Weise mit dem bundesdeutschen Film der Nachkriegszeit auseinander: „Zwischen Gestern und Morgen. Westdeutscher Nachkriegsfilm 1946-1962“ (1989), „Artur Brauner und die CCC. – Filmgeschäft und Studiogeschichte 1946-1990“ (1990) sowie „Abschied vom Gestern. Bundesdeutscher Film der sechziger und siebziger Jahre“ (1991/92).   

Die Übernahme von Nachlässen berühmter Filmpersönlichkeiten ermöglichte umfangreiche Ausstellungsporträts, unter anderem über Curd Jürgens (2000), Maria Schell (2007) und Charles Chaplin (2012). Aus externen Beständen entstanden vielbesuchte Ausstellungen zu Filmgrößen wie Marlene Dietrich (1998), Romy Schneider (1999), Audrey Hepburn (2001) oder Klaus Kinski (2001/02). Andere Ausstellungen thematisierten radikale Umbrüche in der Filmproduktion und -projektion („Film & Computer – digital media visions“, 1998), faszinierende Phänomene wie die Academy Awards („And the Oscar® goes to... – 85 Jahre Bester Film“, 2012/13) oder bedeutende Einzelwerke wie DAS BOOT (DAS BOOT Revisited, 2006/07).  

Bis heute gehen die Ausstellungen des Deutschen Filmmuseums regelmäßig auf Reisen und begeistern Menschen auf der ganzen Welt. Bereits seit zehn Jahren ist die Ausstellung "Stanley Kubrick" (2004) on Tour – von Melbourne bis Paris, von Amsterdam bis Los Angeles: Knapp 900.000 Besucher weltweit haben „Stanley Kubrick“ insgesamt bisher gesehen, zuletzt in São Paulo. Aktuell gastiert sie in Krakau. Eine einzige Sonderausstellung des Deutschen Filmmuseum war nie im eigenen Haus am Schaumainkai zu sehen: 2010 war das Museum aufgrund der konzeptionellen und architektonischen Neugestaltung geschlossen. Die Ausstellung „Gesamtkunstwerk Expressionismus. Kunst, Film, Literatur, Theater, Tanz und Architektur  1905 – 1925“ wurde in Kooperation mit der Mathildenhöhe in Darmstadt und in deren Räumen ermöglicht. Die Zusammen- arbeit mit diesem Haus wird 2014 fortgeführt mit zwei Ausstellungen zum Surrealismus, die zeitgleich in Darmstadt und Frankfurt zu sehen sind: Das Deutsche Filmmuseum zeigt die Ausstellung „Bewusste Halluzinationen. Der filmische Surrealismus“ vom 25. Juni bis zum  2. November.

Quelle: Deutsches Filmmuseum

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