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Juli 2018
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Melvin Van Peebles  - Der ‚Gottvater des schwarzen Kinos‘ besucht Frankfurt

Melvin Van Peebles - Der ‚Gottvater des schwarzen Kinos‘ besucht Frankfurt

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Melvin Van Peebles erstmals in Frankfurt am Main

Blaxploitation-Filme und Publikumsgespräche am 22. und 23. August

In den USA gilt er als eine der wichtigsten Figuren des schwarzen Kinos, in Deutschland sind seine Filme dagegen kaum bekannt. Auf Einladung des gemeinnützigen Vereins Filmkollektiv Frankfurt kommt die Filmemacher-Legende Melvin Van Peebles aus New York nun erstmals nach Frankfurt am Main. Am 22. und 23. August 2014 erinnern Louise Burkart, Felix Fischl und Gary Vanisian im Studierendenhaus auf dem Campus Bockenheim (Mertonstraße 26-28, 60325 Frankfurt am Main) mit Filmvorführungen und in Publikumsgesprächen mit Van Peebles an die kurze, aber bedeutende Phase der Blaxploitation-Filme. Als der Afro-Amerikaner Van Peebles in SWEET SWEETBACK’S BAADASSSSS SONG (1971) dem Selbstbewusstsein der schwarzen Bevölkerung radikal Geltung verschaffte, sah sich Hollywood gezwungen, schwarze Filmemacher – vor und hinter der Kamera – besser zu stellen. „Bis dahin waren wir in Filmen zumeist nur als Sklaven, Kellner oder Verbrecher zu sehen. Ich habe einen Film gedreht, mit dem sich das schwarze Publikum identifizieren konnte“, meint Van Peebles rückblickend. Daraufhin enthielten zahlreiche US-Filme der nachfolgenden Jahre schwarze Hauptfiguren, die sich selbstbewusst gegen ihre weißen Unterdrücker zur Wehr setzten. Ziel war es vor allem, das schwarze Kinopublikum mit Filmen wie der Horror-Parodie BLACULA (1972) zur Kasse zu bitten, doch einige Blaxploitation-Filme wie SHAFT (1971) über den gleichnamigen Privatdetektiv in New York verarbeiteten mitunter die Lebenserfahrung der schwarzen Bevölkerung in den Großstädten. Vor allem schwarzen Regisseuren und Schauspielern der nachfolgenden Generationen erleichterte die Popularität dieser Filme den Einstieg in das Filmgeschäft – weswegen Spike Lee Van Peebles als den ‚Gottvater des schwarzen Kinos‘ bezeichnet. Die Karriere von Van Peebles selbst hatte bezeichnenderweise nicht in den USA, sondern in Frankreich begonnen: „Deswegen ist es mir wichtig, dass das deutsche Publikum auch meinen ersten Langfilm kennt“, kommentiert Van Peebles die deutsche Premiere von THE STORY OF A 3-DAY PASS (1968). Erst nachdem sein in Frankreich produzierter Spielfilm über die Liebesbeziehung zwischen einem schwarzen GI und einer weißen Französin auf das Festival von San Francisco eingeladen wurde, bot sich Van Peebles in seinem Heimatland die Möglichkeit Filmgeschichte zu schreiben.

Die Vorstellungen beginnen am Freitag und Samstag jeweils um 18.30 Uhr und 21 Uhr. Eine Vorstellung kostet 6 / 5 Euro (erm.), die Tageskarte 10 / 8 Euro (erm.) und die Dauerkarte 18 / 14 Euro (erm.). Kartenreservierung unter kontakt@filmkollektiv-frankfurt.de; alle Informationen auf www.filmkollektiv-frankfurt.de.

Kooperationspartner sind die Rosa-Luxemburg-Stiftung, Heinrich-Böll-Stiftung Hessen, Allgemeiner Studierendenausschuss der Goethe-Universität und Pupille e.V. – Kino in der Uni, Förderer sind die Hessische Filmförderung, das Kulturamt Frankfurt am Main und Dritte Welt Haus e.V.

Der gemeinnützige Verein Filmkollektiv Frankfurt – Projektionsraum für unterrepräsentierte Filmkultur e.V. präsentiert seit September 2013 unabhängig kuratierte Kinoprogramme in Frankfurt am Main.

Spielplan

Freitag, 22. August

18.30 Uhr:  BLACULA (USA 1972)

 Regisseur: William Crain, 92 Min., 16mm, OmeU

21 Uhr:  SHAFT (USA 1971)

Regisseur: Gordon Parks, 100 Min., 35mm, OF

im Anschluss: Filmgespräch mit Melvin Van Peebles

 

Samstag, 23. August

18.30 Uhr:  THE STORY OF A 3-DAY PASS (Frankreich 1968)

Regisseur: Melvin Van Peebles, 87 Min., 35mm, OmeU                                  

Vorfilm: CINQ CENT BALLES (Frankreich 1963)

Regisseur: Melvin Van Peebles, 12 Min., 35mm, ohne Dialog

 

21 Uhr:  SWEET SWEETBACK’S BAADASSSSS SONG (USA 1971)

Regisseur: Melvin Van Peebles, 97 Min., 16mm, OF

im Anschluss: Filmgespräch mit Melvin Van Peebles

 

Über Melvin Van Peebles

Der 1932 in Chicago, USA geborene Melvin Van Peebles kam als Autodidakt zum Film. Sein in Frankreich produzierter Debütfilm THE STORY OF A 3-DAY PASS (1968) öffnete ihm die Tür nach Hollywood, wo er allerdings wenig künstlerische Freiheit genoss. Daraufhin produzierte er auf eigene Faust SWEET SWEETBACK’S BAADASSSSS SONG (1971), in dem er – inhaltlich wie ästhetisch radikal – vom Selbstschutz der schwarzen Bevölkerung erzählt. Sein Independent-Meisterwerk gilt bis heute als Meilenstein des unabhängigen wie des schwarzen Kinos. Melvin Van Peebles realisierte weitere Film- und Theaterprojekte als Autor, Regisseur und Darsteller und ist außerdem als Musiker aktiv. In seinen Werken setzt er sich stets mit der afro-amerikanischen Wirklichkeit auseinander und reflektiert die Wechselwirkung von Rassismus und Selbstbehauptung.

 

Über das Blaxploitation-Filmprogramm

Die Filmauswahl widmet sich den Anfängen des Blaxploitation-Genres, das gleichermaßen die Berufsmöglichkeiten schwarzer Filmemacher verbesserte wie es die Wünsche des schwarzen Publikums kommerzialisierte bzw. ausbeutete (daher die Wortkombination mit Exploitation). Besonders selten zu sehen ist SWEET SWEETBACK’S BAADASSSSS SONG (1971): Melvin Van Peebles (gleichermaßen verantwortlich für Regie, Drehbuch, Schnitt und Musik) spielt darin einen Schwarzen, der aus Notwehr zwei Morde verübt und von der Polizei zu einer Hetzjagd getrieben wird. Der Soundtrack stammt von der damals noch unbekannten Gruppe „Earth, Wind & Fire“. SHAFT (1971) gilt als erster Blaxploitation-Film eines Hollywood-Studios. Ein schwarzer Privatdetektiv wird gleichermaßen von Polizei und Unterwelt bedrängt, einen Rassenkonflikt in Harlem zu verhindern. Der Titelsong von Isaac Hayes gewann unter anderem einen Academy Award; SHAFT wurde 2000 in das National Film Registry, die Liste der als erhaltenswert befundenen Filme, aufgenommen. BLACULA (1972), in dem ein schwarzer Vampir die Bewohner von Los Angeles heimsucht, steht für die Selbstironie innerhalb des Blaxploitation-Genres.

Quelle: Filmkollektiv Frankfurt

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