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Klänge der Hoffnung zu Pfingsten: Das große Stadtgeläut zu Hause hören

26.05.2020 | 18:20 Uhr | Stadtgeflüster
Klänge der Hoffnung zu Pfingsten: Das große Stadtgeläut zu Hause hören

Schon zu Ostern haben viele Frankfurterinnen und Frankfurter die schöne Tradition des großen Stadtgeläuts zu Hause statt auf dem Paulsplatz oder dem Römerberg erlebt. Kein Vergleich zum „Original“, aber in Zeiten von Corona einfach sicherer. Denn auch wenn die Fallzahlen rückläufig sind und es in den vergangenen Wochen zahlreiche Lockerungen gab, so ist das Virus doch noch immer unter uns und kann sich – wenn die Abstands- und Hygiene-Regeln nicht eingehalten werden – jederzeit wieder ausbreiten. Der Fall eines Gottesdienstes in einer baptisten-Kirche in Frankfurt hat das gerade erst sehr deutlich gemacht. Und daher ist auch zu Pfingsten ratsam, auf große Menschenansammlungen zu verzichten und dem Stadtgeläut zu Hause zu lauschen. 

Wer sich allerdings dafür entscheidet, doch vor Ort dem Klang der Glocken zu lauschen, der sollte sich unbedingt an die nötige Abstandsregelung halten. Dann steht einem gemeinsamen Erleben dieser Pfingst-Tradition nichts im Wege. Denn gerade in diesem Jahr hat Pfingsten eine ganz besondere Bedeutung. Denn Pfingsten steht für die Verständigung und die Verbreitung des Glaubens über nationale, ethnische und sprachliche Barrieren hinweg. An dem kirchlichen Hochfest, das als die Geburtsstunde der Kirche gilt, wird die Entsendung des Heiligen Geistes gefeiert. Pfingsten sollte daher als Ermutigung verstanden werden, aktiv für grundlegende Werte und Überzeugungen einzustehen. 

„Gerade auch zu Pfingsten sind die Töne unseres einzigartigen Stadtgeläutes Klänge der Hoffnung und Auftrag zum respektvollen Miteinander zugleich. Dies ist gerade in der augenblicklichen Zeit der Corona-Krise von zusätzlicher Bedeutung, baut die Hoffnung doch die entscheidende Brücke in die Zeit nach den derzeitigen Einschränkungen. Ein verantwortungsvoller Umgang miteinander befördert ein gesundes und friedliches Zusammenleben, ebenso wie dies ein Leben nach christlichen Werten tut“, sagt Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker. „Dazu gehört auch, dass wir in diesen herausfordernden Zeiten uns einander respektvoll begegnen und solidarisch füreinander einstehen. Nur gemeinsam werden wir die Corona-Krise in Frankfurt bestehen können.“ 

An die Entsendung des Heiligen Geistes erinnert am Samstag vor Pfingsten in Frankfurt auch ein Klangerlebnis der ganz besonderen Art. Zum großen Stadtgeläute ertönen am 30. Mai von 16.30 bis 17 Uhr die Glocken der zehn Innenstadtkirchen. Zusammen eine halbe Stunde innehalten und dem besonderen Klangkunstwerk der Frankfurter Innenstadtkirchen zuhören kann also wie gesagt unter Einhaltung der gültigen Hygienemaßnahmen vor Ort stattfinden -  oder auch ganz einfach zu Hause 

„Jedes Jahr freue ich mich, wie viele Frankfurterinnen und Frankfurter auch, auf diesen Termin. Aber wer dieses Jahr das große Stadtgeläut lieber zu Hause genießen möchte, hat auf http://frankfurt.de die Möglichkeit. Ich lade alle Frankfurterinnen und Frankfurter ein, die städtische Tradition und das Gemeinschaftsgefühl gemeinsam online zu erleben“, sagt Becker. „Auch wenn es sich dabei um Aufnahmen handelt, kann vielleicht trotzdem das große Stadtgeläut ein besonderes Wir-Gefühl entstehen lassen. Auf der Facebook-Seite der Stadt wird das große Stadtgeläut, wie es Tradition ist, von 16.30 bis 17 Uhr erklingen und wir können es alle gemeinsam zu Hause erleben“, betont der Kirchendezernent. 

Die heutige Komposition geht auf den Glockensachverständigen Prof. Paul Smets zurück, der das Geläut 1954 komponiert hat. Das erste Geläut aller Frankfurter Glocken geht aber auf das Jahr 1347 zurück. Den Auftakt macht die Bürgerglocke der Paulskirche. Es schließen sich die anderen fünf Glocken der Paulskirche an. Anschließend folgen die vier Glocken der Katharinenkirche an der Hauptwache, daraufhin stimmen die fünf Glocken der Liebfrauenkirche ein. Nördlich der Liebfrauchenkirche erklingen nun die vier Glocken der Peterskirche sowie die drei Glocken des Dominikanerklosters. Mit ihren sechs Glocken fügt sich die Leonhardskirche am Main ein sowie die vier Glocken vom Kameliterkloster, die auch zum großen Stadtgeläut gehören. Die vier Glocken der Alten Nikolaikirche am Römerberg vervollständigen die Komposition bevor die südlichste und auf der anderen Mainseite gelegene Dreikönigskirche ins Stadtgeläut mit ihren fünf Glocken einsetzt. Zum Höhepunkt folgen die neun Glocken des Kaiserdoms. Unter ihnen die Gloriosa, die bekannteste Glocke Frankfurts. Sie ist über zweieinhalb Meter hoch und breit und mit 11.950 Kilogramm das Schwergewicht unter den Glocken der Frankfurter Innenstadtkirchen sowie die zweitschwerste Bronzeglocke Deutschlands. Insgesamt wiegen die 50 Glocken der zehn Innenstadtkirchen gemeinsam 64.804 Kilogramm.

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