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Neue Perspektiven für den "Ginnheimer Spargel"

01.08.2020 | 10:24 Uhr | Lieblingsorte
Neue Perspektiven für den 'Ginnheimer Spargel'
Neue Perspektiven für den 'Ginnheimer Spargel'
Neue Perspektiven für den 'Ginnheimer Spargel'

Könnt Ihr Euch noch an die Zeit erinnern, als der Europaturm, gemeinhin auch als "Ginnheimer Spargel" bekannt, nicht nur einer der höchsten Fernmeldetürme der Welt, sondern auch ein beliebtes Ausflugs- und Freizeitziel war? Als der obere Teil des Turms als Diskothek, Restaurant und Aussichtsplattform genutzt wurde, wo Besucher*innen beim atemberaubenden Blick auf die Stadt köstlichen Kuchen genießen oder bei Single-Partys Ausschau nach dem nächsten Herzblatt machen konnten? Diese Zeiten sind nur noch vage Erinnerungen, denn der 1979 fertiggestellte, 311 Meter hohe Turm ist seit rund zwei Jahrzehnten für den Publikumsbetrieb geschlossen. 

Bereits vor einem Jahr wurde bekannt, dass es neue Pläne für die Nutzung des Europaturms gibt, im Dezember 2019 wurden dann Gelder für die Sanierung des Turms bewilligt. Bedeutet das, dass wir bald schon wieder auf Frankfurts höchstes Dach hinauf dürfen? Dass wir den einzigartigen Blick von der Kanzel auf Frankfurt und das Rhein-Main Gebiet genießen dürfen? Wenn es nach den Plänen der Eigentümerin Deutsche Funkturm geht, lautet die Antwort „Ja“! Der Wunsch ist, dass in den nächsten Jahren das Dach und die darunterliegenden zwei Etagen wieder für den Publikumsverkehr genutzt werden können. 

Ein Wunsch, dem noch viel Arbeit vorausgehen wird. 1999 war die öffentliche Nutzung des Turms untersagt worden, da er die geltenden Brandschutzanforderungen nicht mehr erfüllen konnte. Ob beim Dinieren oder beim Tanzen, die spektakuläre Aussicht von der Kanzel aus  konnte fortan aufgrund deren Schließung nicht mehr genossen werden. Seit dieser Zeit wird der Turm von der Deutschen Telekom nur noch technisch genutzt, während die einst hoch frequentierten Besucherflächen leer stehen. 

Nun gibt es die neuen Pläne zur Wiederbelebung des Turms – und die warten noch mit einer echten Überraschung auf: Denn war ursprünglich geplant, nur die zwei Etagen in der Kanzel für Besucher zu öffnen, gibt es jetzt die Überlegung, auch das Dach als Aussichtsplattform zu nutzen. Dafür müsste allerdings noch etwas mehr Geld in die Hand genommen werden, denn für eine sichere Nutzung wären etliche Umbauten erforderlich, wie etwa eine Brüstung am Rand. 

Eine weitere Hürde, die bewältigt werden müsste, um den Turm wieder Besucher*innen zugänglich zu machen, sind die Aufzüge. Insgesamt gibt es drei Schächte: Zwei davon wurden einst vom Publikum genutzt, einer von der Feuerwehr. Mit Letzterem geht es heute bis nach oben, während die beiden anderen Schächte von einem Aufzugshersteller zum Testen der eigenen Produkte genutzt werden. Sollten diese Schächte nun wieder für die Publikumsnutzung verwendet werden, müssten alle drei Anlagen komplett ausgetauscht werden, um den aktuellen Sicherheitsstandards zu entsprechen. Mit einer technischen Rundumerneuerung, die ebenfalls nötig wäre, käme die Deutschen Funkturm laut einer Machbarkeitsstudie auf einen Investitionsbedarf von knapp 50 Millionen Euro. Dann wäre nicht nur technische Sicherheit gewährleistet. Es würde ebenfalls ein neuer Eingangsbereich entstehen, in dem dann Sicherheitskontrollen stattfinden können. 

Während der Bund die Hälfte der Finanzierung zugesagt hat, müsste die Stadt für die restlichen 25 Millionen Euro aufkommen – eine Summe, die Frankfurt alleine nicht stemmen kann. Daher bemüht sich Oberbürgermeister Peter Feldmann darum, beim Land die nötigen Mittel aufzutreiben. Denn der Turm, so Feldmann, „war immer auch als öffentliches Gebäude konzipiert und sollte es wieder sein.“ Die Chancen, dass das Land die Teilfinanzierung übernimmt, sieht Feldmann aufgrund des Denkmalschutzes und der übergeordneten Bedeutung des Gebäudes als recht gut: „Wir unterhalten uns über den zweithöchsten Fernmeldeturm der Republik – oder eigentlich sogar um den höchsten“, sagt Feldmann. 

Bleibt also abzuwarten, ob sich die ambitionierten Pläne für den Turm umsetzen lassen. Aber sind wir doch mal ehrlich: es wäre doch großartig, wenn wir den Blick auf unsere Stadt bald wieder von der Kanzel aus genießen könnten. Und wenn diese sich dann auch wieder dreht – die Technik dafür ist noch vorhanden – dann würde der "Ginnheimer Spargel" garantiert ganz schnell wieder zu einem der beliebtesten Ausflugsziele von Frankfurtern wie von Touristen aufsteigen. Wir sind gespannt…

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