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Startschuss für Machbarkeitsstudie zum Fernbahntunnel am Frankfurter Hauptbahnhof

17.09.2019 | 10:02 Uhr | Stadtgeflüster
Startschuss für Machbarkeitsstudie zum Fernbahntunnel am Frankfurter Hauptbahnhof

Der Frankfurter Hauptbahnhof – ein wichtiges Drehkreuz, nicht nur für die Region Rhein-Main. Doch wenn Fernzüge und Nahverkehr aufeinandertreffen, dann sorgt das schnell für Staus, längere Fahrtzeiten der Züge oder lange Wartezeiten an den Gleisen. Um diesen Engpass am Kopfbahnhof Frankfurt ein wenig zu entlasten, soll ein zusätzlicher Fernbahntunnel mit Tiefbahnhof entstehen. Dieser soll im Fernverkehr eine Fahrtzeitverkürzung von bis zu 8 Minuten und zudem mehr Kapazitäten im Nahverkehr bringen. Ob und wie sich dies technisch umsetzen lässt, soll nun eine Machbarkeitsstudie erörtern. 

Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, und Jens Bergmann, Vorstand DB Netz AG, haben in Frankfurt den Startschuss zur Erarbeitung dieser vertieften Machbarkeitsstudie gegeben. Unterstützt wird das Vorhaben vom Land Hessen, der Stadt Frankfurt am Main sowie dem Rhein-Main-Verkehrsverbund und dem Regionalverband FrankfurtRheinMain. 

Der Tunnel stellt das zentrale Element eines Zukunftskonzepts für den Eisenbahnknoten Frankfurt dar, das die Gutachter des Bundes im aktuellen Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 entwickelt haben. Die Engpässe im Zulauf auf den Hauptbahnhof Frankfurt, als einem der bedeutendsten Eisenbahnknoten Deutschlands, sollen damit zukunftsfähig aufgelöst und die Bahnsteigkapazität erhöht werden. 

Das Konzept geht von einer zweigleisigen Tunnelkonstruktion aus, die aus östlicher bzw. westlicher Richtung auf den Frankfurter Hauptbahnhof zuläuft und dort mit vier unterirdischen Gleisen an einen neuen Tiefbahnhof anschließt. Vom diesem aus soll dann der Umstieg zum bestehenden Kopfbahnhof möglich sein. Ähnlich wie in Zürich würde der bestehende Hauptbahnhof somit um einen Tiefbahnhof ergänzt werden. Damit soll auch verhindert werden, dass Frankfurt sein eigenes „Stuttgart 21“ bekommt. 

Für die Verantwortlichen hat der Fernbahntunnel den deutlichen Vorteil, dass Fernzüge zukünftig direkt den neuen Tiefbahnhof nutzen können. Die bisherigen zeitintensiven Wenden im heutigen Kopfbahnhof könnten so entfallen. Durch die zusätzlichen Gleise entfielen auch die Wartezeiten zwischen Zügen in der derzeitigen Zufahrt über die Main-Neckar-Brücke sowie beim Ein- und Ausfahren auf die oft belegten Bahnsteige. Die Fernverkehrszüge könnten dadurch rund sieben bis acht Minuten schneller durch den Frankfurter Knoten fahren. Nicht zuletzt würde auch der Nahverkehr von den frei werdenden Bahnsteigen und Gleisen im heutigen oberirdischen Bahnhof profitieren. Klingt angesichts der Tatsache, dass gerade zu Stoßzeiten voll besetzte Züge auf offener Strecke stehenbleiben, durchaus positiv! 

In der vom Bund finanzierten Studie, die jetzt von der DB Netz AG erarbeitet wird, soll in einem ersten Schritt die technische Machbarkeit eines Fernbahntunnels inklusive neuem Tiefbahnhof untersucht werden. Dabei geht es zunächst noch nicht um die eigentliche Planung des Projekts. Es wird vielmehr überprüft, ob eine Realisierung des Tunnels in unterschiedlichen Streckenführungen prinzipiell möglich ist und mit welchen technischen Rahmenbedingungen und Baugrundverhältnissen zu rechnen ist. In diesem Zusammenhang sollen insbesondere Grundsatzfragen vertieft untersucht, die Kostenschätzung überprüft und der Planungsprozess strukturiert werden. 

Auf Grundlage dieser Ergebnisse können dann seitens des Bundes Freigaben für die weiteren Planungsschritte gegeben werden. Untersucht werden im ersten Schritt auch die Auswirkungen des Vorhabens auf die Führung der Verkehrsströme und den Fahrplan (zum Beispiel den Deutschlandtakt) sowie die verschiedenen Möglichkeiten, wie der neue Fernbahntunnel an das vorhandene Schienennetz angebunden werden kann. Hierfür wurde ein vorläufiger Untersuchungsraum abgesteckt, der von der Niederräder Brücke über den Frankfurter Hauptbahnhof Richtung Osten bis nach Oberrad und Fechenheim führt. Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie sollen bis zum Ende des 1. Quartals 2021 vorliegen, sodass Bund und Bahn auf der Fulda-Konferenz im Frühjahr 2021 den Ablauf der weiteren Planungen festlegen können. 

Das im Bundesverkehrswegeplan aufgenommene Lösungskonzept des Bundes für den Schienenknoten Frankfurt mit dem Projekt Fernbahntunnel ergänzt das bisherige – in der Planung und Umsetzung befindliche – Infrastrukturausbauprogramm Frankfurt RheinMainplus der regionalen Akteure und der DB AG. 

Während der Bearbeitung der Machbarkeitsstudie wird die DB Netz AG als Vorhabenträgerin die bewährten Gremien von Frankfurt RheinMainplus über den Sachstand der Untersuchung unterrichten. Denn es ist ein gemeinsames und zielgerichtetes Vorgehen aller Beteiligten erforderlich, die der Vorhabenträgerin, DB Netz AG, für die Erreichung dieser Zielsetzungen ihre umfassende Unterstützung zugesichert haben. Hierzu wird die DB Netz AG aus den Mitgliedern der bewährten Gremien von Frankfurt RheinMainplus eine begleitende Arbeitsgruppe einrichten. Wie üblich wird auch der Bund durch BMVI und Eisenbahnbundesamt (EBA) eine enge Planungsbegleitung sicherstellen. Alle beteiligten Akteure eint der gemeinsame Wunsch nach einem zügigen und erfolgreichen Verlauf der Machbarkeitsstudie.

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