7 Films from Urban Africa: In den letzten Tagen der Stadt

Feste
Hafen 2
Event-Termine:
Eintritt: Freiwillige Eintritts-Spende: 5 Euro
Wo:
Hafen 2
Nordring 129
63067 Offenbach am Main

Kairo im Jahr 2009, zwei Jahre vor der ägyptischen Revolution. Khalid ist Filmemacher und arbeitet an einem Porträt seiner Heimatstadt. Immer wieder sieht er seine Bilder an, als warte er darauf, dass sie einen Sinn ergeben. Die Geschichten seiner Protagonist*innen scheinen von irgendwoher aus seinem Inneren zu stammen, in der Außenwelt sucht er nach Anknüpfungspunkten, doch je mehr er sucht, desto mehr scheinen sie zu verschwinden.


Nicht abrupt, sondern in Momenten voller Zartheit verabschiedet er sich von seiner Freundin, die ihn verlässt, von seiner kranken Mutter, von Freunden, die auf Besuch in der Stadt waren. Für sie stellt Kairo einen Fixpunkt da: Der Eine hat Bagdad verlassen und lebt als Flüchtling in Berlin, der Andere ist dort geblieben, der Dritte lebt im aufgewühlten Beirut. Als sie beschließen, Khalid Videomaterial aus ihren Städten zu schicken, geht es weniger darum, ihm bei seinem Film zu helfen, als dadurch die Verbindung zu etwas aufrechtzuerhalten, was sie noch in Kairo verorten, wohl wissend, dass es bereits ein Phantasma ist.


"Eine märchenhafte Suche nach der verlorenen Zeit und dabei ganz gegenwärtiges, hellwaches Kino. Ein Film der essayistisch ist, fiktional und dokumentarisch, ein Film über das Filmemachen, ein intimes Selbstportrait und eine Betrachtung des letzten Sommers vor der Revolution – nostalgisch, sinnlich, klug. Wie erzählt man im Kino das Universum einer Stadt? Diese Frage beantwortet dieser Film aufs Überzeugendste: nämlich fragmentarisch, mit wachem Auge sich dem Zufall hingebend und zugleich mit ausgefeilter Inszenierungskunst. Dies ist ein Film, der große Vorbilder kennt, ob sie nun Rossellini heißen, Godard, Chris Marker oder vielleicht auch Dominik Graf – der sich aber nie sklavisch von ihnen abhängig macht. Er zeigt indirekt und voller stilistischer List unter der Hand eine ganze Region, die viel zu Unrecht lange im Schatten lag, und jetzt zwar im Fokus liegt, aber von den Wolken der Dummheit und der Vorurteile wieder verdunkelt wird. Dieser Film ist ein Paradebeispiel dafür, dass es im Kino nicht darum geht, "politische Filme zu machen, sondern politisch Filme zu machen" (Godard). Das ist: Engagement und künstlerischer Aktivismus jenseits des allzu-Erwartbaren." (Begründung der Jury zur Verleihung des Caligari-Filmpreises 2016)


In den letzten Tagen der Stadt. Tamer el Seid, Deutschland/ Ägypten 2016


Textquelle und weitere Informationen zu dieser Veranstaltung unter:  www.hafen2.net/1-0-Programm.html

7 Films from Urban Africa: In den letzten Tagen der Stadt
Veranstaltungsort
Oktober 2017
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