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König der Tiere. Wilhelm Kuhnert und das Bild von Afrika

Ausstellung
Schirn Kunsthalle
Event-Termine:
Eintritt: 9,00 Euro, erm. 7,00 Euro
Wo:
Schirn Kunsthalle
Römer­berg
60311 Frank­furt am Main

Die Schirn Kunsthalle Frankfurt präsentiert die erste große Retrospektive zum Leben und Werk des Malers Wilhelm Kuhnert. 


Wie kein anderer Maler seiner Zeit hat Wilhelm Kuhnert (1865–1926) die Vorstellung von Afrika in Europa wie auch in den USA geprägt. Als einer der ersten europäischen Künstler bereiste er Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts mehrmals die zu dieser Zeit noch weitgehend unerforschte damalige Kolonie Deutsch-Ostafrika. Die auf diesen Reisen entstandenen Zeichnungen und Ölskizzen der dortigen Tier- und Pflanzenwelt dienten ihm als Vorlagen für monumentale Gemälde, die er nach der Rückkehr in seinem Atelier in Berlin anfertigte. Kuhnert stellte international mit großem Erfolg aus und wurde so zum führenden Interpreten der afrikanischen Tierwelt. Die Schirn Kunsthalle Frankfurt präsentiert vom 25. Oktober 2018 bis 27. Januar 2019 mit rund 120 Werken die erste große Retrospektive zum Leben und Werk des Künstlers. Die Ausstellung vereint neben Studien und Gemälden aus europäischen und amerikanischen Museen, Privatsammlungen und dem Nachlass Kuhnerts auch zahlreiche Druckund Werbegrafiken sowie Publikationen des Künstlers.


Die Ausstellung beleuchtet Kuhnerts Werk sowohl vor dem Hintergrund der Kunst- und Naturwissenschaftsgeschichte als auch der deutschen Kolonialgeschichte. Der an der Königlich Akademischen Hochschule für Bildende Künste in Berlin ausgebildete Tier- und Landschaftsmaler interessierte sich bereits früh für afrikanische Wildtiere, deren Aussehen und Verhalten er zunächst nur im Berliner Zoo aus nächster Nähe studieren konnte. Zoologische Gärten waren bereits um die Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden. Sie spiegelten Erkenntnisgewinn und wissenschaftlichen Fortschritt, Weltneugier und imperialistische Bestrebungen des bürgerlichen Zeitalters. Zeitgleich wuchs der Markt für Tiergemälde und -skulpturen, da die junge, aufstrebende Künstlergeneration des späten 19. Jahrhunderts mit diesem Thema ein Tätigkeitsfeld betreten konnte. Neben formalistischen Aspekten und dem Reiz des Neuen aber trafen diese Kunstwerke auch einen Nerv der Zeit: Besonders Darstellungen von Löwen, Tigern oder Elefanten galten als Sinnbilder für Stärke, Herrschaft und Überlegenheit und vermittelten das Lebensgefühl einer Gesellschaft, die nach ihrem machtpolitischen „Platz an der Sonne“ strebte. Die Vorstellung vom Tier wurde zum Vexierbild des Menschen: Einerseits war das Tier Vorbild natürlicher – und damit ebenso göttlicher wie gesellschaftlicher und politischer – Ordnung, andererseits Wunschbild unbewusster, wilder Freiheit, ein Gegenbild zur bürgerlichen Existenz. Die


Weitere Informationen zu dieser Ausstellung: www.schirn.de/fileadmin/SCHIRN/Presse/Texte_deutsch_2018/Schirn_Presse_Koenig_der_Tiere_dt.pdf

 

Führungen: Dienstag 15 Uhr, Mittwoch 20 Uhr, Donnerstag 19 Uhr, Samstag 15 Uhr, Sonntag 17 Uhr

 

Textquelle und weitere Informationen zu dieser Veranstaltung: www.schirn.de/fileadmin/SCHIRN/Presse/Texte_deutsch_2018/Schirn_Presse_Koenig_der_Tiere_dt.pdf

König der Tiere. Wilhelm Kuhnert und das Bild von Afrika
Veranstaltungsort
Januar 2019
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