MARIA MAGDALENA. SIN. PRAY. LOVE.

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Maria Magdalena zwischen Religion, Kunst und Popkultur
Event dates:
Where:
Städel Museum
Schaumainkai 63
60596 Frankfurt am Main

17. September 2026 bis 17. Januar 2027
Städel Museum, Frankfurt

Heilige, Sünderin, Apostelin, Verführerin: Kaum eine Frauengestalt der europäischen Kulturgeschichte wurde über die Jahrhunderte so unterschiedlich gesehen wie Maria Magdalena. Mit „Maria Magdalena. Sin. Pray. Love.“ widmen ihr das Städel Museum eine große Ausstellung.

Hinter dem Bild, das viele von Maria Magdalena haben, steckt eine lange Geschichte von Zuschreibungen. In den Evangelien ist sie eine enge Begleiterin Jesu und die erste Zeugin seiner Auferstehung. Erst spätere Auslegungen machten aus ihr zunehmend die reuige Sünderin und schließlich eine Projektionsfläche für Vorstellungen von Weiblichkeit, Sexualität, Schuld und Moral.

Mehr als 100 Gemälde, Skulpturen und Grafiken führen vom Mittelalter bis in die Gegenwart und zeigen, wie jede Epoche ihr eigenes Bild von Maria Magdalena geschaffen hat. Damit erzählt die Ausstellung zugleich viel darüber, wie sich der Blick auf Frauen, ihre Rolle und ihren Körper im Laufe der Jahrhunderte verändert hat.

Dass das alles keineswegs nur weit zurückliegende Kunstgeschichte ist, wird spätestens beim Anblick von Kim Kardashian deutlich. Der amerikanische Fotograf David LaChapelle inszeniert den Reality- und Social-Media-Star in seinem großformatigen Werk „Mary Magdalene, Abiding Lamentation“ von 2018 als moderne Maria Magdalena. Vor einem fast kosmisch wirkenden Hintergrund blickt Kardashian nach oben, silberne Tränen laufen über ihr Gesicht. Sie ist nackt dargestellt, ihr langes Haar und ihre Inszenierung greifen dabei bewusst die jahrhundertealte Bildtradition der Maria Magdalena auf.

Popkultur trifft hier auf Religion und Kunstgeschichte. Gerade dieser Sprung von jahrhundertealten Darstellungen zu einer der bekanntesten Frauen unserer Gegenwart macht deutlich, warum Maria Magdalena bis heute fasziniert: Immer wieder wurde sie zum Spiegel dessen, was eine Gesellschaft über Frauen, Schönheit, Sexualität, Schuld oder Selbstbestimmung dachte.

Die Ausstellung stellt deshalb auch Fragen, die erstaunlich gegenwärtig wirken: Wer bestimmt eigentlich, welches Bild von einer Frau bleibt? Welche Rollen werden Frauen zugeschrieben? Und was passiert, wenn Künstlerinnen und Künstler diese Bilder neu erzählen?

„Maria Magdalena. Sin. Pray. Love.“ ist die erste umfassende Ausstellung im deutschsprachigen Raum, die sich dieser außergewöhnlichen Figur in dieser Breite widmet. Zu sehen ist sie bis zum 17. Januar 2027 im Städel Museum.

Wo:
Städel Museum
Schaumainkai 63
60596 Frankfurt am Main

Wann:
17. September 2026 bis 17. Januar 2027

Alle Infos und Tickets

Tipp

Wer bei Maria Magdalena nur an eine biblische Figur denkt, dürfte überrascht sein. Die Ausstellung zeigt, wie sehr ihr Bild über Jahrhunderte immer wieder neu erfunden wurde, bis hin zu David LaChapelles Inszenierung von Kim Kardashian. Spannend, klug und deutlich gegenwärtiger, als man zunächst vermuten würde.

MARIA MAGDALENA. SIN. PRAY. LOVE.
September 2026
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