Event-Termin:
12.09.2026 | 11:00–22:00 Uhr
Wo:
Teilnehmende Wasserhäusjer im gesamten Frankfurter Stadtgebiet
Frankfurt am Main
Am 12. September 2026 feiert Frankfurt erstmals einen offiziellen Wasserhäusje-Tag. Von 11 bis 22 Uhr stehen die Büdchen und Trinkhallen im Mittelpunkt, die seit Generationen zum Stadtbild und zum Alltag in den Quartieren gehören. Der Aktionstag macht ihre kulturelle und soziale Bedeutung sichtbar und lädt dazu ein, die besondere Frankfurter Wasserhäusje-Kultur neu zu entdecken.
Wasserhäusjer sind weit mehr als Verkaufsstellen für Getränke, Süßigkeiten und Dinge des täglichen Bedarfs. Sie sind Treffpunkte der Nachbarschaft, Orte für spontane Gespräche und kleine Pausen vom Alltag. Hier kennt man sich, kommt miteinander ins Gespräch oder beobachtet einfach für einen Moment das Leben im Viertel. Manche Wasserhäusjer bestehen seit Jahrzehnten, andere wurden in den vergangenen Jahren neu belebt. Jedes hat seine eigene Geschichte und seinen eigenen Charakter.
Vom Verkaufsstand zum Quartiers-Wohnzimmer
Die ersten Frankfurter Wasserhäuschen entstanden in den 1870er Jahren. Ursprünglich dienten sie der Versorgung der Bevölkerung mit Wasser und Milch. Im Laufe der Zeit entwickelten sich die freistehenden Trinkhallen zu festen Bestandteilen des Frankfurter Stadtbildes. Ihre ursprüngliche Funktion hat sich verändert, ihre Bedeutung für die Nachbarschaften ist jedoch geblieben.
Heute gelten viele Wasserhäusjer als eine Art Quartiers-Wohnzimmer. Sie schaffen niedrigschwellige Begegnungsorte im öffentlichen Raum, an denen Menschen unterschiedlicher Generationen und Lebenswelten zusammenkommen. Gerade darin liegt ihre Besonderheit: Man muss nichts planen, sich nicht anmelden und keinen bestimmten Anlass haben. Man geht vorbei, bleibt kurz stehen und ist für einen Moment Teil des Viertels.
Der Wasserhäusje-Tag würdigt diese alltäglichen und doch außergewöhnlichen Orte. Gleichzeitig setzt er ein Zeichen für ihren Erhalt und für die Menschen, die sie mit viel persönlichem Einsatz betreiben.
Wasserhäuschen und die Stadt
Begleitet wird der Aktionstag vom Projekt „Wasserhäuschen und die Stadt“, das im Rahmen der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 entstanden ist. Eine interdisziplinäre Projektgruppe untersucht, was sich von den Wasserhäusjern über Gemeinschaft, Fürsorge und die Gestaltung öffentlicher Räume lernen lässt.
Dafür werden Methoden aus Wissenschaft, Architektur, Gestaltung, Stadtforschung und Kunst miteinander verbunden. Beobachtungen, historische Recherchen und Gespräche mit lokalen Akteurinnen und Akteuren ergeben ein vielstimmiges Porträt der Frankfurter Wasserhäuschen.
Die Ergebnisse sollen beim Wasserhäusje-Tag präsentiert werden. Texte, Fotografien, Filme, Karten, Gespräche, Objekte und Kunstwerke zeigen die Wasserhäusjer aus unterschiedlichen Perspektiven und erzählen von ihrer Geschichte, ihrer Bedeutung für die Quartiere und ihrer möglichen Zukunft.
Frankfurt trifft sich am Wasserhäusje
Der erste Wasserhäusje-Tag soll die Aufmerksamkeit auf eine Stadtkultur lenken, die für viele Frankfurterinnen und Frankfurter selbstverständlich zum Alltag gehört. Im Mittelpunkt stehen nicht nur die Büdchen selbst, sondern auch ihre Betreiberinnen und Betreiber, ihre Stammgäste und die Nachbarschaften, die diese Orte prägen.
Welche Wasserhäusjer teilnehmen und welches Programm an den einzelnen Standorten angeboten wird, gibt der Veranstalter noch bekannt. Aktuelle Informationen werden auf der offiziellen Webseite veröffentlicht.
Weitere Informationen:
wasserhaeusjetag.de
#wasserhäusje26





