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10 Milliarden – Wie werden wir alle satt?

10 Milliarden – Wie werden wir alle satt?

Deutschland 2014

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Genre:Dokumentarfilm
Regie:Valentin Thurn
Kinostart:16.04.2015
Produktionsland:Deutschland 2014
Laufzeit:ca. 107 Min.
FSK:ab 0 Jahren
Webseite:www.10Milliarden-derfilm.de
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Während die natürlichen Ressourcen unseres Planeten dem Ende zuneigen, wächst die Weltbevölkerung stetig weiter. Bis zum Jahr 2050 wird sie auf zehn Milliarden Menschen angewachsen sein. Zehn Milliarden Menschen, die vor allem eines brauchen: Nahrung! Doch woher soll die kommen, wenn schon jetzt viel zu viele Menschen hungern müssen? Sind Gen-Technik und industrielle Zuchtanlagen die Lösung? Ist der Verzehr von Insekten als Proteinquelle eine sinnvolle Alternative? Oder muss in Zukunft vielleicht Jeder sein Essen selbst anbauen? In seiner neuesten Dokumentation "10 Milliarden – Wie werden wir alle satt?" geht Bestseller-Autor und Filmemacher Valentin Thurn ("Taste the Waste") diesen Fragen auf den Grund. Er hinterfragt die Grundlagen der Lebensmittelproduktion, untersucht die Ausbeutung knapper Ressourcen und sucht gleichzeitig nach hilfreichen und sinnvollen Lösungsansätzen. Das Ergebnis ist erschütternd, zeigt aber auch, dass es noch nicht zu spät ist, etwas zu ändern.

Der Film mahnt und erspart dem Zuschauer auch nicht viele sehr unangenehme Bilder, gerade die Massentierhaltung betreffend. Und dennoch betreibt Thurn keine einseitige Anklage mit erhobenem Zeigefinger, sondern versucht, alle Facetten des Themas sachlich zu beleuchten. Und gerade weil er sich mit der Wertung des gezeigten sehr zurückhält, wirken die Bilder umso intensiver. Der Film schafft es so, aufzurütteln und zumindest kurzzeitig ein Nach- oder sogar Umdenken beim Zuschauer auszulösen. Das ist freilich noch lange nicht genug, denn damit sich wirklich etwas verändert, müsste sich die Einstellung der meisten Menschen zum Essen grundlegend ändern. Doch – und auch das macht der Film sehr schön deutlich – jeder Schritt weg von eingefahrenen Verhaltensweisen, und sei er auch noch so klein, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Natürlich steht diese Botschaft ganz eindeutig im Vordergrund des Films. Doch davon abgesehen ist es einfach extrem interessant zu sehen, wie sich Landwirtschaft, Forschung, Technik und auch ganz einfache Menschen mit dem Problem der drohenden Lebensmittelknappheit stellen. Das gewinnt besonderen Reiz etwa durch die Gegenüberstellung von eher ursprünglichen Anbaumethoden von Gemüse und industriellen Zuchtstraßen, von Massentierhaltung und künstlicher Züchtung von Fleisch mit Hilfe von Stammzellen oder auch dem internationalen Spekulieren mit nahrungsmittelpreisen und einem Konzept, in dem sich kleinere Kommunen von der großen Finanzwirtschaft abzukoppeln versuchen. Zu jedem Beispiel gibt es einen Gegenentwurf, der nicht unbedingt besser sein muss, der aber zeigt, dass die Lage nie alternativlos ist.

"10 Milliarden – Wie werden wir alle satt?" ist handwerklich gesehen eine sehr gute Dokumentation und inhaltlich ein äußerst wichtiger Film. Valentin Thurn versucht dieses extrem wichtige Thema, vor dem noch zu viele Menschen die Augen verschließen, nicht zu emotional aufzuarbeiten, sondern sachlich die Fakten auf den Tisch zu legen. Welche Schlüsse und Konsequenzen man daraus zieht, bleibt jedem Zuschauer selbst überlassen. Eines aber dürfte Jedem am Ende des Films klar sein: so wie bisher kann und darf es nicht weiter gehen, damit in ein paar Jahrzehnten nicht nur die ganz privilegierten, sondern alle Menschen satt werden, ohne dass unser ohnehin sehr fragiles Ökosystem endgültig zusammenbricht. Sicherlich, der Film ist ein wenig unbequem, aber genau deshalb verdient er auch ein: Absolut sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "10 Milliarden – Wie werden wir alle satt? (Deutschland 2014)"
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