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Alien: Covenant

Alien: Covenant

USA 2017 - mit Michael Fassbender, Katherine Waterston, Billy Crudup, Danny McBride, Demian Bichir u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Alien: Covenant
Genre:Sci-Fi, Thriller, Horror
Regie:Ridley Scott
Kinostart:18.05.2017
Produktionsland:USA 2017
Laufzeit:ca. 122 Min
FSK:ab 16 Jahren
Webseite:www.fox.de/alien-covenant
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Zehn Jahre sind vergangen, seitdem die Crew der "Prometheus" auf ihrer Mission zum Mond LV-223 verschwunden ist. Nun ist ein weiteres Raumschiff in den Tiefen des Weltalls unterwegs. Dieses Mal wurde die "Covenant" auf dem Weg zu einem erdähnlichen Planeten, um hier die Kolonisation durch die Menschen vorzubereiten. Als die Crewmitglieder durch eine Beschädigung der Sonnensegel frühzeitig aus dem künstlichen Tiefschlaf geweckt werden, fällt ihnen ein nahe gelegener Planet auf, der sich ebenfalls für einen neuen Lebensraum für die Menschheit eignen könnte und sehr viel näher liegt, als das eigentlich anvisierte Ziel, beschließt das Team, einen kleinen Abstecher auf diese Welt zu wagen. Alles scheint perfekt zu sein – bis einer aus der Crew plötzlich Symptome einer mysteriösen Erkrankung zeigt. Und plötzlich bricht über die Siedler ein Alptraum ungeahnten Ausmaßes herein…

Mit "Alien: Covenant" setzt Ridley Scott den "Alien"-Prequel Pfad fort, den er 2012 mit "Prometheus" eingeschlagen hat. Für alle, die von dem ersten Teil der Vorgeschichte zu einem der unbestreitbar besten Science-Fiction Filme aller Zeiten unzufrieden waren, gibt es eine gute, aber auch eine schlechte Nachricht. Die Gute ist, dass der neue Film der beste in dem Franchise seit James Camerons "Aliens" ist. Der Film sieht fantastisch aus und hat einige blutige Auftritte der Xenomorph, der Mutter aller Aliens, zu bieten. Die schlechte Nachricht aber ist, dass der Film zu gleichen Teilen auch die philosophischen Aspekte, die bereits in "Prometheus" angerissen wurden, weiter ausbaut. Das hat zur Folge, dass die Action und die Spannung, die Scott hier immer wieder sehr effektiv aufbaut, regelmäßig ausgebremst werden. Dadurch wird ein stimmiges Gesamtbild verhindert, was die Wirkung des Ganzen am Ende leider deutlich schmälert.

Dazu kommt, dass die Geschichte dem "Alien"-Universum nicht wirklich überzeugende neue Facetten abgewinnen kann. Vielmehr wird hier eine Erklärung für die Entstehung der Xenomorph geliefert, die zwar recht interessant klingen mag, die bei genauerer Überlegung aber wirklich komplett schwachsinnig ist und leider auch einen negativen Effekt auf die großartigen ersten beiden Teile der Reihe haben. Das weckt schmerzhafte Erinnerungen an den Versuch von George Lucas, in den "Star Wars" Prequels die Macht durch die sogenannten Midi-Chlorians zu erklären. Manche Dinge sollte man vielleicht lieber unerklärt lassen.

Dazu kommt noch das völlig unsinnige und leichtsinnige Verhalten einiger Crewmitglieder, das die Frage aufwirft, ob es vor dem Start der Mission auch nur eine Schulung für das Verhalten auf einem fremden Planeten gegeben hat. Diese eklatante Drehbuchschwäche ist umso ärgerlicher, da die Crew der "Covenant" wesentlich interessanter ist, als die der "Prometheus" – auch wenn die den großartigen Idris Elba dabei hatte.

"Alien: Covenant" funktioniert immer dann, wenn der Film zu waschechtem Horror mutiert. Und auch die Szenen, in denen Michael Fassbender mit bzw. gegen sich selbst spielen darf, sind ganz großes Kino. Visuell ist der Film absolut großartig und auch die Atmosphäre, die Scott hier von Anfang an aufbaut, macht deutlich, dass der Filmemacher noch immer das in sich hat, was seinen 1979er SciFi Klassiker so besonders gemacht hat. Doch leider will die Mischung aus Alien-Horror und tiefenpsychologischer Abhandlung über den Ursprung des Lebens nur bedingt funktionieren. Keine Frage, trotz all seiner Schwächen ist "Alien: Covenant" ein guter, stellenweise sogar sehr guter Film. Allerdings schlummert in ihm ein Meisterwerk, das Scott durch schlechte Drehbuchentscheidungen zerstört hat. Ob das mit dem nächsten Prequel, das bereits angekündigt ist, wieder ausgebessert werden kann, bleibt abzuwarten. Fakt ist, dass die Qualitätskurve nach dem ordentlichen, aber doch irgendwie enttäuschenden "Prometheus" nach oben zeigt. Und wenn sich dieser Trend fortsetzt, dann könnte das dritte Prequel endlich der "Alien"-Film werden, auf den Fans seit Camerons Fortsetzung von 1986 warten. Insgesamt gibt es aber auch jetzt schon ein klares: Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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