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Der Turm – DVD

Der Turm – DVD

Deutschland 2012 - mit Jan Josef Liefers, Claudia Michelsen, Sebastian Urzendowsky, Nadja Uhl, Götz Schubert u.a

Filminfo

Genre:Drama
Regie:Christian Schwochow
Verkaufsstart:05.10.2012
Produktionsland:Deutschland 2012
Laufzeit:ca. 172 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Anzahl der Disc:1
Sprachen:Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:Keine
Bildformat:16:9 (1.78:1)
Extras:Keine
Regionalcode:2
Label:Universum Film
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Film: Der renommierte Chirurg Richard Hoffmann (Jan Josef Liefers) führt mit seiner Familie ein scheinbar harmonisches Leben im Dresdner Turmviertel. Doch hinter der Fassade bröckelt es gewaltig. Richard, der hofft, Nachfolger des scheidenden Klinikchefs zu werden, hat heimlich eine Affäre mit der Sekretärin Josta Fischer (Nadja Uhl), mit der er sogar eine uneheliche Tochter hat. Bislang konnte er sein Doppelleben vor seiner Frau Anne (Claudia Michelsen) und seinem Sohn Christian (Sebastian Urzendowsky) verbergen. Doch eine falsche Entscheidung aus Richards Vergangenheit holt ihn ein und sein sorgsam aufgebautes Doppelleben scheint ihm nun zum Verhängnis zu werden.

Christian plant derweil, beruflich in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Doch für einen Studienplatz in Medizin muss er sich "freiwillig" für den Dienst bei der NVA verpflichten. Doch dem Druck, der bei der Volksarmee herrscht, kann der Junge nicht standhalten und so landet er nach einiger Zeit sogar im Militärgefängnis. Auch sein Onkel Meno (Götz Schubert), der als Lektor für ein Dresdner Verlag arbeitet, spielt mit seiner Freiheit. Seine Aufgabe ist im Prinzip nichts anderes als die Durchsetzung von staatlicher Zensur. Als er die systemkritische Schriftstellerin Judith Schevola (Valery Tscheplanowa) kennen lernt und sieht, welche Folgen seine Arbeit hat, entwickelt er eine Form von Zivilcourage, die ihm sehr gefährlich werden könnte…

Christian Schwochow ("Die Unsichtbare") hat sich an die extrem schwierige Aufgabe gewagt, Uwe Tellkamps gefeierten Bestseller "Der Turm" zu verfilmen. Für seine aufwendige Adaption stand ihm nicht nur ein hochkarätiges Darstellerensemble zur Verfügung. Auch hatte er mit knapp drei Stunden recht viel Zeit, die fast 1000 Seiten umfassende Geschichte zu erzählen. Zwar mussten einige Handlungsstränge des Romans gekürzt oder ganz weggelassen werden und auch nicht alle Figuren sind ähnlich sorgsam ausgearbeitet, wie das im Buch der Fall ist. Dennoch kann Schwochows Verfilmung als absolut gelungen bezeichnet werden.

Das liegt in erster Linie an dem sehr guten Drehbuch, das es sehr gut schafft, die enorme Komplexität des Romans zu komprimieren und zu einem mitreißenden Familiendrama zu verdichten. Dieses erweist sich als sehr viel zugänglicher, als der mitunter schon recht sperrige Roman. Thomas Kirchner, der sich für die Adaption verantwortlich zeigt, hat sehr gut verstanden, dass ein (Fernseh-)Film eine ganz andere Sprache sprechen muss, als die Buchvorlage. Denn während der Leser etwa direkt über einzelne Sätze und deren tiefer liegende Bedeutung reflektieren kann, bleibt dafür beim Ansehen eines Films freilich nur wenig Zeit. Daher musste die Adaption schlichter ausfallen, was der dramaturgischen Stärke der Geschichte freilich keinen Abbruch getan hat.

Neben der guten Umsetzung der Geschichte ist auch die erstklassige Besetzung eine weitere große Stärke des Zweiteilers. Obwohl Jan Josef Liefers die größte und auch zentralste Rolle des Films innehat, ist das Ganze ein echtes Ensemblestück, bei dem auch kleinere Rollen von enormer Wichtigkeit sind. So können auch Nebendarsteller wie Nadja Uhl, Valery Tscheplanowa oder Josephin Busch wirklich glänzen können. Den nachhaltigsten Eindruck bei den Hauptfiguren hinterlässt Götz Schubert ("Tage die bleiben") als Meno Rohde. Die Szene, in der er versucht für Judith Schevola ein Manuskript in den Westen zu bringen, ist Dank seiner überzeugenden Darstellung einer der intensiveren Momente dieses Dramas.

"Der Turm" ist eine packende Familiengeschichte, eine überzeugende Literaturadaption und anspruchsvolle Fernsehunterhaltung, die dramaturgisch wie visuell vielen deutschen Kinoproduktionen weit überlegen ist. Wer den Zweiteiler im TV verpasst hat oder gerne noch einmal sehen möchte, dem kann diese DVD wärmstens ans Herz gelegt werden. Absolut sehenswert!

Bild + Ton: Da zum Test nur ein datenreduziertes Pressemuster zur Verfügung stand, kann über die finale Bild- und Tonqualität an dieser Stelle keine Wertung abgegeben werden.

Extras: Bonusmaterial hat die DVD leider nicht zu bieten.

Fazit: "Der Turm" ist eine sehr gelungene Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Uwe Tellkamp, die es schafft, die komplexe Geschichte zu einem mitreißenden Familien-Drama zu kompensieren, das mit einer stimmigen Ausstattung, einer dichten Dramaturgie und ganz besonders mit guten Darstellern überzeugen kann. Dass die technisch gut umgesetzte DVD keinerlei Bonusmaterial zu bieten hat, fällt da kaum negativ ins Gewicht. Für Freunde anspruchsvoller TV-Unterhaltung aus Deutschland absolut empfehlenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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