Uwe Boll schlägt wieder zu! Der deutsche "Regisseur", der sich mit zahlreichen Videospielverfilmungen einen Ruf als Meister des modernen Trash-Kinos aufgebaut hat, durfte für seinen neuesten Streich ein gehöriges Budget verpulvern. Und mit Jason Statham, Burt Reynolds, Ray Liotta oder auch Ron Pearlman hat er sogar einige vielversprechende Namen auf der Besetzungsliste stehen. Herr Dr. Boll wird doch nicht etwa einen anständigen Film auf die Leinwand gebracht haben???
"Schwerter des Königs – Dungeon Siege" spielt im Königreichtum Ehb, das düsteren Zeiten entgegen sieht. Dem dunklen Zauberer Gallian (Ray Liotta) ist es gelungen, die grausamen Krugs, eine unerbittliche Rasse von animalischen Kriegern, auf seine Seite zu ziehen. Mit ihrer Hilfe will er das ganze Land plündern und brandschatzen – Gefangene werden entweder sofort getötet oder versklavt.
Der einfache Bauer Farmer (Jason Statham), wird in den Kampf gegen die Krugs gezogen, als diese seinen Sohn töten und seine Frau Solana (Claire Forlani) entführen. Mit seinem Freund Norick (Ron Pearlman) und dem alternden Zauberer Merick (John Rhys-Davies) zieht er los, um seine Frau zu befreien. Doch was Farmer noch nicht ahnt, ist, dass seine Rolle im Kampf um das Königreich noch sehr viel größere Ausmaße annehmen wird...
Keine Frage: "Schwerter des Königs – Dungeon Siege" ist Uwe Bolls bislang bester und unterhaltsamster Film. Diese Aussage wiegt allerdings ungefähr genauso viel, als würde ich behaupten, dass ich heute die bislang angenehmste narkosefreie Wurzelbehandlung meines Lebens hatte – wirklich angenehm wird sie dadurch auch nicht. Boll mag ein guter Geschäftsmann sein. Anders lässt es sich nicht erklären, dass er immer wieder Geldgeber für seine Machwerke findet. Doch selbst mit hohem Budget und guten Darstellern lässt sich eines nicht verbergen: Boll ist einfach kein guter Filmemacher. Oder anders gesagt: Boll ist eigentlich gar kein Filmemacher. Denn ihm fehlt einfach jeder Sinn dafür, seine Schauspieler zu führen, eine gute Geschichte zu erzählen oder spannende Action zu inszenieren.
Die gelangweilten Gesichter von Ray Liotta und Burt Reynolds sind eindeutiger Beleg dafür, dass die Darsteller nicht wirklich mit voller Hingebung bei der Sache waren. Und Jason Stathams Spiel, das in Filme wie "Crank" oder "Transporter" perfekt passt, wirkt hier absolut deplaziert und einfach nur peinlich. Schlimmer aber ist, dass Boll derart dreist alle Ideen bei anderen Filmen geklaut hat, von der Musik über die Special Effects hin bis zu ganzen Einstellungen, dass man nicht umhin kommt, sich als Zuschauer überhaupt nicht ernst genommen zu fühlen. Wenn ich 7 Euro für eine Kinokarte ausgebe, kann ich eigentlich schon erwarten, dass sich der Regisseur zumindest ein bisschen Mühe gibt und zumindest versucht, seine eigene Ideenlosigkeit zu kaschieren. Boll unternimmt einen solchen Versuch allerdings nicht. Wären dann wenigstens die Actionsequenzen gelungen, könnte darüber ja noch gerade so hinweg gesehen werden.
Aber auch hier ist wieder B-Qualität angesagt. Einige Sequenzen scheinen sich immer wieder zu wiederholen und beim großen Finale hat der mächtige Zauberer nichts besseres zu tun, als der starken Helden mit Büchern zu attackieren. Wie da mitreißende Spannung aufkommen soll, bleibt ein Rätsel. Sicherlich: wer sich eine Kinokarte für einen Uwe Boll Film löst, kann keine großen Erwartungen an das haben, was über die Leinwand läuft. Und dann hat "Schwerter des Königs – Dungeon Siege" auch einen nicht zu leugnenden Unterhaltungswert. Aber ganz objektiv gesehen, ist auch dieses Boll-Werk wieder nur Zelluloid-Abfall ohne Inspiration, ohne einen Hauch von Originalität und mit viel verschwendetem Talent. Schade ums Geld!
Originaltitel: In the Name of the King: A Dungeon Siege Tale
Regie: Uwe Boll
Länge: ca. 127 Min.
FSK: ab 12 Jahren
Ein Artikel von Sebastian Betzold