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Total Recall

Total Recall

USA 2012 - mit Colin Farrell, Kate Beckinsale, Jessica Biel, Bryan Cranston, Bill Nighy, John Cho u.a

Filminfo

Originaltitel:Total Recall
Genre:Sci-Fi, Action, Thriller
Regie:Len Wiseman
Kinostart:23.08.2012
Produktionsland:USA 2012
Laufzeit:ca. 118 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.total-recall-film.de
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Mit seiner Verfilmung der Kurzgeschichte "We Can Remember it For You Wholesale" von Kultautor Philip K. Dick hat Regisseur Paul Verhoeven 1990 einen echten Kulthit inszeniert. Das Arnold Schwarzenegger Vehikel "Total Recall" zeichnete sich nicht nur durch bis ins Absurde überzeichnete Brutalität, sondern auch durch jede Menge Ironie und bitterem Sarkasmus aus. Auch wenn der Film aufgrund von Schwarzeneggers Spiel und den etwas veraltet wirkenden Effekten heute von Einigen als arg trashig bezeichnet wird, ist der Sci-Fi Hit, der bis vor Kurzem in Deutschland in ungeschnittener Form auf dem Index stand, ein weitaus tiefgründigerer Spaßfilm, als das bei oberflächlicher Betrachtung den Anschein haben mag. Daher ließ die Ankündigung, dass "Underworld"-Regisseur Len Wiseman ein Remake inszenieren würde, zunächst nichts wirklich Gutes erahnen.

Denn Wiseman verzichtet genau auf die Elemente, die "Total Recall" zum Kult gemacht haben: seine überzogenen Gewaltszenen und seine bissige Ironie. Die Geschichte dagegen bleibt in ihrem Grundgerüst gleich: Nachdem weite Teile der Erde durch den Einsatz von Atomwaffen unbewohnbar geworden sind, leben die Menschen nur noch an zwei Orten: der Vereinten Föderation von Britannien und im ehemaligen Australien, jetzt nur noch "die Kolonie" genannt. Hier leben die einfachen Arbeiter, die Tag für Tag durch ein riesiges Tunnelsystem zu ihren Job ins ehemalige England transportiert werden. Einer dieser Arbeiter ist Douglas Quaid (Colin Farrell), dem eigentlich nur die Liebe zu seiner Frau Lori (Kate Beckinsale) durch den tristen Alltag rettet. Doch eines Tages trifft Quaid eine Entscheidung, die sein Leben komplett aus den Fugen heben wird: er will sich bei Rekall, einer Firma, die ihren Kunden die perfekten Erinnerungen verspricht, auf einen abenteuerlichen Mind-Trip begeben, der auf eigentlich ungefährliche Art Abenteuer und Würze in sein Leben bringt. Doch kurz bevor die von ihm gewünschte Erinnerung eines Lebens als Geheimagent implantiert werden kann, wird Rekall plötzlich von der Polizei gestürmt – und Quaid wird zum Gejagten. Er verfügt plötzlich über Fähigkeiten, die ihm völlig fremd sind, und Alles, was für ihn Realität zu sein scheint, muss er in Frage stellen. Doch ist das Ganze vielleicht nur ein Teil des Mind-Trips. Sitzt er vielleicht noch bei Rekall auf dem Stuhl und durchlebt nur einen lebensechten Traum? Oder ist er wirklich eine Schlüsselfigur in einem Kampf, der das Schicksal der ganzen Welt entscheiden könnte?

Anders als Verhoevens Film spielt Len Wisemans Version von "Total Recall" nicht auf dem Mars, sondern vollständig auf der Erde. Daher gibt es hier auch keine Mutanten – von der legendären dreibrüstigen Prostituierten, die auch hier einen Auftritt hat, einmal abgesehen. Doch das sind nicht die einzigen Unterschiede, mit denen sich Wiseman von dem beliebten Original abgrenzen will. So verzichtet er nicht nur auf fast jede Form von Humor, auch seine Gewaltdarstellung ist sehr viel zahmer ausgefallen, als das bei Verhoevens Adaption der Kurzgeschichte der Fall gewesen ist. Natürlich wurde der Film damit eines gewissen Spaßpotentials beraubt. Doch es gelingt dieser 2012er Version dennoch, auf ihre ganz eigene Art gut zu funktionieren.

Das liegt zum einen natürlich an der technisch erstklassigen Optik. Mit diversen Anleihen an andere Genrevertreter, von Verhoevens Original über Spielbergs "Minority Report" bis hin zu Ridley Scotts "Blade Runner", geschmückt, gelingt es dieser düsteren Zukunftsvision immer wieder, den Zuschauer zu faszinieren und hier und da sogar ein kleines Staunen hervor zu rufen. Sicherlich, revolutionär ist das Ganze nicht. Doch dank einiger sehr origineller Details macht es einfach Spaß, in diese Zukunftswelt einzutauchen.

Zum anderen funktioniert diese Neuinterpretation der Geschichte aber auch, da Farrell die fehlende Ironie von Schwarzeneggers Rolle mit einem handwerklich besseren Spiel wieder wettmacht. Obwohl Effekte und Action das Geschehen dominieren, lässt sich Colin Farrell nicht völlig davon an die Wand spielen, sondern gibt den Mann auf der Suche nach der "totalen Erinnerung" sowohl in den physischen, als auch in den eher dramaturgischen Momenten sehr überzeugend. Der eigentliche Star des Films ist aber Wisemans Ehefrau Kate Beckinsale, die als Quaids schlagkräftige "Ehefrau" eine nicht nur optisch sehenswerte Performance abliefert. Beckinsale hatte offensichtlich großen Spaß daran, einmal einen echten Bösewicht zu spielen, was allerdings zur Folge hat, dass Jessica Biel neben ihr völlig blass bleibt.

Mit einigen netten Anspielungen auf die aktuelle wirtschaftliche und politische Weltpolitik und der dann doch leicht satirisch anmutenden Entscheidung, ausgerechnet Australien als "Kolonie" und Britannien als eigentliches Herrschaftsreich zu bezeichnen, kann "Total Recall" dann trotz einiger recht seichter Dialoge und vorhersehbaren Handlungswendungen auch inhaltlich überzeugen. Und aus all diesen Gründen sollte versucht werden, diese Version nicht zu sehr mit Verhoevens Film zu vergleichen. Zwar ist dies in einigen Szenen, die sich ganz eindeutig an dem 1990er Film orientieren, nahezu unmöglich. Doch insgesamt kann Wisemans Version mit seinem ganz eigenen Ton gefallen. Wer einen puren und völlig überzogenen Spaßfilm wie das Original erwartet, der wird mit Sicherheit enttäuscht werden. Wer aber einfach solide SciFi-Action mit hohem Schau- und Unterhaltungswert erwartet, der wird hier Bestens bedient. Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Total Recall (USA 2012)"
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