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Die Frankfurt-Tipp Autoren:

Sabina Brauner

Sabina Brauner lebt seit mehr als 15 Jahren im Rhein-Main Gebiet und davon die längste Zeit in ihrem Wunschstadtteil Bornheim „weil es Dorf, Stadt und Geselligkeit im lebenswertesten Sinn" für sie verbindet. Niemand flaniert mit so offenen Augen durch die Welt wie die gebürtige Niedersächsin, die ihre Mitmenschen am liebsten im Internet an ihren Entdeckungen teilhaben lässt. Die Amerikanistin und Politikwissenschaftlerin gründete 2007 den Blog „So nur in Frankfurt" und ist auch Frankfurts erste Über 40-Modebloggerin auf „Oceanblue Style". Hier schreibt sie vor allem über Lifestyle und Mode.

Englische Spuren in Frankfurt und vier Fun Facts

31.01.2020 | 13:33 Uhr | Frankfurt
Englische Spuren in Frankfurt und vier Fun Facts
Englische Spuren in Frankfurt und vier Fun Facts

Brexit hin, Brexit her – die Beziehungen auf der europäischen Ebene ist nun getrennt, doch wir können uns trösten: denn wer geht, geht ja niemals ganz.

Ein Stück bleibt von jedem zurück. So auch von unseren britischen Freunden, die uns ja auf lokaler Ebene erfreulicherweise erhalten bleiben. Die engen Bindungen zwischen Frankfurt und Großbritannien haben ihre Spuren am Main bei uns hinterlassen.

Auch wenn heute das politische Großbritannien die Europäische Union verlässt, so bleibt doch de facto das menschliche, kulturelle und persönliche Miteinander unberührt.  

Obwohl ich ja mal nachgeblättert habe: Unsere englischen und nordirischen Mitbürger gehören zu der Ausländergruppe, deren Zahl im vergangenen Jahr am stärksten gesunken ist. Aktuell leben etwas mehr als 2.000 bei Briten und Nordiren bei uns.

Anzutreffen sind diese ganze sicher in vielen der kulturellen Einrichtungen, die in Frankfurt zu finden sind. Apropos Kunst, Sprache und Kultur – heute habe ich eine ganze Reihe an „Fun facts und Tipps zu Kultur und Genuss“ für euch.

Auch eine persönliche Anekdote erlaube ich mir zum Anlass: Ich habe Englisch studiert und meine ersten Wörter wie „school“ von meinem Opa gelernt. Der wiederrum hatte seine Kenntnisse, ihr ahnt es, von britischen Soldaten aufgeschnappt. (Ich bin ja in der englischen Besatzungszone aufgewachsen, während Hessen amerikanisch war.) Meine Liebe zur Insel hat also Tiefe wurzeln, seit vielen Jahren habe ich das Vergnügen Englisch als Fremdsprache an der Volkshochschule hier bei uns in Frankfurt für Erwachsene zu unterrichten.

Über die Jahre hinweg habe ich mir dabei von meinen schottischen und englischen Kolleginnen die besten Tipps eingesammelt von A wie Ale über E wie Einkauf und T wie Theater.

Großbritannien zieht von dannen. Erhalten bleibt uns am Main der typisch trockene englische Humor. So lockt der „Birmingham“ Pub etwa seine Gäste mit dem Spruch „Hungry? We got food. Thirsty? We got alcohol. Lonely? We got alcohol“. Der Pub ist immerhin schon eine kleine Institution und fast zwanzig Jahre in der unserer Stadt.

FUN FACT No. ONE

Wie kommt der Pub dazu, sich nach der zweitgrößten Stadt Großbritanniens zu benennen? Ganz einfach. U4, 6 und 7 Nutzer wissen mehr, transportiert doch der hiesige RMV seine Fahrgäste in einer „Birmingham-Bahn“ seit einer Weile von A nach B. Die bedruckten Waggons sind eine Geste an die englische Stadt zur fünfzigjährigen Partnerschaft zwischen Birmingham und Frankfurt.

50 Jahre! Wer hätte das gedacht. Die Stadt ist durchaus einen Besuch wert und gilt als „Venedig des Nordens“ wegen ihrer vielen kleinen Kanäle. Wer mehr über organisierte Bürgerreisen der Stadt Frankfurt in die Partnerstadt erfahren will, schreibt eine E-Mail an info.international@stadt-frankfurt.de. 

FUN FACTS No. TW0

Was wäre England ohne die umstrittenen Fuchsjagden des Adels? Die Pub Lounge im Westend knüpft mit ihrem Namen „The Fox and Hound“ an diese Tradition an.

Im Angebot der Bar sind natürlich (englischer) Fußball, Whiskey oder traditionelle englische Küche.

Eltern aufgepasst Jeden ersten Sonntag im Monat lädt der Pub zum „Family Breakfast“ von elf bis fünfzehn Uhr ein.

Gaumen und Kulturgenuss

Auch wenn die Meinung weit verbreitet ist, dass englisches Essen zu wünschen übrig lässt: Gegen clotted cream, scones und Marmelade zum Tee am Nachmittag ist nichts einzuwenden. Englischer geht es nicht.

Die Zutaten müssen noch nicht einmal umständlich im Internet bestellt werden, sondern sind alle im Oeder Weg zu haben.

Genauer gesagt in „A Taste of Britain“. Alles, was Mensch so kennenlernt bei einem Aufenthalt in England und nach seiner Rückkehr vermisst.

FUN FACT No. THREE

Die Schotten haben ja bekanntermaßen mit einer Menge Märtyrer aufzuwarten, sind also hart im Nehmen.

Nur so kann ich es mir erklären, dass die Einheimischen „fried mars bars“ erfanden. Angus Steak Sandwich, okay. Schafmagen? Wir haben den Saumagen, was seit Helmut Kohl jeder weiß. Dagegen können wir also nun nichts sagen. Aber frittierter Marsriegel? R-E-S-P-E-K-T.

Was für ein (englisches) Theater

Dudelsackmusik ist ja nicht jedermanns Sache.

Ich darf euch aber versichern, dass die typischen Klänge des Dudelsacks wundervoll klingen, wenn du dabei durch die mittelalterlichen Gassen Edinburghs ziehst.

Die Freunde der schottischen Musik, des Dudelsacks um genauer zu sein, finden Gleichgesinnte beim „Scottish Country Dancing Club“.

Englisches Theater? Englisches Kino?

Englische Filme werden entweder im Metropolis an der Eschersheimer Warte gespielt. Das internationale Theater sowie einige unabhängige Kinos wie das Mal seh’n etwa oder die Harmonie sind gute Anlaufpunkte. Aktuelle Kinofilme findet ihr natürlich hier auf Frankfurt-Tipp.de

Im Englischen Theater arbeiten Freunde und Kolleginnen von mir, mit denen ich zusammen auf der Bühne stand. Und zwar beim Amateurtheater (Frankfurt English Speaking Theatre/FEST) – nicht zu verwechseln mit dem professionellen Ensemble an der Gallusanlage.

Spielwütige finden tollen Kontakt zu englischsprachigen Expatriates aus dem Vereinigten Königreich, aber auch aus allen anderen englischsprachigen Ländern bei FEST Frankfurt. Der Vorsitzende Jeff ist ein toller, unkomplizierter Amerikaner.

Aber zurück an die Gallusanlage. Die Stücke des English Theatre lassen einen direkt eintauchen in die britische Kultur. Sehnsuchtsmomente mit vielen Erinnerungen an Besuche in London weckte beispielsweise das Stück um einen mörderischen Barbier aus der Fleet Street, in der die englischen Medien früher traditionell angesiedelt waren.

Die Schauspieler sind exzellent und etabliert, sei es in Großbritannien oder in den USA. 

FUN FACT No. FOUR 

Zwei Straßen sind nach englischen Städten benannt: Coventry und Birmingham. Beide sind in Nied zu finden. Keine Straße, aber ein Weg ist hessischen Linie Battenberg gewidmet. 

In England auch bekannt als „Mountbattan-Windsor“, krakelt noch ein „Archie“ davor und ihr ahnt von wem die Rede ist? Die englische Königsfamilie ist ja aufs Engste mit dem hessischen Zweig verbunden. Angeblich ritzte die englische Königin herself, als sie noch eine junge Thronfolgerin war bei einem Besuch bei den deutschen Verwandten ihren Spitznamen „Lilibeth“ ins Fenster des Schlosses.

Über allem schwebt im Königreich also weiterhin die Monarchie, und wir halten uns an das Motto: Keep calm und trinke Tee.

Plant ihr eine Reise nach Großbritannien nach dem Brexit oder habt ihr das Land gar schon bereist? Wisst ihr, wo Queen Elizabeth II. ihren Spitznamen eingeritzt hat in Hessen?

Adressen:

English Theatre, Gallusanlage 7, 60529 Frankfurt

FEST, FEST Frankfurt,

Scottish Country Dancing, Kursbeitrag: 40 Euro, verschiedene Termine, Kontakt über: frankfurt-scd-club.org

A Taste of Britain, Oeder Weg 34, Nordend

The Fox and Hound, Niedenau 2, 60325 Frankfurt

Birmingham Pub, Battonnstraße 50, 60311 Frankfurt

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