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Wo ist nur das Latex hin? Streifzug durch das Bahnhofsviertel

08.04.2016 | 07:35 Uhr | Frankfurt
Wo ist nur das Latex hin? Streifzug durch das Bahnhofsviertel
Wo ist nur das Latex hin? Streifzug durch das Bahnhofsviertel
Wo ist nur das Latex hin? Streifzug durch das Bahnhofsviertel

Latex, Peitschen, Busenbars, dem Frankfurter Bahnhofsviertel eilt in der Republik sein verruchter Ruf voraus. Keine Besucher von außerhalb, die nicht mit einer Mischung aus Abscheu und Neugier auf ein bißchen Verruchtheit um eine Führung bitten. Selten haben wir uns bitten lassen. Natürlich nicht ohne dabei eine Aura aus großstädtischer Attitude anzulegen, im stolzen Bewusstsein ganz lässig und sorglos zwischen Junkies und Kleinkriminellen zu navigieren. Ein bißchen East Village und New York aus den 70ern hat schließlich noch keinem geschadet und ein bißchen Show für die Besucher darf ja sein. Doch neuerdings ist es offenbar mit der Angeberei für uns vorbei.

Die Gentrifizierung hat den dreckigen Stolz der Stadt endgültig erfasst. Mehr Restaurants, schicke Bars und Straßenfeste statt Nutten und Nackige. Ich erinnere mich an den Latexladen und die Plateaustiefel aus Lackleder vor etwa fünf Jahren. Weg ist er. Was mich auch nicht wirklich verwundert; haben Lackleder und Korsetts mit Domina Anmutung heute den Mainstream der Mode erobert wie gerade auf den Laufstegen zu sehen war. Nur neben der Stadtbücherei in der Töngesgasse behauptet sich das Lädchen „Sündige Mode“ noch. Das Bahnhofsviertel besticht durch seinen internationalen Charakter, „das Flair eines modernen Großstadtbetriebs gemischt mit altertümlicher Enge", wie Max Beckmann schon einst schwärmte. Hier konnte er Distanz halten und zugleich Nähe finden, wenn er wollte. Er malte nicht nur die Synagoge im Westend, sondern auch den Hauptbahnhof. Wer genau hinschaut, erkennt links im Bild die Fassade eines der großbürgerlichen Bauten aus dem Kaiserreich, die den architektonischen Charme der Viertels ausmachen. Doch mittlerweile ist die Münchner Straße von Lokalen erobert, die bei denen, die als hip gelten wollen, hip sind. Die Taunusstraße lädt nicht zum Verweilen ein, genauso wenig wie andere Querstraßen zur Kaiserstraße, die immer noch den Prachtboulevard bildet. Doch die Internationalität hinterlässt noch mehr ihre Spuren als früher: ein riesiger asiatischer Supermarkt findet sich schräg gegenüber zum persischen Foodmarket voller Iraner und Afghanen. Doch sonst? Wo ist nur das Latex hin? Was meint ihr, wo ist es geblieben und was denkt ihr über die Veränderung im Bahnhofsviertel? Hop oder Top? Schreibt mir gerne auf facebook oder twitter!

Und wer mal Feldstudien betreiben will, meldet sich einfach an zu einer der zahlreichen Führungen durch das Viertel.

·        Logenhaus Bar

·        Kinyl Bar

·        Bekanntestes Hochhaus: Silberturm am Jürgen-Ponto-Platz

·        Freimaurerloge, Kaiserstraße 37

·        Kaiserstraße vom Hauptbahnhof bis zur Hauptwache entlang flanieren

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