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Januar 2017
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Das Stalburg Theater: Mit John Wayne in die neue Spielzeit Stephan Morgenstern
Stephan Morgenstern

Das Stalburg Theater: Mit John Wayne in die neue Spielzeit

Kategorie: Konzerte & Theater

Nach der Sommerpause bietet das Stalburg Theater etliche Wiederaufnahmen beliebter Stücke wie "Arsen und Spitzenhäubchen", "Rapunzel Report" oder "Wer kocht, schiesst nicht". Aber es steht auch eine ganz besondere Premiere auf dem Programm. Lutz Keßler, der hier schon "Gut gegen Nordwind" – eine weitere Wiederaufnahme in dieser Spielzeit – inszeniert hat, hat eigens für das Stalburg Theater die Komödie "John Wayne war nie in Offenbach" geschrieben. Getreu dem Credo des Theaters, dass hier gute Unterhaltung, aber keine billigen Schenkelklopfer geboten werden sollen, bietet das neue Stück zwar viel Humor, beschäftigt sich dabei aber mit durchaus ernsten Themen. Diese werden allerdings angenehm leicht serviert, so dass der Besucher sich seiner Lacher nicht schämen muss.

Im Mittelpunkt des „modernen Westerns“ steht John Wayne-Fan Hans-Jürgen (Thomas Rausch), der ein zufriedenes Single-Leben in seiner Altbauwohnung im Frankfurter Nordend führt. Doch dann wird ihm eine am Arbeitsplatz durchgeführte Online-Auktion zum Verhängnis. Der Hessische Rundfunk, für den er als Online-Redakteur gearbeitet hat, kündigt ihm fristlos. Damit nicht genug, steht plötzlich auch noch die Gerichtsvollzieherin (Undine Schmiedl) vom Amtsgericht Hünfeld vor seiner Tür, um 800 Euro zu kassieren, für die Hans-Jürgen einen ganz offensichtlich gefälschten Orden ersteigert hat. Und dann erfährt er auch noch, dass seine Wohnung luxussaniert werden soll. Kein Job, die Aussicht auf eine exorbitante Mietsteigerung, die er sich nicht wird leisten können und die Gerichtsvollzieherin – wie soll er aus diesem Schlamassel wieder rauskommen? Da bleibt eigentlich nur die Frage: Was hätte John Wayne getan…

 

Foto: Stephan Morgenstern

Keßler reißt in seinem Stück viele Themen an, die er mit teilweise sehr bissigem Sarkasmus, bisweilen aber auch mit subtil-hintergründigem Humor kommentiert. Im Vordergrund aber steht der verzweifelte Versuch eines Mannes, nicht alles zu verlieren, was ihm im Leben wichtig ist. Welchen Plan er fasst, um nicht ins Prekariat abzustürzen, soll an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden. Nur so viel: nicht nur die Gerichtsvollzieherin, die eigentlich immer schon von einem ganz anderen Leben geträumt hat, sondern auch die Tochter von seinem ehemaligen Chef, gespielt von Iris Reinhardt-Hassenzahl, nimmt darin einen großen Platz ein.

Womit wir schon bei der ganz großen Stärke des Stücks wären: Die Besetzung! Die drei Stalburg-Profis Undine Schmiedel („Gut gegen Nordwind“), Thomas Rausch („Familie Hesselbach“, „Arsen und Spitzenhäubchen“) und Iris Reinhardt-Hassenzahl („Sex. Oder so“) harmonisieren perfekt miteinander, gerade weil ihre Charaktere so komplett unterschiedlich sind. Wenn der nervöse Western-Nerd, die frustrierte, aber langsam auftauende Gerichtsvollzieherin und die herrlich überdrehte Luxus-Göre mit ihrem Hipster-Anglizismen aufeinander treffen, dann sorgt das durch das gute Zusammenspiel der drei Schauspieler für einige wirklich witzige Momente. Obwohl alle drei Figuren ganz offensichtlich auf verschiedenen Ebenen dysfunktional sind, schließt man sie als Zuschauer schnell ins Herz und man wünscht ihnen, dass sich am Ende alles zum Guten wenden wird. Ob das tatsächlich gelingt, erfahrt Ihr ab sofort im Stalburg Theater.

Mit minimaler Förderung aber maximalem Engagement hat es das kleine Theater im Frankfurter Nordend bislang geschafft, im der hart umkämpften Kulturszene der Stadt überleben zu können. Dabei war es den Machern des Theaters immer wichtig, ihren Gästen hohe Qualität zu fairen Preisen, und ihren Künstlern angemessene Löhne über dem Mindestlohnniveau zu zahlen. Trotz einer ordentlichen Auslastung von durchschnittlich 85 %, wovon so manch anderes Theater nur träumen kann, steht das Stalburg Theater jetzt aufgrund stetig steigender Kosten tatsächlich vor dem Aus. Damit es nicht dazu kommt, müsste die Förderung ein wenig angehoben werden. Aber auch jeder Gast, der gerade die kleinen Frankfurter Theater liebt, kann mit seinem Besuch den Erhalt dieses Theaters unterstützen. Und in dem wirklich vielseitigen Programm, dass das Stalburg Theater auch in dieser Saison wieder zu bieten hat, dürfte wirklich für jeden Geschmack etwas dabei sein. Also, gleich mal den Spielplan studieren und dann Tickets für „John Wayne war nie in Offenbach“ oder eines der anderen Stücke sichern.

 

Den Spielplan findet Ihr hier: www.stalburg.de

Weitere Infos zu „John Wayne war nie in Offenbach“ und den Spielzeiten des Stücks findet Ihr unter:  https://www.frankfurt-tipp.de/veranstaltungen/s/event/john-wayne-war-nie-in-offenbach-ein-moderner-western.html

 

 

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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