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12 Meter ohne Kopf - DVD

12 Meter ohne Kopf - DVD

Deutschland 2009 - mit Ronald Zehrfeld, Matthias Schweighöfer, Oliver Bröcker, Hinnerk Schönemann ...

Filminfo

Genre:Komödie, Action
Regie:Sven Taddicken
Verkaufsstart:27.08.2010
Produktionsland:Deutschland 2009
Laufzeit:ca. 98 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Anzahl der Disc:1
Sprachen:Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:Deutsch
Bildformat:16:9 (2.35:1)
Extras:Audiokommentar, Making of, Nicht verwendete Szenen, Aufnahmen vom Casting, Fotogalerie
Regionalcode:2
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Amazon Link : 12 Meter ohne Kopf - DVD

Film: Die Legenden um die Piraten Klaus Störtebeker und Gödeke Michels kennt gerade im Norden Deutschlands fast jedes Kind. Mehrfach wurde schon versucht, sich literarisch, musikalisch oder filmisch dem Mythos Störtebeker zu nähern. Regisseur Sven Taddicken ("Emmas Glück") wagt mit "12 Meter ohne Kopf" einen ganz neuen Ansatz, der Traditionalisten zwar etwas sauer aufstoßen könnte, das bei genauerer Betrachtung aber genau dem Geist Störtebekers entspricht.

Wir schreiben das Jahr 1400: Klaus Störtebeker (Ronald Zehrfeld) und Gödeke Michels (Matthias Schweighöfer) führen ein Leben, das von keinen Konventionen in Schacht gehalten wird. Bei ihren Fahrten über die Nordsee nehmen sich Störtebeker und seine Mannen alles, was und von wem sie wollen. Längst ist der als Rebell bekannte Störtebeker eine lebende Legende, der auch die Frauenwelt zu Füßen liegt. Doch auch für einen Lebemann wie Klaus Störtebeker kommt einmal der Zeitpunkt, an dem man sich über die Zukunft Gedanken machen sollte. Während Gödeke Michels gerne auf Ewig dem freien Piratenleben auf hoher See frönen möchte, träumt Störtebeker insgeheim von einer friedlichen Zukunft an Land, gemeinsam mit seiner neuen Liebe Bille (Franziska Wulf). Während der Rat der Hanse unter der Führung von Keno (Peter Kurth) alles daran setzt, Störtebeker das Handwerk zu legen und ihn einen Kopf kürzer zu machen, sorgt die veränderte Lebenseinstellung des Piraten zunehmend für Spannungen innerhalb seiner Mannschaft. Und bald schon bläst ihm der Seewind besonders hart ins Gesicht....

"12 Meter ohne Kopf" ist ein Film voller Kontraste. Auf der einen Seite ist die zumindest recht authentisch anmutende Ausstattung, auf der anderen Seite sind Gebaren und Dialoge, die eher in eine zeitgenössische Komödie passen. Auf der einen Seite ist die eher klassische Inszenierung, die weitgehend auf Spezialeffekte verzichtet, auf der anderen Seite sind eine sehr moderne Kameraarbeit und schnelle Schnitte. Und auf der einen Seite ist eine eher klassische Filmmusik und auf der anderen Seite Songs von Johnny Cash, T. Rex und The Clash. Das alles ergibt einen der wohl ungewöhnlichsten Piratenfilme aller Zeiten.

Um historische Genauigkeit ist Taddicken nicht wirklich bemüht. Das ist aufgrund der fehlenden historischen Belege über das Leben Störtebekers auch kaum möglich. Vielmehr ging es ihm offensichtlich darum, die Lagerfeuer-Legenden um den Piraten und seine Mannen nicht als klassische Heldensaga, sondern deren sehr freie Interpretation als modernen Kinospaß mit durchaus dramatischen Elementen zu inszenieren. Die Idee ist zwar nicht ganz neu, wurde doch etwa schon der Ritterspaß "Ritter aus Leidenschaft" mit Heath Ledger mit ähnlich modernen Versatzstücken aufgepeppt. Doch bezieht "12 Meter ohne Kopf" durch den noch extremeren Kontrast zwischen Historie und Moderne seinen ganz besonderen Reiz, der den Film trotz einiger Hänger und Tiefschläge erfreulich frisch anmuten lässt.

Die atmosphärischen Drehorte in Schleswig-Holstein, Stralsund und Dänemark und die vielen auf nachgebauten Koggen auf dem Meer gedrehten Szenen geben der Geschichte eine gewisse Authentizität, die von den zeitgenössischen Wortwitz und der modernen Songauswahl hart unterwandert wird. Darauf muss man sich als Zuschauer erst einmal einlassen. Doch gelingt dies, dann macht der Film wirklich sehr viel Spaß. Das ist auch zum großen Teil dem mit sehr viel offensichtlicher Freude an der Arbeit angefüllten Spiel der Darsteller, insbesondere Matthias Schweighöfer, zu verdanken. Die gute Laune, die am Set geherrscht haben muss, überträgt sich schnell auf das Publikum, dem dann auch mehr als ein guter Lacher geboten wird.

Sicherlich, nicht jeder Gag trifft hier ins Schwarze und so manche Szene wirkt ein wenig bemüht, doch der Gesamteindruck ist am Ende durchaus ein Positiver. Nicht unerwähnt bleiben darf natürlich Ronald Zehrfeld, der Klaus Störtebeker sowohl als knallharten Haudegen, als auch als verletzbares Sensibelchen glaubhaft verkörpert. Sein Zusammenspiel mit dem wunderbar durchgeknallt agierenden Matthias Schweighöfer gibt dem Film die notwendige Würze und macht Klaus Störtebeker und Gödeke Michels zu einem der sehenswertesten deutschen Leinwand-Duos des Jahres.

Daher gilt: wem es gelingt, sich auf die unkonventionelle Inszenierung einzulassen und wer nicht auf einen historisch akkuraten Seeräuber-Film hofft, der wird bei "12 Meter ohne Kopf" bestimmt gut unterhalten. Sehenswert!

Bild + Ton: In den dunkleren Sequenzen weist das an sich sehr saubere Bild einige Schwächen bei den Kontrasten und dadurch auch bei der Detailschärfe auf. Ansonsten können die kräftigen Farben und die ordentliche Gesamtschärfe überzeugen. Beim Ton gibt es ein paar nette Surroundeffekte, ansonsten dominieren die Dialoge und der fetzige Soundtrack. Gut!

Extras: Das Bonuspaket startet mit einem launigen Audiokommentar von Regisseur Sven Taddicken und seinen beiden Hauptdarstellern. Während Taddicken sehr enthusiastisch von den für ihn ungewohnt aufwendigen Dreharbeiten erzählt und sich Ronald Zehrfeld eher zurück hält, ist Matthias Schweighöfer für den humoristischen Teil des Audiokommentars zuständig, was allerdings mit der Zeit etwas anstrengend wird. Insgesamt aber ein sympathischer und hörenswerter Kommentar.

Weiter geht es mit einem sehr guten Making of (ca. 26 Min.), das in kurzer Zeit fast alle Aspekte der Dreharbeiten mit erfreulich geringem Werbe-Charakter beleuchtet. Sechs nicht verwendete Szenen, wiederum optional mit Audiokommentar (insgesamt ca. 12 Min.), Aufnahmen vom Casting (bzw. den Proben) mit dem Titel "Auf der Suche nach Störtebecker" (ca. 4 Min.) und eine Fotogalerie runden die Extras der DVD ab.

Fazit: "12 Meter ohne Kopf" ist eine unterhaltsame, allerdings historisch nicht ganz genaue Piraten-Komödie, die mit liebevoller Ausstattung, gut gelaunten Darstellern und einem kruden Mix aus Alt und Neu gefallen kann. Die DVD ist technisch ordentlich umgesetzt, die Extras sind kurzweilig und sehenswert! Kein "Fluch der Karibik", aber dennoch durchaus sehenswert!

 

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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