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17 Mädchen

17 Mädchen

Frankreich 2011 - mit Louise Grinberg, Juliette Darche, Roxane Duran, Esther Garrel, Yara Pilartz u.a

Filminfo

Originaltitel:17 Filles
Genre:Drama
Regie:Delphie und Muriel Coulin
Kinostart:14.06.2012
Produktionsland:Frankreich 2011
Laufzeit:ca. 86 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.17-maedchen.de
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Als die Schülerin Camille (Louise Grinberg) schwanger wird, droht ihr Leben aus den Fugen zu geraten. Unverständnis und Wut von Seiten der Mutter, Ausgrenzung in der Schule und kaum Chancen für eine gesicherte Zukunft in einer ohnehin wirtschaftlich schweren Zeit. Doch mit einem hat das Mädchen nicht gerechnet: mit der unnachgiebigen Solidarität ihrer Freundinnen, die angesichts Camilles Schwangerschaft einen ungewöhnlichen Pakt eingehen: sie wollen alle gleichzeitig schwanger werden, um sich dann gegenseitig mit dem Nachwuchs unterstützen zu können. Tatsächlich gelingt es den Mädchen, sich von ihren Freunden oder flüchtigen Affären schwängern zu lassen. Während die gleichzeitige Schwangerschaft von 17 Mädchen an der Schule ein absoluter Skandal ist, träumen die Freundinnen von einem gemeinschaftlichen Leben, von einer Zukunft, in der sie sich immer aufeinander verlassen können. Doch je näher die Geburtstermine rücken, desto mehr scheint die jungendliche Naivität der Mädchen der rauen Realität zu weichen…

"17 Mädchen" basiert auf wahren Ereignissen, die sich in den USA abgespielt haben. Die Schwestern Delphie und Muriel Coulin haben das Grundgerüst der realen Geschichte in ihre Heimatstadt Lorient in der Bretagne verfrachtet und um sie herum einen ruhigen Film über das Erwachsenwerden, weibliche Selbstbestimmung und Freundschaft gebaut. Aus 600 Mädchen haben die Regisseurinnen 17 Nachwuchsschauspielerinnen ausgewählt, die mit viel Natürlichkeit überzeugen können und erfrischend unverbraucht agieren. Besonders Louise Grinberg, die zuvor in einer kleinen Rolle in dem gefeierten Drama "Die Klasse" zu sehen war, hinterlässt einen sehr starken Eindruck. In dem Mädchen spiegeln sich gerade durch ihre unverfälschte Schönheit sowohl großes Selbstbewusstsein, aber auch eine gewisse jugendliche Arroganz wider, durch die ihre Anführerposition innerhalb der Schwangeren-Clique glaubhaft vermittelt wird. Gleichzeitig strahlt sie aber auch eine enorme Naivität und Verletzlichkeit aus, was deutlich macht, dass sie auf der einen Seite nicht mehr Mädchen, aber auf der anderen Seite eben auch noch keine Frau ist.

Aufgewachsen in einer kleinen Stadt, in der einst die Hoffnung auf Wohlstand regierte, die aber nun von Perspektivlosigkeit und wirtschaftlichem Zerfall gezeichnet ist, wissen die Mädchen, dass ihre Zukunftsaussichten nicht gerade rosig aussehen, ganz besonders dann, wenn sie noch vor der Volljährigkeit ein Kind bekommen. Doch sehen sie gerade darin die Lösung, um ihrem vorbestimmten Schicksal zu entkommen. Die Illusion, als Kollektiv der grauen Realität entkommen zu können, lässt sie für einige Monate alle Ängste vergessen, lässt sie hoffen und mit so etwas wie Freude in die Zukunft blicken. Dies wird durch das gute Spiel der jungen Darstellerinnen und der zurückhaltenden Inszenierung der Filmemacherinnen sehr gut nachvollziehbar.

So gut die verschiedenen Aspekte des Films auch sein mögen, so gibt es doch zwei Aspekte, an denen sich einige Zuschauer stören könnten. Zum einen wäre da die auf extreme Realitätsnähe getrimmte, stellenweise äußerst ereignislose Inszenierung, in der man auch schon mal minutenlang mit ansehen muss, wie die Mädchen gelangweilt auch dem Bett herumliegen oder  gemeinsam abhängen und nicht mehr machen, als trinken und rauchen. Was für die Einen eine großartige Abkehr von den Mechanismen des Mainstream und ein realistischer Blick auf das Erwachsenwerden junger Mädchen ist, ist für die Anderen eben pure Langeweile. Und das ist insofern schade, da die Geschichte an sich interessant genug und das Spiel der Mädchen stark genug wären, um eine etwas fesselndere Inszenierung zu gewährleisten.

Das zweite Problem ist, dass aus dieser zurückgenommenen und damit auch wertfreien Inszenierung resultiert, dass nicht wirklich klar wird, was die Regisseurinnen mit ihren Film eigentlich aussagen möchten. Sie zeigen junge Mädchen, die einerseits durch Selbstbewusstsein beeindrucken, auf der anderen Seite aber sich völlig verantwortungslos dem ungeborenen Leben in ihren Bäuchen gegenüber verhalten. In hochschwangeren Zustand wird da noch gesoffen und geraucht, was das Zeug hält. Wirklich verurteilt wird das nicht, da dieses Verhalten scheinbar keine Folgen für die Zukunft der Kinder hat. Es ist den Schwestern Coulin zwar durchaus hoch anzurechnen, dass sie nicht krampfhaft versuchen, den Zuschauern eine ganz bestimmte moralische Sicht der Dinge aufzuzwingen. Doch dieser völlig unkritische Blick auf das verantwortungslose und schlichtweg dumme Verhalten der Mädchen nimmt dem Film viel von seiner Stärke und beraubt ihn in gewisser Hinsicht auch seiner Glaubwürdigkeit. Sicherlich, das mag nur im Auge des Betrachters liegen. Doch angesichts der zunehmenden Zahl von Teenager-Schwangerschaften wäre ein etwas feinfühligerer und weniger naiver Umgang mit diesem ganz speziellen Aspekt der Geschichte wünschenswert gewesen.

Davon abgesehen ist "17 Mädchen", sofern man sich mit der Inszenierung anfreunden kann, ein starkes Stück französischen Arthaus-Kinos. Dank der tollen Jungdarstellerinnen und einigen großartigen Bildern gilt trotz der nicht unbeachtlichen Schwächen daher am Ende für Freunde von stiller Programmkinokost doch noch ein ordentliches: Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "17 Mädchen (Frankreich 2011)"
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