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Adam – Eine Geschichte über zwei Fremde. Einer etwas merkwürdiger als der Andere - DVD

Adam – Eine Geschichte über zwei Fremde. Einer etwas merkwürdiger als der Andere - DVD

USA 2009 - mit Hugh Dancy, Rose Byrne, Peter Gallagher, Amy Irving, Frankie Faison ...

Filminfo

Originaltitel:Adam
Genre:Komödie, Drama, Romantik
Regie:Max Mayer
Verkaufsstart:23.07.2010
Produktionsland:USA 2009
Laufzeit:ca. 95 Min.
FSK:ab 6 Jahren
Anzahl der Disc:1
Sprachen:Deutsch, Englisch, Spanisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:Deutsch, Englisch, Schwedisch, Spanisch, Dänisch, Finnisch, Norwegisch
Bildformat:16:9 (2.35:1)
Extras:Audiokommentar, geschnittene Szenen, alternatives Ende, Making of
Regionalcode:2
Label:20th Century Fox Home Entertainment
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Amazon Link : Adam – Eine Geschichte über zwei Fremde. Einer etwas merkwürdiger als der Andere - DVD

Film: Das Asperger Syndrom, eine leichte Form von Autismus, steht im Mittelpunkt von Max Mayers romantischem Drama "Adam". Die Gefahr, die Symptome dieser Krankheit etwas zu überzogen darzustellen und damit ins Lächerliche zu ziehen, war mindestens genau so groß, wie die Möglichkeit, die ganze Geschichte ins extremst Kitschige abdriften zu lassen. Beides hat Mayers gekonnt vermieden und so eine der ungewöhnlichsten, aber auch schönsten Liebesgeschichten des Jahres geschaffen.

Ordnung spielt eine wichtige Rolle im Leben von Adam (Hugh Dancy). Doch als sein Vater stirbt und der junge Mann erstmals auf sich alleine gestellt ist, droht das Leben des am Asperger Syndrom leidenden Adam völlig aus den Fugen zu geraten. In seiner neuen Nachbarin Beth (Rose Byrne), auf die der merkwürdig, aber liebenswert anmutende Mann auf eine ganz besondere Art faszinierend wirkt, findet Adam zum ersten Mal in seinem Leben so etwas wie eine Freundin. Doch da Adam mit sozialen Umgangsformen ebenso wenig anfangen kann, wie mit dem Erkennen und Interpretieren von Emotionen, scheint es undenkbar, dass aus ihm und Beth mehr werden kann, als nur gute Freunde. Doch die junge Frau lernt schnell, sich in Adams ganz eigener Welt zurecht zu finden und gibt ihm dadurch den Halt, der ihm seit dem Tod seines Vaters fehlt. Doch reicht das für eine gemeinsame Zukunft wirklich aus?

"Adam" schafft die Gradwanderung zwischen Komödie und Drama nahezu perfekt. Es wird deutlich, dass Mayers das Asperger Syndrom nicht dafür verwendet, um einfach nur einen leicht schräg anmutenden Charakter zu schaffen. Vielmehr lässt er zwei scheinbar völlig ungleiche Menschen aufeinandertreffen, die Beide nicht wirklich in die "normale" Welt zu passen scheinen und genau dadurch zueinander finden. Adam ist durch das Asperger Syndrom aus der Gesellschaft ausgeschlossen, da ihm deren Umgangsformen völlig fremd sind. Und Rose ist auch in gewisser Weise noch auf der Suche nach ihrem Platz im Leben, den sie in einer Beziehung mit Adam gefunden zu haben glaubt. Ohne Kitsch und mit wunderbaren Leistungen der beiden Hauptdarsteller wird die schwierige und dennoch so stimmig wirkende Beziehung auf die Leinwand gezaubert.

Es gelingt besonders Hugh Dancy sehr gut, dem Zuschauer einen Eindruck davon zu vermitteln, wie die Welt für einen Menschen aussieht, der unter dem Asperger Syndrom leidet. Natürlich ist der Film keine Dokumentation, sondern ein Spielfilm, eine Romanze, die sich auch Freiheiten erlaubt, um Adams Krankheitssymptome dem Verlauf der Geschichte anzupassen. Mag sein, dass es somit in der ein oder anderen Szene Momente gibt, die Betroffene oder deren Angehörige als eher nicht authentisch bezeichnen würden. Doch insgesamt wurde hier sehr respektvoll, aber auch angenehm unverkrampft mit den Symptomen des Asperger Syndroms umgegangen, was den Film dann auch so frisch und so bezaubernd macht.

Und das ist dann auch, was im Vordergrund stehen sollte: Anders als etwa zuletzt "Helen", ein Film, der sich auf sehr bedrückend realistische Art mit dem Thema Depressionen auseinander gesetzt hat, hegt "Adam" nicht den Anspruch, ein Film über Asperger zu sein (auch wenn die recht häufige Erwähnung des Sydroms alleine in dieser Review anderes vermuten lässt). Vielmehr ist der Film eine außergewöhnliche Liebesgeschichte zweier außergewöhnlicher Menschen, die sich mit ganz gewöhnlichen Problemen konfrontiert sehen – die allerdings in ihrer ganz eigenen Welt wiederum außergewöhnlich erscheinen mögen. Mayers erzählt eben diese Geschichte unverkrampft, mal humorvoll, mal traurig, mit wunderbaren Dialogen, schönen Bildern und einem sehr zärtlichen Soundtrack. Und all das ergibt ein Gesamtbild, das aus der Masse an Liebesgeschichten, die es in den letzten Jahren in unsere Kinos und ins TV geschafft haben, angenehm heraus sticht. Und daher gilt auch: für alle Romantiker und Liebhaber amerikanischen Independet-Kinos unbedingt sehenswert!!!

Bild + Ton: "Adam" ist eine kleine, ruhige Independet-Produktion, und das ist auch der technischen Umsetzung anzumerken. Bild- und Tonqualität sind zufriedenstellend, Farben, Bildschärfe, Musik und Dialoge sind gut abgemischt, wer aber mehr technische Finesse sucht, ist hier im falschen Film. Nicht umwerfend, aber absolut zufriedenstellend!

Extras: Neben einem ruhigen, aber informativen Audiokommentar von Regisseur Max Mayer und seiner Produzentin Leslie Urdang (optional mit deutschen Untertiteln) hat die DVD noch ein alternatives Ende, einige geschnittene Szenen (ca. 7 Min.) und ein kurzes Werbe-Making of zu bieten. Das alternative Ende, das noch beim Sundance Festival zu sehen war und erst bei der offiziellen Kinoauswertung ausgetauscht worden ist, ist etwas subtiler, aber auch hektischer, als das für den Film gewählte Ende. Die geschnittenen Szenen fehlen dem Film nicht wirklich, sind aber wirklich absolut sehenswert. Das gilt leider nicht für das 7minütige Making of, das lediglich aus Filmclips und kurzen Interviewschnipseln mit den Hauptdarstellern besteht. Wer mehr über die Dreharbeiten und die Motivationen des Regisseurs erfahren möchte, der kommt an dem Audiokommentar nicht vorbei.

Fazit: "Adam" ist ein kleiner, aber sehr feiner Film, der eine unaufdringlich schöne Liebesgeschichte erzählt. Technisch ist die DVD gut umgesetzt, das Bonusmaterial dagegen ist wenig spektakulär. Trotzdem: die schöne Geschichte und die liebenswerte Geschichte machen diese DVD absolut empfehlenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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