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Alles, was wir geben mussten

Alles, was wir geben mussten

GB/USA 2010 - mit Carey Mulligan, Andrew Garfield, Keira Knightley, Charlotte Rampling ...

Filminfo

Originaltitel:Never let me go
Genre:Drama, Romantik
Regie:Mark Romanek
Kinostart:14.04.2011
Produktionsland:GB/USA 2010
Laufzeit:ca. 103 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.alles-was-wir-geben-mussten.de
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Acht Jahre nach seinem letzten Spielfilm "One Hour Photo" liefert Regisseur Mark Romanek mit der Bestsellerverfilmung "Alles, was wir geben mussten" erneut ein Drama von stiller Intensität ab. Die Geschichte spielt innerhalb einer alternativen Realität im England der 1960er Jahre. Hier wachsen Kathy, Tommy und Ruth gemeinsam mit vielen anderen Kindern in der Abgeschiedenheit eines exklusiven Internats auf, in dem sie sorgfältig auf ihr zukünftiges Schicksal vorbereitet werden. In der trügerischen Idylle der Schule wird ihnen langsam aber sicher jeder Instinkt zum Rebellieren ausgetrieben, so dass sie sich, wenn sie einmal erwachsen sind, nicht gegen ihre Bestimmung wehren werden. Denn diese Kinder sind nicht mehr als menschliche Ersatzteillager, die ab einem gewissen Alter ein Organ nach dem anderen spenden müssen, bis sie nicht mehr lebensfähig sind.

Erst als sie als junge Erwachsene die Schule verlassen, wird den Dreien langsam klar, das ihnen keine lange Zukunft gewährt ist. Während Tommy (Andrew Garfield) und Ruth (Keira Knightley) gemeinsam ihr kurzes Glück genießen, muss Kathy (Carey Mulligan) alleine damit zurecht kommen, dass es ihr verwährt bleiben wird, die ihr verbleibende Zeit mit ihrer großen Liebe Tommy verbringen zu dürfen. Erst als es zu spät zu sein scheint, gibt es noch einen Funken Hoffnung...

"Alles, was wir geben mussten", die Verfilmung des Bestsellers von Kazuo Ishiguro ("Was vom tage übrig blieb"), ist ein stilles Drama, das den Zuschauer mit wunderbaren Bildern und kraftvollen Darstellerleistungen zu packen versucht. Allerdings wird das mitunter dadurch erschwert, dass auf einige wichtige Elemente der Romanvorlage verzichtet wurde. Warum sich die Figuren ihrem Schicksal einfach ergeben und selbst für die große Liebe eigentlich nur wenig Kampfbereitschaft zeigen, ist nur schwer nachvollziehbar. Der Film deutet nur dezent an, dass sie von Kindheit an darauf programmiert werden, ihr Schicksal als etwas Besonderes anzusehen. Mehr erfährt der Zuschauer nicht. Auch nicht über die medizinischen Hintergründe, die ethische Fragwürdigkeit des Klonens von Menschen, um die Sterblichkeit Anderer herauszuzögern oder über die Gesellschaft dieser alternativen Realität, die ein solches Klonen zulässt. Es ist nicht unbedingt leicht, all das einfach als gegeben zu akzeptieren.

Doch wem dies gelingt, der wird einsehen, dass hierin eigentlich die ganz große Stärke des Films liegt. Denn anstatt aus dem Ganzen eine Zukunftsvision a la "Die Insel" zu machen und sich in am Ende unlogisch erscheinenden Erklärungsversuchen zu verlieren, wird dem Zuschauer die Realität als gegeben vorgesetzt und sich voll und ganz auf die Geschichte von Kathy, Tommy und Ruth konzentriert. Und so kann eine atmosphärische Dreiecksgeschichte voller Drama und Romantik, aber völlig ohne Kitsch erzählt werden, die auf ganz essentielle Art die Frage zu beantworten versucht, was uns zum Menschen macht.

Das getragene Tempo und die über Allem schwebende Tragik machen "Alles, was wir geben mussten" zu einem etwas sperrigen Vergnügen. Die Geschichte hat zwar einen wundervollen Kern, doch echtes Wohlfühlkino sieht eben anders aus. Dass dies nicht unbedingt negativ ausgelegt werden muss, wurde in der Vergangenheit aber immer wieder bewiesen. Und so ist ein Blick in die Welt, die Mark Romanek und sein Team erschaffen haben, absolut lohnenswert. Wer bewegende Liebesgeschichten, erzählt in wundervollen Bildern und getragen von mehr als überzeugenden Darstellern, mag und sich zudem gerne mit ethischen Fragen rund um das Menschsein auseinandersetzt, der sollte sich diesen Film auf keinen Fall entgehen lassen. Wer sich aber an einer langsamen und zum Teil etwas kryptischen Erzählstruktur stört und sich eher von gradlinigen Filmromanzen unterhalten lässt, wird dem Zauber von "Alles, was wir geben mussten" wohl kaum erliegen.

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Alles, was wir geben mussten (GB/USA 2010)"
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