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Juni 2018
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Alles wird gut

Alles wird gut

Deutschland 2011 - mit Jana Zöll, Nico Randel, Oliver Grice, Niko von Glasow, Christiane Grieb u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Genre:Dokumentarfilm
Regie:Niko von Glasow
Kinostart:01.11.2012
Produktionsland:Deutschland 2011
Laufzeit:ca. 95 Min.
FSK:ab 0 Jahren
Webseite:www.alleswirdgut-derfilm.de
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Nach seiner gefeierten Dokumentation "Nobody`s Perfect" meldet sich der contergangeschädigte Regisseur Niko von Glasow mit einem neuen Projekt zurück, in dem er erneut auf bewegende wie amüsante Art die Mauern zwischen Nicht-Behinderten und Behinderten einzureißen versucht. "Alles wird gut" dokumentiert das Casting und die Proben für ein Theaterstück, in dem von Glasow 14 Laien und Profis auf eine Bühne gestellt werden, um die Geschichte von Menschen mit "besonderen Bedürfnissen", die in einer Castingshow auftreten möchten, zu erzählen. Das Stück selbst wird im Laufe des Probenprozesses an die Lebensläufe, die Ängste und Sehnsüchte der Darsteller angepasst. Diese offenbaren sie in Gruppendiskussionen oder in Einzelgesprächen mit dem Regisseur.

Herausgekommen ist ein Lehrstück für Toleranz, das zum Glück nicht allzu lehrmeisterhaft daher kommt. Vielmehr bleibt von Glasow dem Stil von "Nobody`s Perfect" treu und mischt seinen hochgradig menschlichen Blick auf seine Protagonisten mit viel Humor, Selbstironie, aber auch mit sehr emotionalen Momenten. Dabei wird immer wieder deutlich, dass eine körperliche Behinderung nicht zwangsläufig auch einen behinderten Geist mit sich bringt – und umgekehrt. Denn Selbstzweifel, Überheblichkeit, Unsicherheit, unerfüllte Sehnsüchte – all das sind Eigenschaften, die sowohl Behinderte, als auch Nicht-Behinderte empfinden können. Und so verschwimmen in dem Film auch schnell die Grenzen zwischen behinderten und nicht-behinderten  Teilnehmern an dem Theaterprojekt, was den ganz besonderen Reiz des Films ausmacht.

Knapp 680 Stunden Material haben von Glasow und sein Team während des Castings und der Proben aufgenommen. Daraus wurde dann ein sehr unterhaltsamer Querschnitt aus einem ganzen Kaleidoskop an Gefühlen zusammengeschnitten, die während so eines Projekts aus den Teilnehmern hervorbrechen. Das ist mal emotional sehr intensiv, dann wieder einfach lustig oder herzig, stellenweise aber auch nicht immer besonders sympathisch. Doch ganz egal, ob die Teilnehmer hier ihre emotionalen Stärken oder Schwächen offenbaren, sie erweisen sich immer als absolut menschlich. Und damit wäre dann auch das Ziel des Films erreicht: auf unterhaltsame Art zu zeigen, wie wichtig ist es für jeden Menschen ist, seine eigene Behinderung zu erkennen und zu akzeptieren und zu erkennen, dass sich Begriffe wie   "normal" oder "behindert" nicht unbedingt nur an offensichtlichen Merkmalen festmachen lassen.

Auch wenn "Alles wird gut" nicht ganz so unterhaltsam und effektiv ist, wie "Nobody`s Perfect", so zeigt Niko von Glasow doch auch hier wieder sehr gut, wie unterhaltsam und sehenswert Botschaften wie Toleranz vermittelt werden können. Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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