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An einem Samstag

An einem Samstag

Russland/Deutschland 2010 - mit Anton Shagin, Svetlana Smirnova-Marcinkevich, Stanislav Rjadinskij ...

Filminfo

Originaltitel:V subbotu
Genre:Drama
Regie:Alexander Mindadze
Kinostart:21.04.2011
Produktionsland:Russland/Deutschland 2010
Laufzeit:ca. 99 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.aneinemsamstag-derfilm.de
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Das Reaktorunglück von Tschernobyl ist nach 25 Jahren nicht zuletzt aufgrund der furchtbaren Katastrophe von Fukushima wieder ins globale Gedächtnis gerufen worden. Das Drama "An einem Samstag", das dieses tragische Reaktorunglück thematisiert, scheint also genau im richtigen Moment in die Kinos zu kommen, könnte es doch einen wichtigen Beitrag zu der momentan äußerst hitzigen Diskussion um Atomenergie und die Sicherheit der Reaktoren darstellen. Könnte – wenn es sich hierbei um einen guten Film handeln würde. Doch das ist leider so gar nicht der Fall.

Der Samstag im April 1986 scheint ein ganz normaler Frühlingstag zu sein. Die Sonne scheint, die Menschen genießen ihre Freizeit und freuen sich über das schöne Wetter. Was sie nicht ahnen: an diesem Morgen ist im nahegelegenen Atomkraftwerk Tschernobyl ein Reaktor explodiert. Obwohl die Lage für die Bevölkerung immer gefährlicher wird, schweigt die Parteileitung. Für den loyalen Parteifunktionär Valerij Kabysh (Anton Shagin) beginnen nun die schwierigsten Stunden seines Lebens: einerseits kennt er die Wahrheit über die Katastrophe, andererseits will er sich nicht gegen den Willen seiner Partei stellen. Und so versucht er ohne große Worte zu verlieren, sich und seine Freundin Vera (Svetlana Smirnova-Marcinkevich) vor der unsichtbaren Gefahr zu retten. Doch die Flucht will einfach nicht gelingen und so findet sich Valerij bald auf einer Hochzeit eines guten Freundes wieder und wird dort im Angesicht einer ungewissen Zukunft mit seinen Fehlern der Vergangenheit konfrontiert...

Die ersten Minuten von "An einem Samstag" sind bedrückend und lassen ein äußerst realistisches, beklemmendes Drama erwarten. Doch schon hier wird klar, dass der Zuschauer durch den allzu verwackelten Handkamerastil rasch an die Grenzen des Zumutbaren gebracht wird. Und wenn Valerij und Vera dann durch die Gegend stolpern, rennen, von Menschen angerempelt, umarmt oder festgehalten werden, immer verfolgt von der unruhigen Kamera, ist der an sich wichtige Ausgangspunkt der Geschichte schnell vergessen.

Das Argument, das verwackelte Bilder den Zuschauer mitten in das Geschehen transportieren oder sich bewusst gegen Mainstramprodukte stellen, zieht schon lange nicht mehr. Dieser Inszenierungsstil ist in den letzten Jahren völlig überstrapaziert worden und funktioniert nur noch in wenigen Fällen. Hier stößt er den Zuschauer eher von sich, als ihn in die Handlung zu integrieren. Wenn sich dann auch die Geschichte noch in unnötig langen Musikeinlagen und unerträglichen Dialogen verliert, geht auch noch das letzte Potential der Thematik völlig verloren.

Mag sein, dass Regisseur Alexander Mindadze die besten Intentionen hatte und es ist durchaus erkennbar, warum er nach den ersten Minuten den Fokus von der Katastrophe weg auf das "normale" Leben lenkt. Doch manchmal führen auch die besten Intentionen auf den falschen Weg, und der ist in diesem Fall einfach nur verwackelt und langweilig. "An einem Samstag" mag gerade im momentanen politischen Klima sehr interessant klingen, doch das, was der Zuschauer hier für sein Geld geboten bekommt, trägt zu der wichtigen Diskussion wenig mehr als hämmernde Kopfschmerzen bei.

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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