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Dezember 2018
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Annie

Annie

USA 2014 - mit Quvenzhané Wallis, Jamie Foxx, Rose Byrne, Cameron Diaz, Bobby Cannavale u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Annie
Genre:Musikfilm, Kinderfilm
Regie:Will Gluck
Kinostart:15.01.2015
Produktionsland:USA 2014
Laufzeit:ca. 119 Min.
FSK:ab 0 Jahren
Webseite:www.annie-film.de
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Vom Comic zum Musical zum Kinofilm – Die Erfolgsgeschichte des kleinen Waisenmädchens "Annie" dauert nun schon über 90 Jahre an. Richtig populär wurde die Geschichte aber erst 1977 durch das Broadway-Musical mit den Songs von dem Komponisten Charles Strouse und dem Texter Martin Charnin. Lieder wie "It’s a Hard Knock Life" oder "Tomorrow" wurden auch jenseits der Musical-Bühne zu echten Klassikern, die bis heute gerade in den USA fast jedes Kind kennt. Bereits 1982 versuchte sich Regisseur John Huston an einer Filmadaption des erfolgreichen Stoffes, die aber an den Kinokassen floppte. Auch ein TV-Film von 1999 konnte an den großen Erfolg der Bühnenfassung nicht anschließen. Das hielt das Produzententeam um Will Smith und Jay Z, der Ende der 90er mit einem Sample von "It’s a Hard Knock Life" die Charts stürmte, nicht davon ab, eine weitere Filmversion von "Annie" inszenieren zu lassen. Die alte Weisheit "Aller guten Dinge sind Drei" bewahrheitet sich dabei allerdings leider nicht.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht das kleine Waisenmädchen Annie (Quvenzhané Wallis), die mit einigen anderen Mädchen bei der fiesen Pflegemutter Miss Hannigan (Cameron Diaz) lebt. Obwohl es das Leben nicht wirklich gut mit Annie gemeint hat, gibt sie den Traum von einer besseren Zukunft nicht auf. Und die könnte es für das Mädchen tatsächlich geben, als sie eines Tages von dem New Yorker Bürgermeisterkandidaten Will Stacks (Jamie Foxx) medienwirksam davor gerettet wird, von einem Auto überfahren zu werden. Nachdem sich diese kurze Begegnung extrem positiv auf die Wählerumfragen auswirkt, beschließen der durchtriebene Wahlkampfleiter Guy (Bobby Cannavale) und Stacks` Beraterin Grace (Rose Byrne), dass der nicht gerade menschenfreundliche Millionär die kleine Annie bei sich aufnehmen sollte, um so die Sympathie der Wähler für sich gewinnen zu können. Nur widerwillig stimmt Stacks dem Plan zu, nicht ahnend, dass seine neue Mitbewohnerin mit ihrer selbstbewussten Art und ihrem unerschütterlichen positiven Gemüt sein Leben für immer verändern wird…

Keine Frage, die Geschichte von "Annie" ist im Kern ein wirklich nettes Großstadtmärchen. Und einige der Songs haben – zumindest in der englischen Originalversion – durchaus Ohrwurmqualitäten. Ein paar tolle und sehr stimmungsvolle Aufnahmen von New York sorgen zudem für eine ansprechende Atmosphäre. Dennoch hinterlässt die von Regisseur Will Gluck ("Einfach zu haben") inszenierte Adaption des Broadway-Erfolgs gelinde gesagt keinen besonders positiven Eindruck. Das liegt an mehreren Faktoren. Zum einen liefern einige der Darsteller ein fast schon peinlich überzogenes Spiel ab, allen voran Cameron Diaz als böse Pflegemutter und Bobby Cannavale als das wandelnde Klischee eines schmierigen Politberaters. Aber auch die extrem altklug agierende Quvenzhané Wallis macht den Film nicht gerade zu einem Genuss. Warum das Mädchen dafür auch noch mit einer Golden Globe Nominierung belohnt wurde, bleibt bis zum triefend kitschigen Ende ein Rätsel. Jamie Foxx schließlich gibt sich gar nicht erst große Mühe, eine erkennbare Schauspielleistung abzuliefern, wofür man ihm eigentlich seinen Oscar wegnehmen sollte.

Sowohl diese Darsteller, als auch Regisseur Will Gluck haben in der Vergangenheit mehr als einmal bewiesen, dass sie Talent haben – zum Teil sogar richtig viel davon. In dieser musikalischen Fremdschämparade ist davon allerdings herzlich wenig zu spüren. Schuld daran trägt auch das äußerst schwache Drehbuch, das eine einzige Ansammlung von Klischees, flachen Gags und allzu dick aufgetragenen Kitschmomenten zu sein scheint. Sicherlich, der Film richtet sich in erster Linie an ein recht junges Publikum und da mögen eine dramaturgische Tiefe und schauspielerische Höchstleistungen nicht unbedingt von Nöten sein. Doch wenn das Endprodukt ein mit zwei Stunden viel zu langes seelenloses Kommerzprodukt mit einer Halbwertzeit von 5 Minuten ist, dann muss so eine harsche Kritik auch erlaubt sein.

Eine zeitgemäße Version von "Annie" zu inszenieren, war im Prinzip keine schlechte Idee. Und einige der Songs funktionieren – solange sie nicht in der synchronisierten Fassung zu hören sind – auch heute noch sehr gut. Doch eine gute Idee und ein paar eingängige Lieder machen eben noch lange keinen guten Film. Und so kommt mit dem Filmmusical der erste amtliche Flop in unsere Kinos. Dafür gibt es mit allerbestem Willen nur für hartgesottene Musical-Fans ein knappes: Sehr bedingt sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Annie (USA 2014)"
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