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Anonymus

Anonymus

USA/Deutschland 2011 - mit Rhys Ifans, Vanessa Redgrave, David Thewlis, Joely Richardson, Sebastian Armesto ...

Filminfo

Originaltitel:Anonymous
Genre:Drama, Thriller
Regie:Roland Emmerich
Kinostart:10.11.2011
Produktionsland:USA/Deutschland 2011
Laufzeit:ca. 129 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.anonymus-film.de
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Von Roland Emmerich ist man ja eigentlich Filme gewohnt, in denen es richtig kracht und in denen Aliens oder Naturgewalten die Erde zu zerstören versuchen. Doch nun schlägt der 55jährige Schwabe mit "Anonymus" ganz neue Töne an. In dem mit für Emmerichs Verhältnisse sehr kleinem Budget entstandenen Historiendrama geht der Regisseur der Frage nach, ob William Shakespeare tatsächlich der Autor seiner Stücke gewesen ist.

Dem Film liegt dabei die These zugrunde, die Kurt Kreiler in seinem Buch "Der Mann, der Shakespeare erfand" vertritt: laut Kreiler war es eben nicht Shakespeare, im Film gespielt von Rafe Spall ("Zwei an einem Tag"), aus dessem genialen Geist Meisterwerke wie "Romeo und Julia" oder "Henry V." entsprungen sind. Es war der Adlige Edward de Vere (Rhys Ifans), der seit frühester Jugend eine extreme Liebe zum Theater offenbart hatte und mit seinen Worten sogar die junge Elisabeth I. (Joely Richardson) verführen konnte. Doch da es sich für den Adel nicht gehörte, niederen Tätigkeiten wie dem Schreiben von Theaterstücken nachzugehen, musste Edward anonym bleiben. Statt dessen engagierte er den Schauspieler William Shakespeare, damit sich dieser fortan als Verfasser von de Veres Stücken ausgibt. Doch als Sir William Cecil (David Thewlis), Berater der Königin, befürchten muss, dass sein Intimfeind Edward sein Talent und Shakespeares immer stärker wachsende Popularität für politische Zwecke nutzen könnte, was auch Einfluss auf die Thronfolge haben würde, startet er eine Intrige von fast Shakespearischem Ausmaß...

"Anonymus" ist eigentlich nur in visueller Hinsicht ein echter Emmerich-Film. Die Mischung aus großen Sets und aufwendigen Computeranimationen, gepaart mit der opulenten Ausstattung machen den Film zu einem echten Augenschmaus. Auch die Darsteller, ein rein britisches Ensemble, können durchweg überzeugen. Während sich Rhys Ifans ("Mr. Nice") erstaunlich zurückhaltend gibt, gefällt insbesondere Rafe Spall als etwas anderer Shakespeare. Hier ist er nicht der große Poet, der geniale Stückeschreiber, sondern ein talentloser Taugenichts, ein Lustmolch, Erpresser und selbstverliebter Trottel. Und den gibt Spall derart vergnüglich, dass es eine wahre Freude ist, diesen Shakespeare aus tiefstem Herzen zu hassen.

Was die Umsetzung der Geschichte angeht, so könnte sich hier so mancher Zuschauer leicht überfordert fühlen. Während der Film in der Gegenwart beginnt, springt er nach einer kurzen Einführung in das England des 16. Jahrhunderts, nur um kurze Zeit später noch einmal ein paar Jahre in die Vergangenheit zu schauen. Von da an spielt sich die Handlung auf zwei Zeitebenen ab, wobei die optische Ähnlichkeit einiger Charaktere nicht unbedingt dazu beiträgt, dass der Zuschauer dem Ganzen wirklich folgen kann. Dass gerade die erste Hälfte recht verwirrend ist, ist Emmerich allerdings bewusst. Doch, so sagt er selber, darf ein Thriller – und als solcher kann "Anonymus" in mancher Hinsicht zweifelsohne bezeichnet werden – durchaus verwirren, so lange am Ende alle Fragen geklärt sind. Doch ob tatsächlich alle vom Anfang verwirrten Zuschauer auch bis zum Ende dabei bleiben und nicht irgendwann frustriert einfach abschalten, darf bezweifelt werden.

Und das ist wirklich schade. Denn die Geschichte, ganz gleich, ob man ihr nun in Ansätzen Glauben schenken mag, ist absolut einnehmend und spannend. Die Intrige, die Sir William Cecil spinnt, die Erpressungsversuche, die ein gieriger William Shakespeare unternimmt, die heimliche Liebe eines adligen Dichters und der Königin, all das hat ungeheures Unterhaltungspotential. Und wenn dann auch noch die wahre Herkunft und Verbindung einiger Charaktere untereinander offenbart wird, nimmt das Ganze Ausmaße an, die sich selbst ein Shakespeare nicht hätte tragischer ausdenken können.

In erster Linie will "Anonymus" ein Unterhaltungsfilm sein. Die provokante Thematik dient eigentlich nur dazu, das Interesse der Zuschauer an dem Werk zu wecken. Denn die Frage, ob Shakespeare seine Stücke selbst geschrieben hat, oder nicht, ist wahrlich nicht neu. Unzählige Bücher und Theorien beschäftigen sich mit der Fragestellung, es werden immer wieder mal nachvollziehbare, mal völlig absurde Ideen geäußert, wer tatsächlich die Feder geschwungen hat. Mal war es ein Adliger, mal ein anderer Autor, mal waren es gleich mehrere verschiedene Schreiber. Die einzig wahre Antwort werden wir wohl nie erfahren. Und auch der Film bedient sich in erster Linie nur Spekulationen. Doch den Anspruch, die tatsächliche Wahrheit zu erzählen, hat Emmerich ohnehin nie erhoben. Sein Ziel war es, auf möglichst unterhaltsame Art zu zeigen, dass es einige ungeklärte Fragen gibt und darauf aufbauend eine ganz eigene Alternative der Geschichte zu erzählen. Und auch, wenn der Anfang etwas verwirrend ist und der Film insgesamt sein Potential nicht ganz auszuschöpfen vermag, so ist Roland Emmerich doch auch bei diesem für ihn doch etwas anderen Film seinem Unterhaltungsauftrag wieder sehr gut nachgekommen. Sehenswert!

Lesen Sie hier auch das große Interview mit Roland Emmerich zu "Anonymus"

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Anonymus (USA/Deutschland 2011)"
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