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August 2018
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Auf dem Weg zur Schule

Auf dem Weg zur Schule

Frankreich 2013 - mit Jackson Saikong, Zahira Badi, Carlito Janez, Samuel J. Esther u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Sur le Chemin de l`école
Genre:Dokumentarfilm
Regie:Pascal Plisson
Kinostart:05.12.2013
Produktionsland:Frankreich 2013
Laufzeit:ca. 77 Min.
FSK:ab 0 Jahren
Webseite:www.aufdemwegzurschule.senator.de
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Das dürften alle Eltern kennen: Hat man es mit viel Mühe, wiederholten Ermahnungen oder auch mal etwas kaltem Wasser endlich geschafft, den Nachwuchs aus dem Bett zu bekommen, folgen daraufhin minutenlange Jammerorgien, dass Schule so doof sei und dass man seine Zeit doch mit so vielen schöneren Dingen verbringen könnte. Und der Schulweg ist ja auch sooooo lang. 15 Minuten in der Bahn. Das pure Grauen. Und vielleicht ertappt man sich dann als Erwachsener dabei, dass man früher ganz genau so gedacht hat. Doch was für viele Kinder in unserer Gesellschaft eine Qual ist, ist für Kinder in anderen Ländern ein echtes Privileg. Ein Privileg, für das sie bereit sind, Tag für Tag enorme Strapazen auf sich zu nehmen, um etwas lernen zu dürfen. In seinem dramaturgisch aufbereiteten Dokumentarfilm "Auf dem Weg zur Schule" stellt Regisseur Pascal Plisson einige solcher Kinder vor und begleitet sie auf ihren anstrengenden, weiten und mitunter sogar gefährlichen Weg zur Schule.

Da gibt es zum Beispiel den elfjährigen Jackson aus Kenia, der erst einmal ein Wasserloch buddeln muss, um seine Schuluniform waschen zu können und um sich Trinkwasser für den langen Weg zu beschaffen, der er mit seiner kleinen Schwester Salome durch die Savanne zurücklegen muss. Oder die 12jährige Zahira, die nur für das Wochenende nach Hause kommt und an jedem Montag den 22 Kilometer langen Weg durch das Atlasgebirge bewältigen muss, um pünktlich zum Unterricht zu erscheinen. Ganze 18 Kilometer legen der 11jährige Carlito und seine Schwester Mica jeden Tag im argentinischen Patagonien zurück, wobei loses Geröll den Weg für das Pferd, das sie trägt, nicht gerade einfach und ungefährlich macht. Und schließlich ist da noch der 13jährige Samuel aus Indien, der im Rollstuhl sitzt und jeden Tag von seinen Brüdern Emmanuel und Gabriel vier Kilometer durch unwegsames Gebiet geschoben werden muss. Es sind anstrengende Wege voller Strapazen, die diese Kinder in Kauf nehmen müssen. Doch sie alle vereint der eiserne Wille, diese Herausforderung immer wieder zu meistern, um die Bildung zu bekommen, die ihnen eines Tages ein besseres Leben ermöglichen kann…

Wenn man sieht, was die jungen Protagonisten aus "Auf dem Weg zur Schule" nicht nur für ihre Schulbildung, sondern ganz allgemein in ihrem Leben Tag für Tag meistern müssen, dann rückt das schon so Einiges, über das man sich hierzulande gerne mal beschwert, in ein anderes Licht. Wie oft verdrehen wir genervt die Augen, wenn die U-Bahn morgens mal wieder fünf Minuten Verspätung hat oder wenn es auch nur ein paar Tropfen regnet. Doch ganz besonders deutlich wird hier, was für ein wertvolles Gut die Bildung ist und dass auch den Kindern hier verdeutlicht werden muss, dass der Zugang zu schulischer Bildung keine Selbstverständlichkeit ist. Sicherlich lässt sich an unserem Schulsystem und den Lehrplänen eines verbessern. Und auch müssten nicht nur viele Schüler, sondern auch Lehrer und Eltern etwas an ihrer Einstellung ändern, damit ein solches Bewusstsein überhaupt entstehen kann. Daran wird auch dieser Film nichts ändern. Doch wenn er auch nur bei ein paar Wenigen etwas bewegt, dann hat er sein Ziel auf jeden Fall erreicht.

Soweit zu den idealistischen Aspekten des Films. Rein handwerklich gesehen ist "Auf dem Weg zur Schule" leider nicht so lobenswert. Die Entscheidung, das Geschehen nicht wirklich dokumentarisch, sondern deutlich nachinszeniert zu präsentieren, nimmt dem Ganzen durchaus etwas von seiner Kraft. Dass den Kindern hier auf ihrem Weg alles Schlimme wiederfährt, was in Wirklichkeit vielleicht im Laufe von mehreren Monaten oder Jahren geschieht, wirkt einfach etwas überzogen und auch nicht hundertprozentig glaubwürdig. Dabei hätte der Film eine solche Dramatisierung gar nicht nötig gehabt. Denn wenn die Kinder kurz vor dem Abspann einmal in ihren eigenen Worten erzählen dürfen, was Schule für sie bedeutet, was ihre Träume und ihre Wünsche sind, dann wird deutlich, dass hier genügend Stoff für eine richtig spannende, unverfälschte Dokumentation vorhanden gewesen wäre.

So wirkt das Ganze zu gestellt, etwas hölzern und auf Dauer auch ein klein wenig langweilig. Das ändert zwar Nichts daran, dass dies ein insgesamt guter und wichtiger Film geworden ist. Doch es bleibt am Ende das Gefühl, dass der Film mit weniger Inszenierung und mehr Echtheit wesentlich kraftvoller und dadurch auch effektiver hätte ausfallen können. Dennoch gibt es unterm Strich gerade für bockige Schulkinder ein klares: Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Auf dem Weg zur Schule (Frankreich 2013)"
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