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Mai 2019
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Ben Hur

Ben Hur

USA 2016 - mit Jack Huston, Toby Kebbell, Rodrigo Santoro, Nazanin Boniadi, Morgan Freeman u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Ben-Hur
Genre:Abenteuer
Regie:Timur Bekmambetov
Kinostart:01.09.2016
Produktionsland:USA 2016
Laufzeit:ca. 123 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.facebook.com/BenHurDE
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Es gibt Filme, die kennt nahezu fast Jeder, auch dann, wenn man sie eigentlich nicht gesehen hat. "Ben Hur" von William Wyler aus dem Jahr 1959 mit Charlton Heston ist ein solcher Film. Das fast vierstündige Epos ist Teil der Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts und gehört bis heute zu den Meilensteinen der Kinogeschichte. Auch wenn der Zahn der Zeit ein wenig an dem Film genagt hat, so funktioniert doch nicht nur das legendäre Wagenrennen auch heute noch erstaunlich gut. Trotzdem war Hollywood davon überzeugt, dass es eine gute Idee wäre, den Klassiker noch einmal aufzumotzen und ein Remake zu inszenieren, für das Action-Spezialist Timur Bekmambetov auf dem Regiestuhl Platz nehmen durfte. In den USA wurde die Neuverfilmung von Kritikern zerrissen und auch das Publikum zeigte sich wenig begeistert. Doch ist der Film tatsächlich so schlecht, dass dies den Total-Flop an den amerikanischen Kinokassen rechtfertigt?

Die Geschichte ist im Kern unverändert geblieben. Allerdings wurde die auf dem Roman von Carol Wallace basierende Story auf eine Laufzeit von knapp zwei Stunden gestrafft. Im Mittelpunkt steht der wohlhabende Judah Ben Hur (Jack Huston), der fälschlicherweise des Mordanschlags auf Pontius Pilatus (Pilou Asbæk) beschuldigt wird und, von seinem Adoptivbruder Messala (Toby Kebbell) verraten, als Sklave auf einer römischen Galeere landet. In den folgenden Jahren gibt es für Ben Hur nur ein Ziel: zu überleben, um sich an Messala zu rächen und um seine große Liebe Esther (Nazanin Boniadi) wieder zu sehen. Als es ihm endlich gelingt, nach Jerusalem zurück zu kehren, gibt es für ihn nur einen Weg, um Freiheit und Gerechtigkeit zu bekommen. Er muss Messala in einem tödlichen Wagenrennen besiegen…

Der 2016er "Ben Hur" ist zwar längst nicht so schlecht, wie man nach den Stimmen aus den USA hätte befürchten können. Aber ein wirklich guter Film ist dieses Remake leider auch nicht. Es gibt einige sehr gut umgesetzte Actionszenen, wie etwa die Kollision, die zum Untergang der Sklavengaleere führt, oder natürlich das Wagenrennen, das mit einigen spektakulären 3D-Momenten aufwarten kann. Doch für jeden mitreißenden Moment gibt es mindestens drei extrem langatmige Dialogszenen, die vor unfreiwilliger Komik nur so strotzen. Selbst ein gestandener Mime wie Morgan Freeman ist nicht stark genug, um gegen das vor Klischees nur so strotzende Drehbuch anzuspielen. Zudem hat man gerade beim sporadischen Auftauchen von Jesus (Rodrigo Santoro) das Gefühl, dass die Macher ihre Zuschauer für nicht intelligent genug halten, dass sie kapieren, um wen es sich bei dem Mann handelt. Denn die wenig subtile Art, auf die Santoro hier bekannte Momente aus der Bibel rezitieren muss, grenzt fast schon ans ärgerlich Lächerliche.

Doch das ist nicht der größte Kritikpunkt, mit dem "Ben Hur" zu kämpfen hat. Denn Bekmambetov versteht es an sich perfekt, seinen Film gut aussehen zu lassen, so dass man über manche dramaturgische Schwäche hinwegsehen könnte. Das eigentliche Problem ist vielmehr, dass der Film streckenweise erschreckend langweilig und extrem bieder inszeniert ist. Man wird von dem Schicksal der Figuren einfach nicht mitgerissen, da diese viel zu eindimensional gezeichnet sind. Hier wurde wirklich am falschen Ende gespart und es bleibt zu hoffen, dass Hollywood aus einem solchen Flop lernt. Denn gute Effekte und ein wenig Spektakel reichen nicht aus, wenn es am Drehbuch und vor allem an den Hauptdarstellern hapert. Mag sein, dass Jack Huston ein ordentlicher Schauspieler ist. Im fehlt aber das nötige Charisma, das etwa sein Vorgänger Charlton Heston ausgestrahlt hat. Huston hat keinerlei Ecken und Kanten und wirkt dadurch extrem austauschbar – was natürlich für ein Helden-Epos wie dieses nicht gerade zuträglich ist.

Wer hofft, dass dieses Remake ein großes Epos mit viel Spektakel und hohen Schauwerten ist, der wird zumindest teilweise zufrieden gestellt. Wem es dann auch noch gelingt, über die flachen Dialoge und die vielen Klischees hinwegzusehen, der könnte dann auch tatsächlich sehr gut unterhalten werden. Doch wer auch von der Geschichte und ihren Figuren ein wenig mehr Tiefe erwartet, der wird bitterlich enttäuscht. Und deshalb gibt es auch nur mit großen Abstrichen gerade noch so ein: Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Ben Hur (USA 2016)"
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