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Juni 2018
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Berberian Sound Studio

Berberian Sound Studio

Großbritannien 2012 - mit Toby Jones, Tonia Sotiropoulou, Cosimo Fusco, Susanna Cappellaro, Antonio Mancino u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Berberian Sound Studio
Genre:Mystery, Horror, Thriller
Regie:Peter Strickland
Kinostart:13.06.2013
Produktionsland:Großbritannien 2012
Laufzeit:ca. 92 Min
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.rapideyemovies.de
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So hat sich der britische Sounddesigner Gilderoy (Toby Jones) seinen neuen Job in dem italienischen Berberian Sound Studio nicht vorgestellt: schon am Empfang wird er wenig freundlich begrüßt, das technische Equipment ist ein wenig veraltet, der Strom fällt immer wieder aus und der Produzent Francesco (Cosimo Fusco), mit dem Gilderoy zusammen arbeiten muss, scheint mehr an den Synchronsprecherinnen, als an der Arbeit interessiert. Zudem erweist sich der Film von Horror-Regisseur Santini (Antonio Mancino), für den der Brite den richtigen Sound erschaffen soll, als äußerst gewalttätig und verstörend. Gilderoy versucht mit aller Kraft, seine Professionalität zu wahren und seine Arbeit so gut als möglich zu erledigen. Doch je länger er sich mit dem Film beschäftigt, desto mehr wird er in dessen düstere Alptraumwelt hinein gezogen – bis sich für ihn die Grenzen zwischen Realität und Fiktion langsam aufzulösen scheinen…

"Berberian Sound Studio" ist auf den ersten Blick eine stimmungsvolle Hommage an den italienischen Giallo-Film der 1970er, jener Mischung aus Krimi und Horror, die sich durch eine für damalige Verhältnisse recht explizite Darstellung von Gewalt und Sex auszeichnete. Wie beim Giallo üblich, wird auch in Peter Stricklands zweitem Spielfilm die Hauptfigur eher unfreiwillig in das düstere Geschehen hineingezogen. Allerdings, und das zeichnet den Film aus, verzichtet Strickland komplett darauf, die Gewalt, mit der Gilderoy bei seiner Arbeit konfrontiert wird, zu zeigen. Vielmehr werden die Grausamkeiten des Werkes, das der Sounddesigner bearbeiten muss, nur durch die Effekte, die im Tonstudio hergestellt werden, und durch Gilderoys von Abscheu und Furcht geprägter Mimik ausgedrückt. Dadurch entsteht eine ganz besondere Atmosphäre, die durch den fast vollständigen Verzicht auf natürliche Beleuchtung großartig unterstrichen wird.

Wie Gilderoy fühlt sich auch der Zuschauer fremd in dieser Welt, fühlt sich aber gleichzeitig auf eine faszinierende Art von ihr angezogen. Das gelingt Strickland dadurch, dass er die Mystery-Elemente der Geschichte immer wieder mit ein wenig Humor auflockert. Während man sich etwa fragt, warum es den Flug, mit dem Gilderoy nach Italien gekommen ist, nach Aussage der Buchhaltung gar nicht gegeben hat oder was es mit den Briefen von seiner Mutter auf sich hat, die für ihn eine Art Brücke in seine gewohnte Welt darstellen, sorgen die beiden Massimos für einige richtig amüsante Momente, wenn sie Melonen malträtieren, um möglichst derbe Soundeffekte zu erreichen.

Auch als eine Liebeserklärung an die Arbeit von Sounddesignern in einer prä-digitalen Ära steckt "Berberian Sound Studio" voller ganz wunderbarer Momente. Es macht einfach Spaß, den Figuren bei ihrer Arbeit zuzusehen. So ist Peter Strickland gerade in der ersten Stunde ein wirklich großartiges Werk gelungen, das trotz seines kammerspielartigen Charakters gerade für Fans des Horrorkinos der 70er Jahre ein echter Leckerbissen ist. Doch leider verlaufen die guten Ideen am Ende völlig im Leeren. Hier kann natürlich argumentiert werden, dass Strickland die Geschichte auf eine Ebene verlagert hat, die von dem Zuschauer verlangt, komplett abstrakt zu denken, um die Bedeutung des immer wirrer werdenden Geschehens verstehen zu können. Zudem kann ja auch durchaus ein gewisser Reiz dadurch entstehen, wenn einem nicht alles vorgekaut wird und am Ende eine gewisse Zweideutigkeit bleibt. Alles Argumente, die durchaus richtig sind. Das Problem aber ist, dass beim "Berberian Sound Studio" gar kein richtiger Schluss präsentiert wird. Die Geschichte verläuft einfach im Leeren.

In das, was in den letzten Minuten passiert, kann man zwar viel hineininterpretiert werden, ist das Ganze doch ein verstörender Trip in die Untiefen der menschlichen Psyche – und die birgt, wie jeder Psychoanalytiker bestätigen wird, bekanntlich jede Menge Deutungspotential. Dennoch wirkt das Ganze so, als seien Strickland hier einfach die Ideen ausgegangen, als sei er einfach damit überfordert gewesen, für seine an sich großartige Geschichte ein adäquates Ende zu finden. Es wird mit Sicherheit Zuschauer geben, die gerade darin die Genialität des Films sehen werden. Doch für die Meisten wird der anfangs noch so einnehmende, spannende und auch amüsante Besuch im "Berberian Sound Studio" mit einer herben Enttäuschung enden. Und dafür gibt es am Ende leider auch nur ein: nur mit deutlichen Abstrichen für Liebhaber des etwas anderen Horrorfilms sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Berberian Sound Studio (Großbritannien 2012)"
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