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Boyhood

Boyhood

USA 2014 - mit Ellar Coltrane, Ethan Hawke, Patricia Arquette, Lorelei Linklater u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Boyhood
Genre:Drama
Regie:Richard Linklater
Kinostart:05.06.2014
Produktionsland:USA 2014
Laufzeit:ca. 165 Min.
FSK:ab 6 Jahren
Webseite:www.boyhood-film.de
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Es ist ein höchst interessantes und auf seine Art einmaliges Filmexperiment, das Regisseur Richard Linklater mit "Boyhood"  abliefert. In einem Zeitraum von elf Jahren hat der Filmemacher immer wieder mit dem gleichen Darstellerensemble kurze Episoden gedreht, aus denen er nun den Weg des sechsjährigen Mason (Ellar Coltrane) durch seine Kindheit nachgezeichnet hat. Was mit dem Umzug mit seiner Mutter Olivia (Patricia Arquette) und seiner älteren Schwester Samantha (Lorelei Linklater) nach Huston beginnt, bringt bis zum Beginn der Collegezeit neue Freunde, einen herrischen Stiefvater, Ausflüge mit seinem lange abwesenden Vater Mason Sr. (Ethan Hawke), weitere Umzüge, die erste Liebe, Streitereien, Sehnsüchte, Versuchungen – das ganz normale Leben eben mit all seinen Höhen und Tiefen.

Sich auf dieses Experiment einzulassen, war sehr mutig. Schließlich mussten nicht nur regelmäßig Zeiträume gefunden werden, in denen alle Beteiligten die Zeit zum Drehen haben. Zum anderen stand zu befürchten, dass einer der Darsteller irgendwann aus dem Projekt aussteigen will. Dazu ist es zum Glück nicht gekommen, auch wenn sich ausgerechnet Linklaters Tochter Lorelei nach einigen Jahren gewünscht hat, dass ihr Vater ihre Figur sterben lässt. Geschichten, die den Weg eines Kindes zum Erwachsensein nachzeichnen, gab es schon sehr viele. Doch kamen dabei in der Regel verschiedene Darsteller oder Make-Up Effekte zum Einsatz. Nicht so hier. Und der Effekt, der dadurch entsteht, ist dann auch der vorrangige Grund, warum "Boyhood" so gut funktioniert.

Denn es wirkt nicht so, als dass man hier irgendwelchen überstilisierten Kunstfiguren zusieht, sondern dass man das Leben von echten Menschen verfolgt. Dadurch hat man nach knapp drei Stunden das Gefühl, dass man sehr viel mehr Zeit mit diesen Charakteren verbracht hat, dass man an ihrem Leben teilhaben konnte. Obwohl es eigentlich keine Geschichte im herkömmlichen Sinne gibt und Linklater stattdessen nur sporadische Momentaufnahmen bietet, entsteht eine sehr intensive und mitreißende Wirkung, die "Boyhood" zu so einem besonderen Film macht. Diese ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass der Film vielen Zuschauern die Möglichkeit bietet, hier Erinnerungen an die eigene Kindheit wiederzuentdecken oder sich mit anderen Aspekten der Handlung identifizieren zu können.

"Boyhood" ist ein Stück wahres Leben. Wie Richard Linklater das eingefangen hat, ist einfach großartig. Allerdings nur dann, wenn man sich darauf einlässt oder sich generell für ungewöhnliche Filmprojekte interessieren. Wer dagegen einfach nur gut unterhalten werden möchte und auf eine mitreißende Story hofft, für den könnte der Film zu einem regelrechten Gähn-Fest werden. Denn drei Stunden, in denen nicht sehr viel passiert, sind eine verdammt lange Zeit, zumal die Figuren mit all ihren sehr menschlichen Schwächen von vornherein nicht dafür gemacht sind, die ganz großen Sympathieträger zu sein.

Doch das wird eben nur dann zu einem Störfaktor, wenn man mit falschen Erwartungen an diesen Film herangeht. Betrachtet man ihn dagegen rein als Experiment und als sehr lebensnahes Filmkunstwerk, ist "Boyhood" ganz, ganz großes Kino und eine wirklich wunderbare Arbeit. Und als solche ist der Film dann auch trotz kleinerer Längen: Absolut sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Boyhood (USA 2014)"
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