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Cloud Atlas

Cloud Atlas

USA/Deutschland 2012 - mit Tom Hanks. Halle Berry, Jim Sturgess, Ben Whishaw, Jim Broadbent, Hugh Grant, Doona Bae ...

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Cloud Atlas
Genre:Fantasy, Abenteuer, Sci-Fi, Romantik, Thriller, Drama
Regie:Lana & Larry Wachowski, Tom Tykwer
Kinostart:15.11.2012
Produktionsland:USA/Deutschland 2012
Laufzeit:ca. 171 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.cloudatlas-derfilm.de
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Vorwürfe, denen sich das zeitgenössische Unterhaltungskino immer wieder ausgesetzt sieht, sind fehlender Mut, mangelnde Originalität und das ständige Aufwärmen bekannter und viel zu abgenützter Zutaten. In manchen Monaten kommt beim Blick auf das Kinoprogramm tatsächlich der Eindruck auf, als gäbe es kaum etwas anderes als Fortsetzungen oder Remakes. Sicherlich gibt es auch darunter immer wieder ganz hervorragende und extreme unterhaltsame Werke. Doch etwas, das sich neu oder erfrischend anders anfühlt, gibt es wirklich nur noch ganz selten. Das Problem dabei ist aber auch, dass es nicht nur den Machern an neuen Ideen und dem Mut, diese umzusetzen, mangelt, sondern auch, dass sich für ambitionierte, andersartige Filme nur schwer ein breites Publikum finden lässt. Und ohne Publikum werden lieber weiter lukrative Fortsetzungen finanziert.

Nun kommt mit "Cloud Atlas" endlich wieder ein Film in unsere Kinos, der sich den gängigen Sehgewohnheiten komplett entzieht. Ob man das Endergebnis nun faszinierend, wundervoll und schön oder langatmig, verwirrend und schrecklich findet, sei Jedem selbst überlassen. Geschmäcker sind zum Glück ja verschieden. Doch den Vorwurf mangelnder Originalität und fehlenden Mutes kann der aufwendigen Produktion nun wirklich nicht gemacht werden. Tom Tykwer inszenierte gemeinsam mit den Geschwistern Lana und Andy Wachowski ("Matrix") sechs miteinander verwobene Geschichten, die einen Zeitraum von 500 Jahren umspannen, wobei viele der prominenten Darsteller wie Tom Hanks, Halle Berry, Hugh Grant, Jim Broadbent oder Doona Bae gleich mehrere Rollen spielen durften. Dabei wurden sie durch die hervorragende Arbeit der Maskenbildner mitunter derart unkenntlich gemacht, dass es in einigen Fällen eine echte Überraschung ist, wenn im Abspann gezeigt wird, wer welche Figuren verkörpert hat.

Den Inhalt des Films kurz zusammen zu fassen, ist nahezu unmöglich und soll an dieser Stelle auch gar nicht erst versucht werden. (Mehr zum Inhalt finden Sie HIER im ausführlichen Story Guide). Auch eine genaue sachliche oder philosophische Analyse, zu der dieses Werk durchaus einlädt, macht in meinen Augen nur wenig Sinn. Denn "Cloud Atlas" ist einer der Filme, die jeder Zuschauer für sich ganz persönlich erfahren wird. Das Problem bei der enormen Flut an Bildern, Handlungssträngen und Bedeutungsebenen ist allerdings, dass es relativ lange dauert, bis sich der Film gesetzt hat. Da kann es schon mal passieren, dass sich der erste Eindruck im Laufe einiger Tage noch ändern kann, sofern das Gesehene einen nur schwer loslässt und man sich auch im Nachhinein noch auf eine genauere Reflektion einlässt. Da bei den meisten Kinobesuchern aber der unmittelbare Erfahrungswert zählt und der Film damit auch schnell abgehakt wird, könnte es "Cloud Atlas" schwer fallen, bei einem breiteren Publikum seine volle und tatsächliche Kraft zu entfalten.

Sicherlich lässt sich über bestimmte Aspekte des Films eine klare Aussage treffen. Die Ausstattung, die Spezialeffekte, die bereits erwähnte Arbeit der Maskenbildner und auch die meisten Darsteller können eigentlich nur positiv bewertet werden. Doch ob das auch für den Gesamteindruck gilt, hängt sehr viel mehr als bei anderen Filmen vom persönlichen Erleben des Films ab. Damit ist "Cloud Atlas" in etwa vergleichbar mit Terrence Malicks "The Tree of Life", der das Publikum ja auch extrem gespalten hat. Allerdings findet das Erleben des Films nicht wie bei Malick vornehmlich auf einer spirituellen Ebene statt. Bei "Cloud Atlas" kommen noch zahlreiche weitere Ebenen dazu, auf der dieser äußerst komplexe Film auf ganz persönliche Art empfunden werden kann. Und während die Einen von den Geschichten, den Bildern, der Musik oder einer Botschaft, die man zu erkennen glaubt, berührt und mitgerissen werden, lösen der Wust an ständig wechselnden Erzählsträngen, an philosophischen, religiösen oder ethischen Untertönen in der Geschichte oder der hier und da doch etwas dick aufgetragene Pathos bei anderen Langeweile, Unverständnis oder im schlimmsten Fall sogar pures Ärgernis aus.

Statt einer allgemein gehaltenen Empfehlung kann ich daher nur meine ganz persönliche Empfindung aussprechen. Mich hat "Cloud Atlas" auf einer rein technischen Ebene absolut fasziniert. Es hat mich zudem gefreut, dass mir hier etwas vorgesetzt wurde, das sich, obwohl es aus vielen bekannten Zutaten besteht, irgendwie neu und einfach anders angefühlt hat. Ich würde nicht so weit gehen, zu behaupten, dass ich alle Zusammenhänge zwischen den einzelnen Erzählsträngen und ihre zugrundeliegende Bedeutung verstanden hätte. Dennoch hat der Film mich nicht komplett verwirrt aus dem Kino entlassen. Vielmehr habe ich mich von den Bildern und einigen sehr starken Handlungselementen ein wenig erschlagen gefühlt, so dass ich mich auch nach der Pressevorführung nicht den üblichen Diskussionen mit meinen Kollegen gestellt habe. Ich habe den Film sich erst einmal setzen lassen, bevor ich zu dem Schluss gekommen bin, dass "Cloud Atlas" für mich persönlich ein ganz großartiger Film ist – dass ich aber gleichzeitig auch Jeden verstehen kann, den dieses Werk so gar nicht erreicht hat. Daher meine Empfehlung: wenn Sie das Gefühl haben, dass es im Kino immer nur das Gleiche zu sehen gibt, dann wagen Sie das Risiko und sehen sich "Cloud Atlas" an. Denn selbst, wenn Sie nicht zu denen gehören, die begeistert das Kino verlassen, so können Sie am Ende zumindest nicht behaupten, etwas Vergleichbares schon einmal in dieser Form gesehen zu haben. Und das ist doch auf jeden Fall das Eintrittsgeld wert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Cloud Atlas (USA/Deutschland 2012)"
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