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Crazy Horse - DVD

Crazy Horse - DVD

USA / Frankreich 2011

Filminfo

Originaltitel:Crazy Horse
Genre:Dokumentarfilm
Regie:Frederick Wiseman
Verkaufsstart:15.02.2013
Produktionsland:USA / Frankreich 2011
Laufzeit:ca. 124 Min.
FSK:ab 16 Jahren
Anzahl der Disc:1
Sprachen:Französisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:Deutsch
Bildformat:16:9 (1.66:1)
Extras:Trailer
Regionalcode:2
Label:Pierrot Le Fou
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Film: Das CRAZY HORSE ist seit über sechzig Jahren eine echte Institution des Pariser Nachtlebens. Das Varieté-Lokal ist sehr viel mehr, als ein einfacher Strip Club, richten sich seine freizügigen Tanzshows doch eher an ein anspruchsvolles Publikum, das aus aller Welt kommt, um dem CRAZY HORSE einen Besuch abzustatten. Mittlerweile gibt es in verschiedenen Ländern Ableger des Kabaretts, doch das Lokal in Paris ist in Sachen Popularität bis heute unerreicht. 1951 von Alain Bernardin gegründet, wurde das CRAZY HORSE nach seinem Tod einige Jahre von seinen Kindern geleitet, die das berühmte Haus dann an eine Investorengruppe verkauft haben, die heute die Geschäfte leiten. Der Filmemacher Frederick Wiseman wirft nun in seiner neusten Dokumentation einen Blick hinter die Kulissen des legendären Etablissements und zeigt dabei, wie schwer es ist, finanzielle Interessen und künstlerischen Anspruch unter einen Hut zu bringen.

"Crazy Horse" ist eine rein beobachtende Dokumentation. In den meisten Momenten des Films hält sich Wiseman komplett im Hintergrund und lässt den Zuschauer durch die Linse seiner Kamera ganz nah am alltäglichen Leben im CRAZY HORSE teilhaben. Im Mittelpunkt steht dabei der gefeierte Choreograph Philippe Decouflé, der schon für die Eröffnungszeremonie der olympischen Winterspiele 1992 verantwortlich war. Er soll dem guten Ruf des CRAZY HORSE mit einer edlen, anspruchsvollen und erotischen Show gerecht werden. Für Decouflé ist klar: um dem Zuschauer höchstes Niveau bieten zu können, muss das Haus für einige Zeit schließen, um die Show perfekt einzustudieren und die technischen Anforderungen aufzurüsten. Damit stößt er bei den Teilhabern aber auf Widerstand. Es kommt zu extremen Spannungen, da für ihn Kunst eben kein Business Plan ist.

Der Film dokumentiert die Suche nach einer Lösung zwischen Kunst und Kommerz, zeigt, wie die Kostüme genäht, die Perücken gepflegt, die einzelnen Nummern einstudiert oder neue Tänzerinnen gecastet werden. Es wird auf Schwierigkeiten unter der Tänzerinnen eingegangen, etwa wenn sie Probleme damit haben, sich auf der Bühne gegenseitig zu berühren. Dem mitunter etwas chaotischen und problematischen Treiben hinter der Bühne stellt Wiseman einige längere Ausschnitte aus dem Bühnenprogramm entgegen. Schönheit, Ästhetik und edle Erotik stehen hier im Mittelpunkt und lassen nicht erahnen, wie viel Schweiß und Tränen, wie viel körperliche und geistige Anstrengung in einen reibungslosen Ablauf investiert werden und wie unzufrieden der Choreograf auch mit kleinsten Fehlern im Programmablauf ist.

"Crazy Horse" hat hier und da mit einigen Längen zu kämpfen, da Wiseman einige Momente einfach zu ausführlich beobachtet. Doch insgesamt bietet die Dokumentation einen wirklich spannenden und sehr interessanten Einblick auf und hinter die Bühne des legendären Varietés, der einerseits deutlich macht, warum dieser Ort als glitzernde, erotische Illusion auf seine Besucher nun schon seit Jahrzehnten eine derart große Faszination ausübt und wie schwer es auf der anderen Seite ist, diese Illusion aufrecht zu erhalten. Und all das macht diese mal sehr nüchterne, mal erotische Dokumentation dann auch: Sehenswert!

Bild + Ton: Da zum Test nur ein datenreduziertes Pressemuster zur Verfügung stand, kann an dieser Stelle keine Wertung über die finale Bild- und Tonqualität abgegeben werden.

Extras: Als Bonus ist lediglich der Trailer zum Film enthalten.

Fazit: "Crazy Horse" ist ein interessanter Einblick hinter die Kulissen einer der wohl bekanntesten Institutionen des Pariser Nachtlebens. Die Dokumentation beobachtet die Tänzerinnen, ihren Choreografen und andere Mitarbeiter des CRAZY HORSE bei der alltäglichen Arbeit, die weit weniger glamourös und sehr viel anstrengender ist, als die elegant-erotischen Aufführungen vermuten lassen. Eine etwas zu lange, aber dennoch sehr spanende Dokumentation, die dem Zuschauer einen ungeschönten Blick hinter den Vorhang erlaubt. Empfehlenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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