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Das Haus der Krokodile

Das Haus der Krokodile

Deutschland 2012 - mit Kristo Ferkic, Joanna Ferkic, Vijessna Ferkic, Christoph Maria Herbst, Gudrun Ritter ...

Filminfo

Genre:Kinderfilm, Thriller
Regie:Cyrill Boss & Philipp Stennert
Kinostart:22.03.2012
Produktionsland:Deutschland 2012
Laufzeit:ca. 89 Min.
FSK:ab 6 Jahren
Webseite:dashausderkrokodile.de
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Im Jahr 1976 sorgte die Verfilmung von Helmut Ballots Roman "Das Haus der Krokodile" als TV-Mehrteiler bei vielen Kindern für eine wohlige Gänsehaut. Noch heute gilt der Sechsteiler bei Vielen als eines der spannendsten TV-Erlebnisse ihrer Kindheit. 36 Jahre später haben sich die Regisseure Cyrill Boss und Philipp Stennert ("Neues vom Wixxer", "Jerry Cotton") erneut des Stoffes angenommen und haben daraus nicht nur eine sehenswerte Hommage an die TV-Serie, sondern insgesamt einen spannenden Gruselfilm für Kinder inszeniert.

Gerade erst ist der elfjährige Viktor Laroche (Kristo Ferkic) mit seinen Eltern und seinen beiden älteren Schwestern Cora (Joanna Ferkic) und Louise (Vijessna Ferkic) in die Wohnung seines Onkels (Dieter Schaad) in einem alten Herrenhaus gezogen, da müssen die Eltern ihre Kinder schon für einige Tage alleine lassen. Viktor nutzt die Zeit, um das alte Haus und vor allem das  "verbotene Zimmer", in dem noch allerhand alte Gegenstände seines Onkels untergebracht sind, zu erkunden. Doch als er völlig fasziniert von den afrikanischen Artefakten, Masken und ausgestopften Tieren durch das Zimmer streift, sieht er plötzlich im Spiegel einen fremden Mann hinter sich stehen. Doch da die Wohnungstür fest verschlossen ist, will Niemand dem Jungen glauben, dass tatsächlich ein Einbrecher in der Wohnung war. Doch Viktor ist sich sicher, dass er sich den Mann nicht nur eingebildet hat. Als er in der Wohnung weiter herum stöbert, findet er das Tagebuch von Cäcilie, der Tochter seines Onkels, die vor vielen Jahren auf mysteriöse Weise in dem Haus ums Leben gekommen ist. Viktor will nun um jeden Preis das Geheimnis um Cäcilie lösen und ist überzeugt, dass die mürrische Frau Debisch (Gudrun Ritter), ihr Sohn Friedrich (Christoph Maria Herbst) und die Krokodile, die er in Cäciles Tagebuch, im Zimmer seines Großvaters und im Treppenhaus gefunden hat, Schlüssel zur Lösung des Rätsels sind…

Die neue Version von "Das Haus der Krokodile" hätte gehörig in die Hose gehen können, hätten die Regisseure krampfhaft versucht, die Geschichte zu modernisieren und aus Viktor einen übercoolen Jungen zu machen, der den Fall mit Hilfe von iPhone und google löst. Doch stattdessen haben sich die Macher glücklicherweise auf die Zeitlosigkeit der Vorlage verlassen und sich auf eine möglichst spannende Umsetzung der Geschichte konzentriert. Dass dies gelungen ist, liegt an mehreren Faktoren. Zum einen ist das natürlich das Haus, das eine zentrale Rolle im Film einnimmt und beinahe als ein Hauptcharakter bezeichnet werden kann. Gefunden haben die Filmemacher die passende Location in Bad Homburg und mit Hilfe von Ausstattung und Setdesign wurde das Haus zum perfekten Schauplatz für diesen spannenden Kinderfilm verwandelt. Dank der richtigen Ausleuchtung und der geschickten Kameraeinstellungen erzeugt das Haus gerade bei jüngeren Zuschauern immer wieder eine richtige Gänsehaut.

Doch der beste Drehort wäre natürlich wirkungslos, wenn die Darsteller nicht adäquat darin agieren würden. Und hier haben die Regisseure erneut ein gutes Händchen bewiesen. Indem sie junge Darsteller engagiert haben, die nicht nur im Film, sondern auch im wirklichen Leben Geschwister sind, stimmt die Chemie zwischen den Dreien von Anfang an perfekt. Sehr schön ist auch, dass sowohl Viktor, als auch seine beiden Schwestern wie ganz normale Kinder bzw. Jugendliche gezeichnet sind und damit auch für die jungen Zuschauer(innen) eine gute Identifikationsfläche bieten. Auch die Erwachsenen sind gut besetzt: besonders Gudrun Ritter wirkt als kratzbürstige Frau Debisch wirklich furchteinflößend. Christoph Maria Herbst ist zwar auch hier wieder für einige eher komödiantische Momente zuständig, nimmt sich aber insgesamt so sehr zurück, dass auch er nicht zur Karikatur verkommt.

Schön ist auch, dass Thomas Ohrner, der den Viktor in dem TV-Mehrteiler gespielt hat, hier einen kleinen Gastauftritt absolvieren darf. Ohnehin schaffen es Cyrill Boss und Philipp Stennert sehr gut, sowohl der Romanvorlage, als auch der TV-Adaption gerecht zu werden und gleichzeitig aber auch etwas ganz Eigenes zu schaffen, das neben den beiden anderen Versionen der Geschichte eine absolute Daseinsberechtigung hat. Ob das Ganze für die heutige Generation nicht vielleicht zu langsam (man könnte es auch altmodisch nennen) ist, sei dahin gestellt. Fakt ist, dass sich die Sehgewohnheiten von Kindern in den letzten Jahrzehnten freilich verändert haben. Ob da noch eine eher klassische Gruselgeschichte begeistern kann, könnte eigentlich bezweifelt werden. Doch vielleicht ist auch gerade die Besinnung auf klassische Mittel der Spannungserzeugung, die auf knallige Effekte, einen bemüht  coolen Soundtrack und altkluge Kinder verzichtet und eher Urängste anspricht (Mann im Spiegel, knarrende Böden, ein sich drehender Türknauf) das, was auch eine neue Generation von "Das Haus der Krokodile"-Fans begeistern wird.

Zu Wünschen wäre es den Machern. Denn die haben sich wirklich viel Mühe gegeben, um einen richtig guten Gruselfilm für Kinder zu inszenieren, der kleine Zuschauer ab 6 Jahre nicht zu sehr verängstigt, sie aber vor lauter Spannung 90 Minuten lang fesseln kann. Und da dass Dank der Vorlage und all der gelungenen Aspekte dieser Neuverfilmung sehr gut gelingt, sollte die Mühe auch belohnt werden! Daher gilt: Nicht nur, aber ganz besonders für junge Zuschauer zwischen 6 und 14 Jahren absolut sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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Kino Trailer zum Film "Das Haus der Krokodile (Deutschland 2012)"
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