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Oktober 2018
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Das Leben ist nichts für Feiglinge

Das Leben ist nichts für Feiglinge

Deutschland 2012 - mit Wotan Wilke Möhring, Helen Woigk, Christine Schau, Frederick Lau, Rosalie Thomass u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Genre:Tragikomödie, Drama
Regie:André Erkau
Kinostart:18.04.2013
Produktionsland:Deutschland 2012
Laufzeit:ca. 97 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.feiglinge-derfilm.de
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Der plötzliche Unfalltot seiner Frau wirft nicht nur Markus Färber (Wotan Wilke Möhring), sondern auch seine Tochter Kim (Helen Woigk) völlig aus der Bahn. Zwar versucht Markus, seiner Tochter so etwas wie Normalität zu bieten. Doch immer wieder wird er von seiner Trauer überwältigt und schafft es auch kaum noch, seinem Job bei einer Cateringfirma nachzugehen. Kim dagegen zieht sich völlig in ihre eigene Welt zurück. In dieser Situation will Gerlinde (Christine Schau), die Mutter von Markus, ihre Lieben natürlich nicht noch mit weiteren Problemen belasten. Und so erzählt sie ihnen, dass sie kurzfristig in den Urlaub fährt, anstatt ihnen zu beichten, dass sie an Krebs erkrankt ist. Die Therapie muss sie nun alleine und nur mit Hilfe der etwas vorlauten Pflegerin Paula (Rosalie Thomass) überstehen. Die allerdings will nicht akzeptieren, dass sich Markus vor seiner Verantwortung drückt und sie konfrontiert den Witwer mit der Krankheit seiner Mutter. Doch viel Zeit, sich Sorgen zu machen, bleibt Markus nicht. Denn als Kim mit dem hitzköpfigen Schulabbrecher Alex (Frederick Lau) nach Dänemark durchbrennt, macht er sich gemeinsam mit Gerlinde und Paula auf den Weg, um seine Tochter zurück zu holen. Es ist der Beginn einer turbulenten Reise, bei der die Emotionen mehr als einmal überkochen…

Mit "Das Leben ist nichts für Feiglinge", der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Gernot Gricksch, versucht sich Regisseur André Erkau an einer sehr schwierigen Gradwanderung aus Drama und Humor. Schon bei seinem letzten Film "Arschkalt" hat sich Erkau an dieser Mischung versucht, auch wenn der humoristische Anteil dort sehr viel größer ausgefallen ist. Doch in dem Fall hat das Ganze eben nicht funktioniert. Trotz guter Darsteller und einiger schöner Ideen wollte der Funke einfach nicht zünden. Fehler, die Erkau bei "Arschkalt" gemacht hat, hat er bei "Das Leben ist nichts für Feiglinge" gekonnt vermieden. Zwar sind Drehbuch und Inszenierung nicht ganz frei von Klischees. So ist etwa die Figur des Alex schon arg schablonenhaft gezeichnet. Doch die sensible Umsetzung der schönen Geschichte und das gute Darstellerensemble trösten über diese kleinen Schwächen leicht hinweg.

Was den Film so gelungen macht, ist, dass er sich eigentlich mit sehr traurigen und schwierigen Themen auseinandersetzt, den Zuschauer dabei aber nicht mit übertriebener Betroffenheitsschwere erdrückt. Einerseits wird die Trauer von Markus und Kim, ihre Schwierigkeiten, mit dem plötzlichen Verlust umzugehen und die Unmöglichkeit, loszulassen, sehr gut und auch bewegend nachgezeichnet. Und auch beim Umgang mit dem Thema Krebs im Angesicht des Todes haben Erkau und (Drehbuch-)Autor Gernot Gricksch den richtigen Ton getroffen. Doch da sie die thematisch bedingte Schwermut immer wieder mit Humor aufbrechen, hinterlässt der Film eben keine depressiven Zuschauer, sondern zeigt, dass das Leben auch in derart dunklen Stunden schön und lebenswert sein kann.

Nicht nur der Inszenierung, sondern auch dem Spiel der Darsteller ist die Leidenschaft für dieses Projekt deutlich anzumerken. Neben Wotan Wilke Möhring, der ja bereits in dem preisgekrönten TV-Drama "Der letzte schöne Tag" sehr überzeugend einen trauernden Witwer gespielt hat, hinterlassen gerade Neuentdeckung Helen Woigk und die erfrischend durchgeknallt agierende Rosalie Thomass ("Eine ganz heisse Nummer") einen besonderen Eindruck. Die atmosphärische Kameraarbeit von The Chau Ngo ("Tatort: Willkommen in Hamburg", "Almanya") und der stimmungsvolle Soundtrack tragen zudem erheblich dazu bei, dass "Das Leben ist nichts für Feiglinge" eine sehr schöne Tragikomödie geworden ist, die sich Freunde von anspruchsvollerem Kino aus Deutschland nicht entgehen lassen sollten. Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Das Leben ist nichts für Feiglinge (Deutschland 2012)"
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