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Mai 2018
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Das letzte Schweigen

Das letzte Schweigen

Deutschland 2010 - mit Ulrich Thomsen, Wotan Wilke Möhring, Sebastian Blomberg, Claudia Michelsen u.a

Filminfo

Genre:Drama, Thriller
Regie:Baran bo Odar
Kinostart:19.08.2010
Produktionsland:Deutschland 2010
Laufzeit:ca. 120 Min.
Webseite:www.dasletzteschweigen-derfilm.de
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Der Roman "Das Schweigen" des hessischen Krimiautors Jan Costin Wagner bietet die Vorlage für einen der besten deutschen Kinothriller und Ensemble-Dramen der letzten Zeit. "Das letzte Schweigen" von Baran bo Odar ist ein Paradebeispiel dafür, dass auch deutsche Fernsehproduktionen ganz großes Kino bieten können.

Ein grausames Verbrechen erschüttert die Bewohner einer idyllischen Kleinstadt. Die elfjährige Pia verschwindet, nur ihr Fahrrad wird an einem Kornfeld gefunden. Erst als ihre Leiche in einem See entdeckt wird, wird das ganze Ausmaß der unvorstellbaren Tat deutlich. Doch der oder die Täter werden nie gefunden…

23 Jahre später verschwindet an genau der gleichen Stelle wie einst Pia die junge Sinikka. Der frisch pensionierte Polizist Christian Mittich (Burghart Klaußner) merkt sofort, dass es sich hierbei um den selben Täter handeln muss und er will seinem jungen Kollegen David Jahn (Sebastian Blomberg) helfend zur Seite stehen. Doch nicht nur Mittich und Jahn wurden durch das erneute Verschwinden eines Mädchens erschüttert. Auch der Familienvater Timo Friedrich (Wotan Wilke Möhring) wird aus seinem braven Alltag gerissen -–hatte er doch vor 23 Jahren zusammen mit dem Hausmeister Peer Sommer (Ulrich Thomsen) die kleine Pia ermordet. Bis jetzt konnte er die Tat erfolgreich verdrängen. Doch jetzt holt ihn die Vergangenheit heim…

"Das letzte Schweigen" ist ein großartiger Thriller, der langsam, aber umso kraftvoller die Zuschauer in eine erschütternde Geschichte hinein zieht. Dabei dienen die Morde an den Mädchen Pia und Sinikka nur als Rahmen für ein sehr viel weitreichenderes Drama, das tief in die Psyche der Täter, der Ermittler und der Eltern der Opfer eindringt. Dass die Identität der Täter (zumindest des ersten Mordes) von Anfang an bekannt ist, stört dabei wenig. Im Gegenteil: das Geschehen wird dadurch um so mehr intensiviert, da der Film – wie auch das Buch – so die Psyche gerade von Timo Friedrich Stück für Stück auseinander nehmen kann und so zeigt, wie die Tat den Familienvater von Innen heraus auffrißt, ohne ihn dabei in irgendeiner Form in Schutz zu nehmen.

Zwar gehört auch dieser Film zu einer Reihe von Produktionen aus Deutschland, die mit starker Beteiligung des Fernsehens, in diesem Fall dem ZDF (Das kleine Fernsehspiel) und arte, entstanden ist. Und dennoch ist Baran bo Odars Werk insofern eine echte Ausnahme, dass sein Psychodrama nicht wie eine kleine TV-Produktion, sondern wie ein erstklassiger Kinofilm aussieht. Die Kameraarbeit, der Schnitt, die getragene, aber stets packende Inszenierung – all das wirkt einfach ganz Groß! Das gilt auch für die überzeugende Schauspielerriege, unter denen besonders Ulrich Thomsen heraussticht.

Thomsens Peer Sommer ist insofern ein besonders furchteinflößender Täter, da er nach Außen hin völlig normal, beinahe schon sympathisch wirkt und man nicht glauben kann und möchte, was für ein Monster in diesem unscheinbaren Hausmeister steckt. Thomsens Darstellung ist zurückhaltend und genau dadurch unglaublich intensiv. Doch auch den anderen Darstellern, wie etwa Sebastian Blomberg oder Burghart Klaußner gebührt großes Lob. Keiner in diesem großartigen Ensemble versucht, sich in den Vordergrund zu spielen. Hier agieren die Schauspieler miteinander und entwerfen so ein mitunter sehr erschütterndes Gesamtbild, das auch noch lange nach dem Abspann nachwirkt.

Dank der großartigen Kameraarbeit, der dezent gehaltenen Musik und der sensiblen, spannenden und dichten Inszenierung und dem fantastischen Ensemble vor der Kamera ist "Das letzte Schweigen" ein Muß für alle Liebhaber des Deutschen Kinos geworden. Ein packender Thriller, ein mitreißendes Drama, einfach ein guter Film – das sind genügend gute Gründe, um sich eine Kinokarte für dieses Werk zu lösen. Absolut empfehlenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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