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Das Tagebuch der Anne Frank

Das Tagebuch der Anne Frank

Deutschland 2015 - mit Lea van Acken, Martina Gedeck, Ulrich Noethen, Stella Kunkat u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Genre:Drama
Regie:Hans Steinbichler
Kinostart:03.03.2016
Produktionsland:Deutschland 2015
Laufzeit:ca. 128 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.facebook.com/anne.frank.DE
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Nur wenige Monate nach der gefeierten Produktion des Hessischen Rundfunks kommt nun eine weitere Adaption von "Das Tagebuch der Anne Frank" in unsere Kinos. Die Geschichte dürfte dabei den Meisten bekannt sein: Nachdem sie aus Frankfurt in die Niederlande ausgewandert sind, schaffen es Anne Frank (Lea van Acken) und Ihre Familie, in Amsterdam ein neues Leben zu beginnen. Doch dann holt sie das Grauen auch hier ein, als die Deutschen die Niederlande besetzten. Die jüdische Familie muss nun auch hier um ihr Leben fürchten. Doch Vater Otto Frank (Ulrich Noethen) hat vorgesorgt: im Hinterhaus seines Firmensitzes hat er ein Versteck eingerichtet, in dem die Familie Schutz vor den Nazis finden soll. Und auch andere Juden finden hier auf etwas mehr als 50qm Unterschlupf. In ständiger Angst, entdeckt zu werden, müssen die acht Bewohner des Hinterhauses versuchen, ihr Zusammenleben auf engstem Raum zu meistern, ohne dass die Außenwelt etwas davon mitbekommt. Für die junge Anne ist es eine besonders schwierige Situation, die sie meistert, indem sie ihre Ängste, aber auch ihre Wünsche und Träume in ihrem Tagebuch festhält, das eines Tages die Menschen auf der ganzen Welt inspirieren und bewegen wird…

Einen Film wie "Das Tagebuch der Anne Frank" zu besprechen, ist keine leichte Aufgabe. Denn natürlich ist die Geschichte bewegend und es mag auch wichtig sein, sie immer wieder zu erzählen. Und natürlich würde es einem im Leben nicht einfallen, Anne Frank zu kritisieren. Trotzdem darf auch ein Film, der sensible und wichtige Themen anspricht und wichtige Persönlichkeiten der Zeitgeschichte porträtiert, nicht einfach einen Freifahrtschein bekommen. Auch hier muss Kritik, sofern angebracht, erlaubt sein. Keine Frage: Regisseur Hans Steinbichler hat in seiner Verfilmung des Stoffes vieles richtig gemacht. Hauptdarstellerin Lea van Acken etwa ist ein ganz großes Talent, was sie schon in dem bedrückenden Drama "Kreuzweg" eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. Und auch die Kamera und Ausstattung sind dahingehend großartig, dass sie die beklemmende Atmosphäre in dem Versteck der Franks sehr gut einfängt.

Man spürt als Zuschauer die Angst, die stetig über den Versteckten hängt, kann aber gleichzeitig auch die kleinen Momente der Ausgelassenheit oder des Glücklichseins miterleben, die diesen dunklen Schleier immer wieder für kurze Augenblicke lüften können. All das haben Steinbichler und sein Team sehr gut umgesetzt, was diese Adaption von "Das Tagebuch der Anne Frank" stellenweise zu einem emotional sehr intensiven Erlebnis werden lässt. Es gibt aber auch Aspekte, die den Zuschauer eher auf Distanz halten, als ihn emotional einzubinden. Das geschieht insbesondere dadurch, dass das Spiel einiger Darsteller mitunter etwas zu theatralisch anmutet und so eben nicht echt, sondern "gespielt" wirkt. Dass sind allerdings nicht die Momente, in denen die vierte Wand durchbrochen wird und Anne direkt zum Publikum spricht. Diese Szenen funktionieren aus künstlerischer Sicht sehr gut, haben allerdings auch ein artifizielles Flair und nehmen dem Film ein wenig von seiner ansonsten sehr authentischen Kraft.

Das größte Problem des Dramas ist allerdings sein Ende. Es gibt einen Moment, der den perfekten Abschluss für die Geschichte darstellt. Diese Szene ist extrem intensiv und bezieht sich auf einen früheren Moment im Film. Doch Steinbichler musste unbedingt noch einen extrem plakativen Epilog anhängen, der keinen anderen Nutzen hat, als unnötig zu schockieren. Dabei wäre das gar nicht nötig. Mit besagter Szene, die einen runden Abschluss dargestellt hätte, wären die Zuschauer schockiert und bestürzt genug aus dem Kino entlassen worden. Da noch einmal emotional nachzutreten, ist nicht nur unnötig, sondern fast schon ärgerlich.

"Das Tagebuch der Anne Frank" ist keine wirklich notwendige Neuverfilmung des Stoffes. Doch vom Ende und einigen zu gekünstelt gespielten Szenen abgesehen, ist es eine gute bis sehr gute Adaption, die eigentlich in erster Linie aufgrund der beklemmenden Atmosphäre und der überzeugenden Leistung von Lea van Acken ein "Sehenswert" verdient hat.

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Das Tagebuch der Anne Frank (Deutschland 2015)"
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