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Der Fall Chodorkowski

Der Fall Chodorkowski

Deutschland 2011 - mit Michail Chodorkowski, Joschka Fischer, Anton Drel, Pavel Chodorkowski ...

Filminfo

Genre:Dokumentarfilm
Regie:Cyril Tuschi
Kinostart:17.11.2011
Produktionsland:Deutschland 2011
Laufzeit:ca. 116 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.farbfilm-verleih.de
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Die Geschichte, die in der Dokumentation "Der Fall Chodorkowski" erzählt wird, klingt wie der Stoff, aus dem große Hollywood-Thriller gemacht sind. Und doch entspricht das, was Filmemacher Cyril Tuschi in fünf Jahren Recherchearbeit herausgefunden hat, der Wahrheit. Alles begann mit einem TV-Auftritt von Michail Borissowitsch Chodorkowski, dem reichsten Mann Russlands, mit Präsident Wladimir Putin, bei dem Chodorkowski dem Präsidenten indirekt vorwirft, die Korruption in den staatlichen Ölkonzernen zu tolerieren. Chodorkowski, Gründer von MENATEP, einer der ersten Privatbanken Russlands, später Besitzer der Mineralölfirma JUKOS, Gründer der Stiftung "Offenes Russland" und Unterstützer der politischen Opposition, war mächtig und einflussreich – und genau deshalb auch der Regierung ein Dorn im Auge. Im Oktober 2003 wird er in seinem Privatjet von einer russischen Spezialeinheit verhaftet und wegen Steuerhinterziehung und Korruption verhaftet. Doch damit ist der Fall Chodorkowski noch lange nicht abgeschlossen.

Cyril Tuschi war fasziniert von den Wandlungen, die der wohl prominenteste politische Gefangene Russlands offenbart hat. Sein beruflicher Werdegang, der ihn in den neunziger Jahren zu einem der reichsten Männer Russlands machte, macht immer wieder deutlich, dass Chodorkowski wahrlich kein Unschuldslamm ist. Gerade in seiner Heimat sind viele Menschen nicht gut auf den einstigen Oligarchen zusprechen. Doch hat er sich tatsächlich der Vergehen schuldig gemacht, die ihn ins Gefängnis gebracht haben? Warum hat er die Möglichkeit, vor seiner Verhaftung aus dem Land zu fliehen, nicht wahrgenommen? Warum haben noch immer so viele Befragte Angst, offen über den Fall zu sprechen?

Mit einer Mischung aus Interviews, animierten Szenen und Archivaufnahmen zeichnet Tuschi den Fall auf äußerst spannende Weise nach. Dabei zeigt sich der Film immer wieder nicht nur inhaltlich, sondern auch handwerklich von erstklassiger Qualität. Aus 180 Stunden Material, das der Filmemacher in Russland, Deutschland, den USA und Israel gedreht hat, hat er einen knapp zweistündigen Doku-Thriller geschnitten, der mit einer einnehmenden Bildsprache die Spurensuche nach der Wahrheit nachzeichnet. Die Wahrheit kann der Film freilich nicht (vollständig) offerieren. Zu viel wurde verdeckt, zu viel bleibt bis heute im Unklaren. Doch das ändert an dem Unterhaltungswert der Dokumentation wenig.

Von den ersten Minuten, in denen russische Jugendliche gefragt werden, was sie über Chodorkowski wissen, bis hin zum Finale, in dem es Tuschi tatsächlich gelungen ist, ein kurzes Interview mit dem inhaftierten Chodorkowski zu führen, baut der Film enorme Spannung auf, was für eine Dokumentation keine Selbstverständlichkeit ist. Und irgendeinen Nerv scheint Tuschi dann auch tatsächlich getroffen zu haben. Denn vor der Uraufführung auf der Berlinale wurde in sein Hotelzimmer eingebrochen und die Festplatten mit dem finalen Cut gestohlen. Hier an einen Zufall zu glauben, fällt nach Ansehen des Films äußerst schwer.

Ganz gleich, ob Sie einnehmende Dokumentarfilme mögen oder spannende Politthriller zu schätzen wissen, "Der Fall Chodorkowski" wird auch Sie mit Sicherheit in seinen Bann ziehen. Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Der Fall Chodorkowski (Deutschland 2011)"
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