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November 2018
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Der Fremde am See

Der Fremde am See

Frankreich 2012 - mit Pierre Deladonchamps, Christophe Paou, Patrick D`Assumçao, Jérome Chappatte u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:L`Inconnu du Lac
Genre:Drama
Regie:Alain Guiraudie
Kinostart:19.09.2013
Produktionsland:Frankreich 2012
Laufzeit:ca. 100 Min.
FSK:ab 16 Jahren
Webseite:www.alamodefilm.de
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Immer wieder kommt Franck (Pierre Deladonchamps) in diesem Hochsommer an den malerischen See in Südfrankreich. Der abgelegene Ort ist ein beliebter Cruising Spot, an dem sich schwule Männer treffen, um zu entspannen oder um sich im angrenzenden Waldstück miteinander zu vergnügen. Hier trifft Franck nicht nur den sonderlichen Henri (Patrick D`Assumçao), der immer etwas außerhalb sitzt und für freundschaftliche Gespräche sehr dankbar zu sein scheint. Er begegnet auch dem charismatischen Michel (Christophe Paou), von dem Franck vom ersten Moment an fasziniert ist. Obwohl er etwas beobachtet, was ihm klar machen sollte, dass Michel ein äußerst gefährlicher Zeitgenosse sein kann, lässt er sich auf eine leidenschaftliche Beziehung mit dem attraktiven Mann ein. Als in der Nähe des Cruising Spots die Leiche eines scheinbar Ertrunkenen gefunden wird und die Polizei in die Idylle einbricht, sollte Franck eigentlich besser den Rückzug antreten. Doch er kann sich der Anziehungskraft, die Michel auf ihn ausübt, einfach nicht entziehen…

Mit "Der Fremde am See" konnte Regisseur Alain Guiraudie auf dem Filmfest in Cannes begeistern und wurde dort in der Reihe "Un Certain Regard" mit dem Preis für die Beste Regie ausgezeichnet. Tatsächlich verfügt der Film gerade durch Guiraudies Inszenierung über eine ganz besondere Atmosphäre, die irgendwo zwischen faszinierend und bedrohlich liegt. Der Ort, an dem der komplette Film spielt, ist eine trügerische Idylle. Obwohl der Regisseur Francks Ankunft hier in bester "Und täglich grüßt das Murmeltier"-Manier in einer stets fast identischen Einstellung wiederholt und das beinahe schon eine gewisse Monotonie ausstrahlt, nimmt die bedrückende Grundstimmung mit jedem seiner Besuche an dem See zu. Der völlige Verzicht auf Filmmusik und der insgesamt sehr unaufgeregte Erzählstil intensivieren diesen Eindruck noch.

Ob der Film die sehr expliziten Sexszenen gebraucht hätte, sei dahingestellt. Fakt ist aber, dass der Film nichts von seiner Atmosphäre verloren hätte, wenn Guiraudie hier etwas subtiler vorgegangen wäre. Auch wenn das Ganze in seinem Realismus noch recht kunstvoll umgesetzt worden ist, müssen in allen Details gezeigter Oralverkehr oder sexuelle Höhepunkte nicht sein, um Lust und Leidenschaft der besonders intensiven Art auszudrücken. Da das Drama nicht gerade wenige solcher Szenen parat hält, sollte man einer derart expliziten Darstellung schon sehr offen gegenüber stehen, um die eigentlichen Qualitäten von "Der Fremde am See" schätzen zu können.

Diese liegen ganz besonders in der ersten Filmhälfte begründet, in der die Geschichte auf sehr mitreißende Art etabliert wird, obwohl eigentlich nicht wirklich viel passiert. Hier kommt aber die bereits erwähnte Atmosphäre zum Tragen, die dem Zuschauer klar macht, dass es sich lohnt, dem Geschehen durch die ruhigen Gewässer zu folgen. Und tatsächlich beweist sich dann bald wieder die alte Weisheit, dass stille Wasser manchmal sehr tief sein können. Unaufgeregt und mit einer leichten Prise trockenen Humors, gemischt mit einer ständigen Bedrohung und einem spannungserzeugenden Unwissen von Seiten der Zuschauer, offenbart sich "Der Fremde am See" in der ersten Stunde wirklich als ein ganz besonderer Film.

Gegen Ende hin wird das Ganze allerdings ein wenig gewöhnlich und die Spannung, die Alain Guiraudie so sorgfältig aufgebaut hat, verkommt mehr und mehr zu gepflegter Langeweile. Sicherlich, wer französische Arthauskost der besonderen Art schätzt, wird sich an dem eher schwachen Abschluss der Geschichte nur wenig stören. Insgesamt aber unterstreicht das letzte Drittel noch einmal ganz deutlich, dass "Der Fremde am See" nur für ein Nischenpublikum gemacht ist, das sich weder an expliziten Sexszenen (ganz gleich ob homo- oder heterosexueller Natur), noch an einem etwas sperrigen Inszenierungsstil stört. Und für ein solches Publikum gilt dann auch: Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Der Fremde am See (Frankreich 2012)"
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