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Der Hypnotiseur – DVD

Der Hypnotiseur – DVD

Schweden 2012 - mit Tobias Zilliacus, Mikael Persbrandt, Lena Olin, Oscar Pettersson, Eva Melander u.a

Filminfo

Originaltitel:Hypnotisören
Genre:Thriller
Regie:Lasse Hallström
Verkaufsstart:11.07.2013
Produktionsland:Schweden 2012
Laufzeit:ca. 117 Min.
FSK:ab 16 Jahren
Anzahl der Disc:1
Sprachen:Deutsch, Schwedisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:Deutsch, Schwedisch
Bildformat:16:9 (2.40:1)
Extras:Making of, zusätzliche Szenen, Interview, Trailer, Teaser
Regionalcode:2
Label:Prokino Home Entertainment
Webseite:www.derhypnotiseur-derfilm.de
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Amazon Link : Der Hypnotiseur – DVD

Film: Es ist ein grausames Verbrechen, mit dem Kriminalkommissar Joona Linna (Tobias Zilliacus) kurz vor Weihnachten in Stockholm konfrontiert wird. Zuerst wird die Leiche eines Sportlehrers in der Turnhalle einer Schule gefunden. Kurze Zeit später werden im Haus des Lehrers auch noch die Leichen seiner Frau und seiner kleinen Tochter gefunden. Nur der ältere Sohn Josef (Jonatan Bökman) hat das Massaker schwer verletzt überstanden, liegt aber nach dem brutalen Angriff im Koma. Um die wichtigen Hinweise zur Ergreifung des Täters zu bekommen, die ihm nur Josef liefern kann, bittet Linna den umstrittenen Arzt und Hypnotiseur Erik Maria Mark (Mikael Persbrandt), den Jungen unter Hypnose zu verhören. Tatsächlich scheint das Vorhaben zunächst von Erfolg gekrönt, doch nachdem sich der Zustand von Josef während der Hypnose drastisch verschlechtert, bricht  Mark die Behandlung ab, bevor Linna seine Informationen erhalten hat. Der Kommissar ahnt, dass sich hinter den grausamen Morden mehr verbirgt, als es zunächst den Anschein hat – eine Vermutung, die bestätigt wird, als Marks Sohn Benjamin entführt und mit seiner Ermordung gedroht wird, sollte Josef noch einmal unter Hypnose verhört werden. Doch die Wahrheit ist noch grausamer, als es Linna vermutet…

Nachdem er zwanzig Jahre lang erfolgreich in Hollywood Filme wie "Gilbert Grape", "Chocolat" oder "Gottes Werk und Teufels Beitrag" gedreht hat, kehrte Lasse Hallström für die Verfilmung des Thrillers "Der Hypnotiseur" in seine Heimat Schweden zurück. Seine Adaption des ersten von insgesamt acht geplanten Joona Linna Romanen von Lars Kepler, dem Pseudonym des Schriftsteller-Ehepaars Alexander Ahndoril und Alexandra Coelho Ahndoril, trifft genau den Nerv der Zeit. Denn Thrillerkost aus Skandinavien steht besonders in Deutschland sowohl in Buch-, als auch in Filmform gerade richtig hoch im Kurs. Ob Wallander, Kommissarin Lund, Kommissar Beck, die Ermittler der A-Gruppe von Arne Dahl und natürlich die "Millennium"-Trilogie von Stieg Larsson, düstere Krimis dieser Art finden immer wieder ein Millionenpublikum.

Und genau darin liegt das Problem von "Der Hypnotiseur". Es gibt einfach zu viele vergleichbare Werke, an denen sich der Thriller messen lassen muss. Keine Frage, Lasse Hallström zeigt auch hier, dass er sein Handwerk versteht. Der Film sieht richtig gut aus und verfügt über eine düstere, einnehmende Atmosphäre, die ein ordentliches Spannungsniveau aufbaut, obwohl die große Wendung der Geschichte an sich schon sehr schnell vorhersehbar ist. Dennoch kommt der Film nie über gutes Mittelmaß hinaus und man stellt sich am Ende die Frage, ob der Thriller es nur aufgrund des prominenten Regisseurs überhaupt ins Kino geschafft hat. Denn im direkten Vergleich ist ihm so manche skandinavische TV-Produktion zumindest dramaturgisch haushoch überlegen.

Die Geschichte, die Konflikte zwischen den Charakteren und das eher enttäuschende Finale sind einfach zu gewöhnlich, um wirklich fesseln zu können. Zudem wirkt die Inszenierung in manchen Momenten etwas unentschlossen bezüglich der Frage, wer denn nun eigentlich im Mittelpunkt der Geschichte steht. Dafür, dass Kommissar Joona Linna als Hauptfigur für eine ganze Reihe potentieller Nachfolgefilme vorstellt werden soll, bleibt der Charakter einfach zu blass und seine immer wieder angedeutete Geschichte zu oberflächlich, um wirklich Lust auf mehr machen zu können. Und auch der titelgebende Hypnotiseur, an sich eine wirklich spannende Figur, ist zu seicht gezeichnet, um den Film tragen zu können. Seine in Trümmern liegende Ehe, seine berufliche Reputation, all das ist zu klischeehaft umgesetzt. Selbst ein großartiger Mime wie Mikael Persbrandt kann da nur wenig charakterliche Tiefe aufbauen.

"Der Hypnotiseur" ist trotz seiner Schwächen und trotz kleinerer Längen aber recht spannend, einnehmend atmosphärisch und sehenswert inszeniert. Wer ein Faible für nordische Thriller hat, der wird bestimmt auch hier gut unterhalten werden. Mehr als ordentlicher Durchschnitt sollte aber auf keinen Fall erwartet werden. Für seinen nächsten Fall sollte Linna aber nochmal bei seinen Kollegen Lund und Wallander in die Lehre gehen, um sich eine ähnlich große Fangemeinde aufbauen zu können!

Bild + Ton: Da zum Test nur ein datenreduziertes Pressemuster zur Verfügung stand, kann über die finale Bild- und Tonqualität an dieser Stelle keine Wertung abgegeben werden.

Extras: Die DVD hat knapp 40 Minuten an Bonusmaterial zu bieten. Los geht es mit einem handelsüblichen Making of (ca. 21 Min.), das aus Statements von den Darstellern und Machern, aus Filmausschnitten und kurzen Impressionen von den Dreharbeiten besteht. Ergänzt wird das Making of von einer Interview-Featurette (ca. 5 Min.), in der neben dem Autorenpaar auch der Produzent und andere Beteiligte zu Wort kommen. Sehenswert sind die fünf geschnittenen Szenen (ca. 8:35 Min.), da zwei von ihnen wirklich interessante und gute Ergänzungen zu der Geschichte darstellen. Der Trailer und zwei Teaser zum Film runden das Zusatzangebot ab. Gut!

Fazit: "Der Hypnotiseur" ist ein atmosphärischer und spannender Schwedenkrimi, der aber aufgrund einiger zu überstrapazierter Klischees und kleinerer dramaturgischer Schwächen nicht ganz die Qualität von intensiven Skandinavien-Thrillern wie "Kommissarin Lund" oder "Die Brücke" erreicht. Wer aber einfach nur solide Krimiunterhaltung der düsteren Art sucht, sich von der visuellen Umsetzung gefangen nehmen lässt und dadurch über die Schwächen hinwegsehen kann, dem kann Lasse Hallströms cineastische Rückkehr in seine Heimat durchaus empfohlen werden!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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