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Die Eleganz der Madame Michel

Die Eleganz der Madame Michel

Frankreich 2009 - mit Josiane Balasko, Garance Le Guillermic, Togo Igawa, Anne Brochet ...

Filminfo

Originaltitel:Le Hérisson
Genre:Drama, Tragikomödie, Romantik
Regie:Mona Achache
Kinostart:06.05.2010
Produktionsland:Frankreich 2009
Laufzeit:ca. 100 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.madamemichel.senator.de/
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Mit der Verfilmung des Bestsellers "Die Eleganz des Igels" von Muriel Barbery gibt die 29jährige Mona Achache ein unterhaltsames wie liebenswertes Kinodebüt, das in Frankreich zu Recht zu einem Publikumsliebling geworden ist und sich nun anschickt, auch die Herzen der deutschen Kinozuschauer zu erobern. Zu wünschen wäre es diesem zauberhaften Film allemal.

Die 11jährige Paloma (Garance Le Guillermic) ist sich sicher: sie hat genau durchschaut, wie ihr Leben weiter ablaufen wird. Kein Grund also, das Elend wirklich bis zum bitteren Ende durchzustehen. Und so beschließt Paloma, an ihrem 12. Geburtstag freiwillig aus dem Leben zu scheiden. Bis dahin sind es noch 165 Tage, die Paloma mit einer alten Kamera genau festhalten will. Ihre zwar wohlhabende, aber völlig dysfunktionale Familie nimmt das Mädchen dabei besonders ins Visier. Doch auch Madame Michel (Josiane Balasko), die stets mürrisch wirkende Concierge in dem eleganten Wohnhaus, in dem Paloma mit ihrer Familie lebt, wird ein Teil des Films. Schnell merkt das Mädchen, dass die Haumeisterin wie sie auch in einer ganz eigenen Welt lebt, in die bislang noch kein anderer Mensch vorgedrungen ist. Das ändert sich, als der elegante Japaner Kakuro Ozu (Togo Igawa) in das Haus einzieht. Sowohl zu Paloma, als auch zu Madame Michel baut der geheimnisvolle Mann ein freundschaftliches Verhältnis auf. Besonders die barsche Concierge scheint in der Gegenwart von Monsieur Ozu regelrecht aufzublühen. Doch kann sie aus ihrem grauen Alltag tatsächlich langfristig ausbrechen?

"Die Eleganz der Madame Michel" besticht durch eine wunderbare Mischung aus schwarzem Humor, einem Hauch Romantik und rührender Melancholie. Ein Film, der seinen Zuschauern erlaubt, sowohl zu lachen, als auch zu weinen, der ihnen auf äußerst unterhaltsame, aber auch bewegende Art eine zauberhafte Geschichte über Freundschaft und die Schönheit, die gerade in den kleinen, unscheinbaren Dingen des Lebens liegt, erzählt. Dabei erlaubt sich Achache zwar den ein oder anderen Griff in die Klischeekiste und lässt an einigen Stellen die Subtilität vermissen, die ansonsten gerade den Humor des Films so gelungen macht. Doch trotz dieser kleinen Schwächen ist "Die Eleganz der Madame Michel" ein wunderbarer Film geworden, der auf seine ganz eigene Art eine äußerst poetische Melancholie zelebriert.

Getragen wird das Ganze von drei großartigen Darstellern. Josiane Balasko glänzt als Madame Michel sowohl in den Momenten, in denen sie mit ihrem mürrischen Blick und ihrer schroffen Art nicht wirklich die Sympathien der Zuschauer für sich gewinnen kann, als auch in den Augenblicken, in denen diese harte Fassade aufbricht und in ihrem Gesicht so etwas wie Glück und Zufriedenheit abzeichnet. Togo Igawas Monsieur Ozu ist mit seiner stets freundlichen, sehr zurückhaltenden Art zumindest auf den ersten Blick das genaue Gegenteil von Madame Michel. Doch sobald es ihm mit seiner intensiven Wärme gelingt, die eisige Schale der Hausmeisterin zum Schmelzen zu bringen, wird deutlich, dass sich hier vielleicht zwei verwandte Seelen getroffen haben.

Wirklich großartig aber ist die 1997 geborene Garance Le Guillermic. Paloma hätte mit ihrer sehr altklugen Art leicht unsympathisch und nervig werden können. Doch der jungen Schauspielerin ist es gelungen, das selbstbewusste Mädchen mit dem Todeswunsch sehr liebenswert und in den richtigen Momenten verletzlich darzustellen, so dass Paloma zum großen Sympathieträger des Films geworden ist.

"Die Eleganz der Madame Michel" ist, auch wenn der Film bisweilen sehr traurig ist, echtes Wohlfühlkino, dass den Zuschauer mit einem lachenden und einem weinenden Auge in die Realität entlässt. Ein schöner kleiner Film, der nicht nur Liebhabern des französischen Kinos, sondern allen Arthaus-Freunden empfohlen werden kann. Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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