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Die Qual der Wahl

Die Qual der Wahl

USA 2012 - mit Will Ferrell, Zack Galifianakis, Jason Sudeikis, Dylan McDermott, Dan Aykroyd u.a

Filminfo

Originaltitel:The Campain
Genre:Komödie
Regie:Jay Roach
Kinostart:03.10.2012
Produktionsland:USA 2012
Laufzeit:ca. 85 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.diequalderwahl-derfilm.de
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Der Kampf um die Präsidentschaftswahl in den USA läuft momentan auf Hochtouren. Und wenn man sich ansieht, was dort so abläuft, von peinlichen Videos über ungelenke Phrasendrescherei bis hin zur allzu offensichtlichen Anbiederung an die Wählerschaft, kann man nur zu gut verstehen, dass dieser Wahlkampf für Comedians in den USA pures Gold ist. Für Late Night Shows und Comedy-Formate wie "The Daily Show" liefert gerade Obamas Gegenkandidat Mitt Romney fast täglich neues Futter der ganz besonders komischen Art. Da wirkt eine Komödie wie "Die Qual der Wahl" von "Austin Powers"-Regisseur Jay Roach trotz ihrer Überzogenheit und hemmungslos albernen Zoten fast schon wie ein dokumentarisches Zeitzeugnis.

Die Komödie spielt in North Carolina, wo sich der Abgeordnete Cam Brady (Will Ferrell) trotz eines Sexskandals seiner Wiederwahl sicher sein kann. Schließlich hat sich in seiner politischen Karriere in dem Wahlkreis noch nie ein Gegenkandidat aufstellen lassen. Doch jetzt haben die stinkreichen Motch-Brüder (Dan Aykroyd und John Lithgow), die eigentlich immer Brady unterstützt haben, die faxen dicke und beschließen, den naiven Marty Huggins (Zach Galifianakis) ins Rennen zu schicken. Bei ihm sind sich die einflussreichen Geschäftsleute sicher, dass sie ihn skandalfrei durch den Wahlkampf bringen und nach einem Sieg ganz für ihre Zwecke formen können. Und tatsächlich entwickelt sich der Wahlkampf schnell zu einem echten Kopf-an-Kopf Rennen, bei dem sich aber auch der an sich so gutmütige Marty immer öfter unmoralischer Mittel bedient. Und so startet eine Schlammschlacht, bei dem es am Ende eigentlich nur einen ganz großen Verlierer geben kann: die Wähler!

Bei "Die Qual der Wahl" sollte keine tiefgründige Polit-Satire erwartet werden. Der Film ist eine typische Will Ferrell Komödie, mit allerhand zotiger Dialoge, Sexwitzchen und einfach gehaltenem Slapstick. Das ist weniger "Wag the Dog" und sehr viel mehr "Ricky Bobby". Doch Jay Roach und seine beiden Drehbuchautoren Chris Henchy und Shawn Harwell nutzen das derb-komische Grundgerüst geschickt, um hinter der eher platten Fassade einige geschickt ausgeführte Seitenhiebe auf den amerikanischen Politzirkus auszuteilen. Und wenn diese Hiebe treffen, dann aber auch voll ins Schwarze. Das ist zwar meist nicht besonders subtil, aber dennoch gerade in komödiantischer Hinsicht extrem effektiv.

So weisen etwa die beiden Motch Brüder sicherlich nicht ganz zufällig große Ähnlichkeit mit den berüchtigten Koch Brüdern, die als große Unterstützer der libertär-konservativen Tea Party Bewegung gelten, und Cam Bradys Ausführung während des ersten Rededuells, wie er dafür sorgen würde, dass wieder mehr Jobs in die Region gebracht werden könnten, ist so nah an der Realität, dass man nicht weiß, ob man lachen, oder weinen soll. Und selbst Szenen, wie die, in der Marty als Kommunist beschimpft wird, weil er keine amerikanischen Hunde besitzt, könnten sich in gewissen Regionen der USA so leider tatsächlich abspielen.

Oftmals verstecken sich die besten Gags in kleinen Nebensätzen, doch manchmal ist es auch der Brachialhumor, der für extrem gute Lacher sorgt. Cams handfeste Begegnung mit einem Baby ist sicherlich einer der komödiantischen Höhepunkte eines Films, der insgesamt gerne auf einige Zoten hätte verzichten können, um sich stattdessen noch intensiver dem satirischen Aspekt der Komödie zu widmen. Denn hier kann der Film zumindest in der englischen Originalversion, die dieser Rezension zugrunde liegt, voll und ganz überzeugen. Als reiner Unterhaltungsfilm aber gibt es trotz der wunderbar überzogen agierenden Darsteller und einiger sehr lustiger Gags zu viele humoristische Tiefschläge, um einen klaren Punktsieg erlangen zu können. So kann "Die Qual der Wahl" dann eigentlich auch nur solchen Zuschauern empfohlen werden, die einerseits den Brachialhumor von Will Ferrell lieben, die andererseits auch intelligente Politsatire zu schätzen wissen. Wer sich zu dieser Gruppe zählt, der wird es nicht bereuen, diesem Film seine Stimme zu geben. Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Die Qual der Wahl (USA 2012)"
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