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Die Summe meiner einzelnen Teile

Die Summe meiner einzelnen Teile

Deutschland 2011 - mit Peter Schneider, Henrike von Kuick, Timur Massold, Julia Jentsch ...

Filminfo

Genre:Drama
Regie:Hans Weingartner
Kinostart:02.02.2012
Produktionsland:Deutschland 2011
Laufzeit:ca. 117 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.summemeinerteile.de
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Eigentlich hatte Martin (Peter Schneider) als genialer Mathematiker eine große Karriere in einem renommierten Unternehmen vor sich. Er hatte ein gutes Einkommen, eine ihn liebende Freundin und damit eigentlich Alles, was man zum Glücklichsein braucht. Doch dann hat es Martin einfach übertrieben und bis zur totalen Erschöpfung gearbeitet. Die Folge war ein kompletter Zusammenbruch, der Martin bis in die Psychiatrie gebracht hat. Nun steht er vor den Trümmern seines Lebens. Den Job bekommt er nicht wieder, seine Ex-Freundin ist mittlerweile neu liiert. Martin stürzt immer mehr ab, verliert sich in Alkohol und Wahnvorstellungen und landet schließlich auf der Straße. Dann aber trifft er einen geheimnisvollen Jungen, der nur russisch spricht. Zwischen dem psychisch völlig erschöpften Mann und dem schon in jungen Jahren vom Leben gezeichneten Jungen entsteht schnell eine enge freundschaftliche Bindung und sie versuchen, gemeinsam im Wald ein neues Leben aufzubauen – fernab des Alltags, losgelöst von allen Zwängen und Ängsten. Doch so leicht lässt sich die Realität nicht aussperren...

"Die Summe meiner einzelnen Teile" ist der neue Film von Hans Weingartner, dem Regisseur von "Die fetten Jahre sind vorbei" oder "Das weisse Rauschen". Wie schon bei seinen früheren Filmen war Weingartner auch hier wieder eine realitätsnahe Inszenierung wichtig. Der fast völlige Verzicht auf untermalende Filmmusik und lange Passagen des Schweigens, in denen die Bilder Sprache genug sind, gehören zu den Stilmitteln, mit denen Weingartner diesen "Neorealismo-Stil" etabliert. Damit grenzt er sich ganz deutlich vom gängigen, massenkompatiblen Geschmack ab und spricht eher eine kleine Zielgruppe an, die bereit ist, sich auf die eher sperrige Inszenierung einzulassen. Wem dies gelingt, der könnte hier durchaus ein intensives Filmerlebnis entdecken.

In den realistisch anmutenden Rahmen erhält die Frage nach Wirklichkeitswahrnehmung, die im Film eine wichtige Rolle spielt, eine ganz besondere Wirkung. Weingartner macht eindrucksvoll deutlich, wie es sich anfühlt, seinen Platz in der Welt zu verlieren und nicht mehr genau einordnen zu können, was Wirklichkeit ist und was vielleicht nur Wunsch, Traum und Fantasie. Zwar gibt es ein, zwei Szenen, die nach dem Finale rückblickend nicht mehr wirklich Sinn machen. Doch effektiv bleibt die Inszenierung dennoch.

Noch interessanter ist aber, dass der Film ein Phänomen thematisiert, das in unserer Leistungsgesellschaft immer mehr an Bedeutung zu gewinnen scheint. Das Burn-Out Syndrom ist leider wirklich keine Seltenheit mehr, wird aber noch viel zu oft verharmlost, nicht als Krankheit angesehen oder eben bis zum totalen Zusammenbruch verschleppt. Auch hier verfügt der Film über einen sehr realistischen Ansatz, der lediglich zum Ende hin etwas an Glaubwürdigkeit verliert, was aber wiederum aus dramaturgischer Sicht durchaus nachvollziehbar und entschuldbar ist.

Abgesehen von der für Weingartner typischen sehr eindimensionalen Darstellung von "Autoritätspersonen" wie Polizisten, Beamten und Ärzten verfügt "Die Summe meiner einzelnen Teile" trotz seiner schwer zugänglichen Inszenierung über eine nicht zu leugnende Stärke und Faszination. Für Liebhaber von anspruchsvollem Arthauskino aus Deutschland ist das Werk daher: durchaus sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

Kino Trailer zum Film "Die Summe meiner einzelnen Teile (Deutschland 2011)"
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