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Juni 2018
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Disconnect

Disconnect

USA 2012 - mit Alexander Skårsgard, Paula Patton, Jason Bateman, Michael Nyqvist, Andrea Riseborough u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Disconnect
Genre:Drama
Regie:Henry-Alex Rubin
Kinostart:30.01.2014
Produktionsland:USA 2012
Laufzeit:ca. 115 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.Disconnect.Weltkino.de
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Ist die globale Vernetzung durch das Internet Fluch oder Segen? Wie gefährlich sind soziale Netzwerke? Werden durch sie wirkliche Kontakte gefördert oder führen sie doch eher zu einer allgemeinen Vereinsamung? Mit diesen und anderen sehr komplexen Fragen rund um das Internet beschäftigt sich der preisgekrönte Dokumentarfilmer Henry-Alex Rubin in seinem ersten Spielfilm "Disconnect". Der Film erzählt in scheinbar unzusammenhängenden Erzählsträngen von der Familie des Rechtsanwalts Rich (Jason Bateman), der derart in seinem Job gefangen ist, dass er jede Form der normalen Kommunikation mit seiner Frau (Hope Davis) und den gemeinsamen Kindern Ben (Jonah Bobo) und Abby (Haley Ramm) verlernt hat. So merkt er auch nicht, dass Ben von seinen Mitschülern ständig gemobbt wird. Besonders Jason (Colin Ford), Sohn eines Ex-Cops (Frank Grillo) hat es auf den Einzelgänger abgesehen. Gemeinsam mit einem Kumpel kommt ihm eine grausame Idee, die eigentlich nur ein kleiner Streich sein soll, die aber fatale Folgen haben wird…                           

Wirklich glücklich sind auch Derek (Alexander Skårsgard) und Cindy (Paula Patton) seit dem Tod ihres Kindes nicht mehr. Während sich Derek vollkommen verschließt und sich in Online-Pokerspiele flüchtet, sucht Cindy in Online-Selbsthilfegruppe Unterstützung für ihre Trauer. Als sie Opfer von Kreditkarten-Betrügern werden und dadurch dem finanziellen Ruin entgegen schlittern, beschließt das entfremdete Paar, gemeinsam das Recht in die eigenen Hände zu nehmen. Für das Recht will sich auch die Fernsehjournalistin Nina Dunham (Andrea Riseborough) einsetzten, als sie in einem Porno-Chat den jungen Kyle (Max Thieriot) kennen lernt, der dort vor seiner Webcam als Stripper arbeitet. Für Nina ist das zunächst einfach nur eine gute Story. Als sie Kyle näher kennen lernt, will sie ihm unbedingt zu einem besseren Leben verhelfen – doch ihre Karriereambitionen stehen ihr dabei immer wieder im Weg…

Wie so Vieles im Internet sind diese einzelnen Schicksale enger miteinander verknüpft, als es zunächst den Anschein hat. Gekonnt verwebt Rubin die einzelnen Handlungsstränge zu einem mitreißenden Ganzen, dass sehr langsam, aber unaufhaltsam auf seinen dramaturgischen Höhepunkt zusteuert. Mit einem hervorragenden Darstellerensemble, der sphärischen Musik von Max Richter und einem sehr clever konstruierten Drehbuch schafft es der Regisseur hervorragend, eine aufgeladene Atmosphäre aufzubauen, durch die der sehr ruhigen Inszenierung zum Trotz eine durchgehend hohe Spannung etabliert wird. Das ist aufwühlend, macht wütend und auch ein wenig Angst. Und auch, wenn in den letzten Augenblicken ein wenig zu viel Sentimentalität ins Spiel kommt, verlässt man als Zuschauer das Kino sehr bewegt und mit der Gewissheit, nicht nur einen sehr guten, sondern auch einen bedeutenden Film gesehen zu haben.

Denn obwohl auch bei "Disconnect" wie bei vielen anderen Filmen, die episodenhaft erzählt werden, die Verwendung von verschiedenen Handlungssträngen auf Kosten der erzählerischen Tiefe der einzelnen Geschichten geht, wirkt das Gesamtkonstrukt niemals oberflächlich. Und das ist gemessen an der sehr aktuellen und wichtigen Thematik des Films auch enorm wichtig. Oberflächlichkeit wäre hier enorm ärgerlich gewesen. Doch diese Klippe umschifft Rubin absolut souverän, weshalb sein Film am Ende auch seinen hohen Ambitionen gerecht werden kann. Sicherlich, die Inszenierung hat mit ein paar kleineren Längen zu kämpfen und ist auch nicht ganz frei von altbekannten Klischees. Doch da sich das Drama mit Themen beschäftigt, die jeden einzelnen Zuschauer auch betreffen können, wird man von dem vernetzten Geschehen derart gefesselt, dass solche kleinen Schwachpunkte kaum negativ auffallen.

"Disconnect" zeigt hervorragend, welche weitreichenden Folgen Unachtsamkeit im Internet haben kann, wie wichtig es ist, nicht nur die Vorzüge der virtuellen Welt zu genießen, sondern auch, sich deren Gefahren bewusst zu sein. Wenn man sieht, wie leicht sich Existenzen zerstören und labile Seelen quälen lassen, wirkt das gerade mit dem Bewusstsein, dass dies eine leider alltägliche Realität ist, äußerst bedrückend. Es ist ein Gefühl, das einen als Zuschauer auch nicht mehr so schnell loslässt. Dadurch regt der Film zum Nachdenken und zum Diskutieren an und bietet gleichzeitig noch spannende und mitreißende Unterhaltung. Wer etwas anspruchsvollere Ensemble-Dramen mag, der sollte sich dieses Werk nicht entgehen lassen. Absolut sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Disconnect (USA 2012)"
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