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September 2018
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Dom Hemingway

Dom Hemingway

Großbritannien 2013 - mit Jude Law, Richard E. Grant, Demian Bichir, Emilia Clarke, Kerry Condon u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Dom Hemingway
Genre:Komödie, Thriller
Regie:Richard Shepard
Kinostart:17.04.2014
Produktionsland:Großbritannien 2013
Laufzeit:ca. 94 Min.
FSK:ab 16 Jahren
Webseite:www.dom-hemingway.de
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Zwölf Jahre hat der geniale, extreme großspurige Safeknacker Dom Hemingway (Jude Law) für den Gangsterboss Mr. Fontaine (Demian Bichir). Jetzt ist Dom endlich wieder in Freiheit und will für seine Loyalität entsprechend entlohnt werden. Gemeinsam mit seinem Kumpel Dickie (Richard E. Grant) macht sich Dom auf den Weg nach Frankreich zu Mr. Fontaine, um sich sein Geld abzuholen. Doch seine durch den Anblick von Fontaines sexy Freundin Paolina (Madalina Ghenea) angefachte Libido in Verbindung mit Alkohol und seine unkontrollierbaren Aggressionen sorgen beinahe dafür, dass dieses Unternehmen in einem Blutbad endet. Im letzten Moment kann Dom die aufgewühlten Wogen noch glätten und er bekommt sein Geld. Jetzt muss erst einmal gefeiert werden – und das geht natürlich am besten mit Alkohol, Drogen und Frauen. Auf die ausgelassene Party folgt allerdings ein ganz böser Kater: es gibt einen Toten und das ganze Geld ist weg. Das lässt Dom natürlich nicht so einfach auf sich sitzen…

Schon in seiner Komödie "Mord und Margaritas" hat Regisseur Richard Shepard einen sehr schrägen Gangster auf das Kinopublikum losgelassen. Doch im Vergleich zum Safeknacker Dom Hemingway war der von Pierce Brosnan gespielte Auftragskiller ein kultivierter Waisenknabe. Schon der Eingangsmonolog von "Dom Hemingway", in dem Dom ein äußerst blumiges Loblied auf seinen Penis in die Kamera schleudert, macht dem Zuschauer deutlich, mit was für einem selbstverliebten Kerl man es hier zu tun bekommt. Doch damit nicht genug. Kaum ein Satz verlässt die Lippen des Ex-Knackis, ohne dass diese nicht mit mindestens drei Obszönitäten ausgeschmückt werden würden. Und auch die Tatsache, dass er schnell die Fäuste sprechen lässt und eher mit den Lenden, als mit seinem zugekoksten Hirn denkt, zeugt nicht gerade von hoher Kultiviertheit. Und dennoch: obwohl er eigentlich ein echter Kotzbrocken ist, richtig unsympathisch ist Dom Hemingway nicht.

Das liegt allerdings weniger an seinem Verhalten, als an dem Spiel von Jude Law, der ganz offensichtlich riesigen Spaß daran hatte, diese für ihn doch eher ungewöhnliche Rolle zu spielen. Ähnlich wie James McAvoy in "Drecksau" darf Law hier jede Form von politischer Korrektheit über Bord werfen und völlig hemmungslos einen moralisch kaputten Charakter spielen, der aber dennoch irgendwie ein sympathieträger ist. Law dabei zuzusehen, wie er sich von seinem Image völlig freispielt, ist ein ganz großes Vergnügen. Und auch seine Co-Stars Richard E. Grant als zurückhaltendes Gegenstück zu Dom und Demian Bichir als Hochglanz-Mafioso agieren hier mit ansteckender Spielfreude.

Doch woran es "Dom Hemingway" mangelt, ist ein ausgereiftes Drehbuch. Zu sehr verlässt sich Shepard auf das schmutzige Mundwerk seiner Titelfigur und auf einige absurd-amüsante Momente, wobei er aber die eigentliche Handlung mehr und mehr aus den Augen zu verlieren scheint. Dazu kommt noch, dass er zu Beginn ein eher gemächliches Tempo an den Tag legt und sich viel Zeit für ausschweifende Dialogsequenzen nimmt, dafür aber am Ende regelrecht durch das Finale hetzt. Der letzte Akt, in dem auch die von "Game of Thrones" Drachenmutti Emilia Clarke gespielte Tochter von Dom auftaucht, gleitet so in eine extreme Oberflächlichkeit ab und wirkt dramaturgisch irgendwie unfertig. Gerade der Handlungsstrang um Doms Tochter könnte komplett herausgenommen werden, ohne dass er dem Film wirklich fehlen würde. Wäre das ganze etwas sorgfältiger ausgearbeitet worden und wären im Gegenzug dafür einige der zu langen Monologe Doms gekürzt worden, dann hätte "Dom Hemingway" eine hervorragende Gangsterkomödie werden können. So allerdings kommt das Ganze etwas zu sperrig und zu bemüht daher, um wirklich so cool und unangepasst zu sein, wie es der Film offensichtlich gerne wäre.

Wer britische Gangsterkomödien mit tiefschwarzem Humor mag, der wird hier aber trotzdem noch gut bedient. Der wirklich großartige Jude Law und einige herrlich böse Momente sorgen dafür, dass der Unterhaltungswert gerade in der ersten Filmhälfte sehr hoch liegt. Doch der eher unausgegorene Handlungsverlauf der letzten 30 Minuten und die mitunter zu angestrengt wirkende Skurrilität der Inszenierung trüben den positiven Gesamteindruck, weshalb es am Ende auch nur für ein "mit Einschränkungen sehenswert" reicht!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Dom Hemingway (Großbritannien 2013)"
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