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Don Jon

Don Jon

USA 2013 - mit Joseph Gordon-Levitt, Scarlett Johansson, Julianne Moore, Tony Danza, Brie Larson u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Don Jon
Genre:Komödie
Regie:Joseph Gordon-Levitt
Kinostart:14.11.2013
Produktionsland:USA 2013
Laufzeit:ca. 93 Min.
FSK:ab 16 Jahren
Webseite:donjon-derfilm.de
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Jon Martello (Joseph Gordon-Levitt) ist ein Weiberheld, wie er im Buche steht. Kein Wochenende, an dem nicht eine wunderschöne, sexy Lady in sein Bett bekommt. Doch so perfekt die Frauen, die er mit seinem Charme rumbekommt, auch sein mögen, keine hat es bislang geschafft, ihm die Befriedigung zu verschaffen, die ihm die Pornos geben, die er Tag für Tag im Internet konsumiert. Jon scheint kennt die Grenze zwischen realem Sex und Porno-Fantasien schon lange nicht mehr und scheint einfach nicht dazu fähig zu sein, sich mit einer echten Frau völlig fallen lassen zu können. Doch als er die betörende Barbara (Scarlett Johansson) trifft, könnte sich das ändern. Denn Barbara ist nicht nur verdammt sexy, sie spricht auch nicht auf seine gewohnte Masche an. Sie lässt ihn zappeln und katapultiert ihn so geradewegs hinein in seine erste echte Beziehung, die sein Leben grundlegend  ändern könnte. Selbst die Schulbank drückt er wieder, um seiner Traumfrau zu gefallen. Als er bei einem seiner Abendkurse die ältere Esther (Julianne Moore) kennen lernt, wird sein Leben und seine Ansichten zum Thema Sex gleich noch einmal völlig auf den Kopf gestellt…

Dass sich Schauspieler auch mal als Regisseur versuchen, ist wahrlich nichts Neues. Dustin Hoffman, James Franco, Natalie Portman oder Anthony Hopkins, sie und viele ihrer Kollegen sind dem Reiz erlegen, nicht mehr nur vor, sondern auch einmal hinter der Kamera zu stehen. Das kann gelingen, kann aber auch fürchterlich in die Hose gehen. Nun hat sich auch Joseph Gordon-Levitt dazu entschieden, seinen künstlerischen Horizont zu erweitern und bei seinem neuen Film eben nicht nur als Hauptdarsteller, sondern auch als Drehbuchautor und Regisseur zu fungieren. Und davon ausgehend, dass es sich nach fünf Kurzfilmen und sein Spielfilmdebüt als Filmemacher handelt, ist das Ergebnis mehr als respektabel.

Denn die Regie von "Don Jon" wirkt sehr zielsicher und selbstbewusst. Und das ist bei einem solchen Thema auch absolut notwendig. Denn zu leicht hätte ein Film über einen Mann, der süchtig nach Internet-Pornos ist, zu einer zotigen Farce verkommen können. Doch auch wenn Gordon-Levitt hier und da mal seine Dialoge eher derbe daherkommen lässt, findet er doch stets den richtigen Ton, um aus seinem Debüt mehr zu machen, als eine platte Sex-Comedy. Vielmehr ist ihm ein äußerst amüsantes, aber gerade in der zweiten Hälfte auch erstaunlich tiefgründiges Porträt eines jungen Mannes gelungen, der, gefangen in einem Kreislauf aus moderner Macho-Kultur, Reizüberflutung durch moderne Medien und übertriebener Egomanie, jede Fähigkeit für echte Gefühle verloren zu haben scheint.

Für Jon sind Frauen eigentlich nur Objekte, die er so benutzen möchte, wie er es in seinen geliebten Pornos sieht. Da aber Frauen in der Realität nicht gerne die Dinge machen, die in Sexfantasien gezeigt werden, ist er selbst dann schnell gelangweilt, wenn er das Bett mit einer Traumfrau wie Barbara teilen darf. Sich ihr völlig hingeben, sich ihr emotional öffnen – das kommt für Jon nicht in Frage. Seinen Emotionen lässt er nur an den Fitnessgeräten, beim Fluchen im Auto, beim Beichten in der Kirche und eben vor seinem Computerbildschirm freien Lauf. Jon ist eigentlich ein sehr trauriger, einsamer Charakter, sich von Frauen die Bestätigung holt, die er von seinem Vater (wunderbar: Tony "Wer ist hier der Boss" Danza) nicht bekommt. Doch wirklich zufrieden ist er nur für die paar Sekunden, in denen er sich in die Welt der Internet-Pornos flüchten kann.

Wirkt Jon zu Beginn sehr oberflächlich und eindimensional, schafft es Gordon-Levitt mit seinem pointierten Spiel, dieser Figur im Verlauf der Geschichte eine ungeahnte Tiefe und vor allem einen extrem hohen Sympathiewert zu verschaffen. Unterstützt wird er dabei von einigen großartigen Co-Stars. Scarlett Johansson ist als manipulative Tussi einfach großartig. Wie sie den eigentlich so selbstbewussten Jon zu einem willenlosen Hündchen degradiert, ist einfach wunderbar gespielt. Julianne Moore ist als einsame Studienkollegin mit trauriger Vergangenheit das absolute Gegenteil der lasziven Barbara. Sie wirkt nicht nur in Jons Leben zu Beginn wie ein Fremdkörper. Auch in die Geschichte will die Figur zunächst nicht so recht hineinpassen, bis deutlich wird, dass sie genau dadurch zu einer Schlüsselfigur für Jons Leben und für den ganzen Film wird.

"Don Jon" hat eigentlich alles, was gute Kinounterhaltung braucht. Er ist witzig und clever, überzeugt mit einer einnehmenden Kameraarbeit und temporeichem Schnitt, er ist toll gespielt und macht einfach gute Laune. Sicherlich, der Film ist nicht perfekt, doch für ein Regiedebüt ist er verdammt nah dran. Für Liebhaber von etwas anspruchsvolleren amerikanischen Independent-Komödien absolut sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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Kino Trailer zum Film "Don Jon (USA 2013)"
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