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Drecksau

Drecksau

Großbritannien 2013 - mit James McAvoy, Jamie Bell, Jim Broadbent, Imogen Poots, Eddie Marsan u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Filth
Genre:Komödie
Regie:Jon S. Baird
Kinostart:17.10.2013
Produktionsland:Großbritannien 2013
Laufzeit:ca. 97 Min
FSK:ab 16 Jahren
Webseite:www.drecksau-derfilm.de
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Nach dem großen Erfolg von Danny Boyles Adaption von "Trainspotting" haben sich auch andere Filmemacher an Arbeiten des schottischen Kultautors Irvine Welsh versucht. Doch keiner dieser Filme konnte auch nur annähernd den Kultstatus erreichen, den "Trainspotting" auch nach 17 Jahren immer noch innehat. Erst jetzt hat es Jon S. Baird geschafft, mit seiner Verfilmung des Romans "Drecksau" eine ähnlich gelungene Welsh-Adaption vorzulegen, die böse, respektlos, zynisch, dreckig und verdammt witzig geworden ist.

Bei der titelgebenden "Drecksau" handelt es sich um Detective Sergeant Bruce Robertson (großartig: James McAvoy), der überzeugt davon ist, der beste Polizist zu sein, den Glasgow zu bieten hat. Er ist versoffen, korrupt, kokainsüchtig, intrigant und depressiv – aber trotzdem ist er der einzige in seinem Team, der die bevorstehende Beförderung auch wirklich verdient hat. Da er sich sicher ist, dass ihm nur ein beruflicher Aufstieg seine Frau zurückbringen wird, lässt er keine Gelegenheit aus, um seine Vorgesetzten von den Schwächen seiner Konkurrenten zu überzeugen und diese gegeneinander auszuspielen. Doch da Bruce stets an der Schwelle zum Wahnsinn balanciert, verliert er schon bald den Überblick über die Intrigen, die er selbst gesponnen hat. Er verheddert sich in einem Netz aus Lügen, Sex, Betrug und Drogen – doch leicht gibt sich eine echte Drecksau wie er natürlich nicht geschlagen…

Es gibt Filme, die sich nur schwer in Worte fassen lassen. Das sind in der Regel solche Filme, die man eher erfährt, als dass man sie einfach nur sieht. Und auch "Drecksau" ist eine solche Erfahrung, die allerdings nicht auf alle Zuschauer gleichermaßen positiv wirken wird. Es dürfte Viele geben, die sich mit diesem hemmungslos unmoralischen, politisch unkorrekten, bitterbösen und extrem zynischen Werk nicht werden anfreunden können und die eher angewidert oder schockiert das Kino verlassen werden – vielleicht sogar vorzeitig. Man sollte schon ein Faible für schwarzen Humor der besonders bösen Art haben, um durch die moralisch abstoßende Oberfläche des Films durchbrechen und dort dann die wahre Genialität des Werks erkennen zu können. Denn wie bei Bruce Robertson selbst ist das, was man direkt sieht, nur eine Fassade, durch welche die Wirklichkeit verschleiert wird.

Doch in erster Linie ist "Drecksau" eine absolut faszinierende James McAvoy-Show. Wie der einst besonders auf nette, positive Rollen ("Abbitte", "Ein russischer Sommer") abonnierte Darsteller einen rundherum schlechten, korrupten, unmoralischen Charakter zum Leben erweckt, ist wirklich ganz großes Kino. Obwohl eigentlich alles, was Robertson macht – ob Demütigung, Betrug, Drogenkonsum, sexuelle Ausschweifungen oder das Ärgern kleiner Kinder – schlecht ist, macht es unglaublichen Spaß, ihm dabei zuzusehen, wie er wirklich jeden Menschen in seiner Umgebung in den Rücken fällt. Die wirklich dramatische Abwärtsspirale, in der sich der Polizist befindet, wird dadurch zu Beginn noch kaschiert. Doch irgendwann lässt es sich nicht mehr kaschieren, dass Robertson auf seine komplette Selbstzerstörung zusteuert – und das wirkt dann auf den Zuschauer umso intensiver.

Schnitt, die Musikauswahl, Kameraeinstellungen und natürlich auch das Spiel all der anderen großartigen Darsteller wie Jamie Bell, einem wirklich wunderbaren Eddie Marsan und dem herrlich verschrobenen Jim Broadbent machen "Drecksau" zu einem Trip, den man gesehen haben muss, um zu glauben, dass es so einen Film wirklich gibt. Es ist eigentlich kein Wunder, dass der Streifen bislang (Stand: Oktober 2013) in fast allen größeren Märkten einen Verleih gefunden hat – nicht aber in Amerika. Diese Irvine Welsh Verfilmung ist sicherlich kein "schöner" Film, kein leichter Stoff, sondern eine dreckige, unbequeme Komödie, die einfach deshalb so unglaublich amüsant ist, weil sie sich in keinem Moment um politische Korrektheit kümmert – und in einer der besten Schlusseinstellungen des Jahres gipfelt. Für alle, die es gerne böse, zynisch und schmutzig mögen, ist es jetzt – wie es auf dem Filmplakat so schön heißt – Zeit, versaut zu sein: Absolut sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Drecksau (Großbritannien 2013)"
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